Montag, 28. Mai 2012

