| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 50° 4′ N, 9° 0′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Aschaffenburg | |
| Höhe: | 110 m ü. NN | |
| Fläche: | 10,63 km² | |
| Einwohner: |
7.309 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 688 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 63796 | |
| Vorwahl: | 06188 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AB | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 71 134 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Aschaffenburger Straße 1 63796 Kahl a.Main | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jürgen Seitz (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Kahl a.Main im Landkreis Aschaffenburg | ||
Kahl am Main (amtlich: Kahl a. Main) ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg rund 30 Kilometer östlich von Frankfurt am Main.
Kahl am Main liegt 107 Meter über dem Meeresspiegel und hat an der Kahlmündung die tiefst gelegene Stelle in Bayern. Es liegt an der Landesgrenze zu Hessen und verkehrsgünstig zwischen Aschaffenburg und Hanau (Main-Kinzig-Kreis).
Die politische Gemeinde Kahl am Main hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2]:
Es gibt nur die Gemarkung Kahl am Main.
Ihren Namen hat die Gemeinde vom gleichnamigen Fluss Kahl[3], der auf der Gemarkung dem Main zufließt.
Ersten Besiedlung in der Gemarkung des heutigen Ortes Kahl sind archäologisch für die Jungsteinzeit nachgewiesen.
Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt aus einer Urkunde aus dem Jahr 1282. Damals wurde Dorf als „Calde“ bezeichnet. Im Mittelalter gehörte Kahl zum Gericht Hörstein, das wiederum Teil des Freigerichts Alzenau war. Das Freigericht war zwar reichsunmittelbar, aber das Reich verpfändete oder vergab das Gebiet immer wieder. So wechselten die Landesherren, zu denen die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Randenburg und die Herren von Eppstein zählten.
Im Jahr 1500 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau-Münzenberg gemeinsamen mit dem Freigericht, das sie nun als Kondominat verwalteten. Da im Freigericht auch zur Zeit des Kondominats die kirchliche Jurisdiktion bei den Erzbischöfen von Mainz verblieb, konnte sich die Reformation – im Gegensatz zur Grafschaft Hanau-Münzenberg – hier nicht durchsetzen. Kahl blieb römisch-katholisch. Im Jahr 1609 fiel Kahl insgesamt an Kurmainz.
Der Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 schlug Kahl der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zu, die es aber nur 13 Jahre behielt. Im Jahr 1816 trat das nunmehrige Großherzogtum Hessen das Amt an das Königreich Bayern ab. Seitdem ist Kahl bayrisch.
Kahls Bevölkerungswachstum liegt zwischen -0,1 % bis 0,1 %.
Der Gemeinderat von Kahl am Main hat 21 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.
| CSU | SPD | Wählergemeinschaft | Die Grünen | Gesamt | |
| 2008 | 9 | 7 | 2 | 3 | 21 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am März 2008)
Blasonierung Schräglinks geteilt durch einen silbernen Wellenbalken; oben in Blau ein laufender silberner Hase, unten in Rot ein halbes silbernes Rad
Wappengeschichte Die Gemeinde Kahl liegt an einer Mainschleife, worauf der silberne Wellenbalken im Wappen hinweist. Der Flussname ist auch ein Bestandteil des Ortsnamen. Die Farben Silber und Rot und das halbe Rad erinnern an die einstige Herrschaft des Mainzer Kurstaats in der Gemeinde. Der silberne Hase erinnert an den Spitznamen der Kahler Bürger, die auch „Sandhasen“ oder “Sandbauern“ genannt wurden, weil die landwirtschaftlichen Erträge, wegen des sandigen Bodens im Gemeindegebiet, immer geringer waren, als in anderen Gemeinden am Main. Seit 1806 gehört der Ort zu Bayern, worauf die Farben Silber und Blau hinweisen. Das Wappen wird seit dem 19. Juli 1960 geführt.
| Villefontaine, Frankreich seit 1981 | |
| Budakalász, Ungarn seit 1998 | |
| St. Ingbert-Rohrbach, Deutschland (1968 bis 1970) |
Städtefreundschaft:
| Leutasch, Österreich seit 1957 |
Ein umfangreiches Angebot an Freizeitaktivitäten durch örtliche Vereine gibt Jung und Alt die Möglichkeit sich in den verschiedensten Formen zu engagieren. Von kirchlichen Gruppierungen über Musik- und Gesangsvereine zu den Sportvereinen und Hilfsorganisationen wie Freiwillige Feuerwehr Kahl und Rotes Kreuz Kahl. Als Dachgemeinschaft, der viele der örtlichen Vereine angeschlossen sind, fungiert die Vereinsgemeinschaft Kahl unter anderem als Ausrichter der jährlichen Kerb.
Kahl am Main hat eine Bahnstation an der Main-Spessart-Bahn (Bahnstrecke Würzburg - Hanau). Hier zweigt auch die Kahlgrundbahn (nach Schöllkrippen) ab.
Kahl wird von den Buslinien 32, 50 und 566 (Bus nach Hanau) der VAB angefahren.
Ferner liegt Kahl verkehrsgünstig zwischen Aschaffenburg und Hanau mit guter Verkehrsanbindung an der Bundesautobahn 45 (Gießen - Aschaffenburg) sowie der Bundesautobahn 3 (Frankfurt am Main - Würzburg - Nürnberg - München). Die Bundesstraße 8 (Aschaffenburg - Hanau) sowie die Bundesstraße 43 beziehungsweise die Bundesstraße 43a binden Kahl am Main ebenso in das Rhein-Main-Gebiet ein.
Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Frankfurt am Main.
In Kahl beginnt der Kahltal-Spessart-Radwanderweg.
Das Landschaftsbild ist geprägt von Wald und Wasser, welche etwa 75 Prozent der Gesamtgemarkungsfläche ausmachen. Die Baggerseen der Kahler Seenplatte mit den Freibädern Waldseebad (ehemaliger Tagebau Emma-Nord) und Campingsee (Freigericht-Ost) mit einem der größten Campingplätze Bayerns sowie den Angelteichen der ehemaligen Gruben Emma-Süd und der Vorspessartseen bieten Gelegenheiten zum Angeln, Boot fahren, Schwimmen und Surfen. Fünf Wanderwege sowie ein Vitaparcours führen durch die Kahler Natur mit ihrer typischen Vegetation und Sandflora. Zahlreiche wilde Heilkräuter, Bärenklau, Wilde Möhre und Malven wachsen an den Mainuferwiesen mit kleinem Campingplatz.
Das Naturdenkmal Hexeneiche, an der Staatsstraße St3309 westlich von Kahl auf Großkrotzenburger Gebiet, wurde am 7. August 1970 durch einen Blitzeinschlag zerstört; die schon im Dreißigjährigen Krieg nachgewiesene Eiche musste am 8. Juni 1971 gefällt werden. Eine neu angepflanzte Eiche und ein Gedenkstein erinnern an die Hexenverfolgungen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, denen an Ort und Stelle 69 Frauen und 21 Männer zum Opfer fielen.
An Feiertagen, besonders an zwei aufeinanderfolgenden, wird die Strecke Kahl am Main - Schöllkrippen oft für Historische Dampflokfahrten genutzt.
Entgegen vielen Vermutungen befand sich das Kernkraftwerk Kahl nicht auf Kahler Gemarkung, sondern auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Großwelzheim, heute ein Ortsteil von Karlstein am Main. Die Gemeinde Kahl stand lediglich als Namensgeber für das Kraftwerk Pate.
Das Versuchsatomkraftwerk (VAK) wurde mit der Bestellung des Siedewasserreaktors im Jahre 1958 begonnen. Die 16-Megawatt-Anlage produzierte in 25 Betriebsjahren 12,1 Milliarden Kilowattstunden Elektrizität. Die Errichtung des Werks kostete 34 Millionen Deutsche Mark. Die in Spitzenzeiten bis zu 120 Mitarbeiter wurden unter anderem an dem Reaktor ausgebildet. Ferner wurden zu Testzwecken 361 verschiedene Brennelemente eingesetzt.
Der Rückbau der Anlage begann 1985. 1400 Tonnen radioaktive Abfälle liegen seit 1998 im bayerischen Zwischenlager in Mitterteich. Die Brennelemente wurden zur Aufbereitung nach Frankreich gebracht. Im Jahre 2010 waren sämtliche Gebäude, Straßen, Zäune etc. verschwunden. Es ist „nichts mehr zu sehen“.[5]
Auf dem Gemeindegebiet von Kahl haben ca. 350 Unternehmen, darunter mit Heinrich Kopp (280 Mitarbeiter), Linde Material Handling GmbH (550 Mitarbeiter) und Singulus Technologies (350 Mitarbeiter) drei Großbetriebe aus der Maschinenbau- und Elektronik-Branche, ihren Firmensitz. Die Gewerbesteuereinnahmen aller Unternehmen liegt zwischen 3,3 Millionen € und 9,1 Millionen € im Jahr. Als Vertretung der Gewerbebetriebe fungiert als überörtlicher Gewerbeverein die Gewerbe-Gemeinschaft e.V. Kahl und Umgebung, die auch seit 1976 alljährlich auf dem Messeplatz den "Kahler Frühlingsmarkt" als "Regionalmesse am Untermain" ausrichtet.
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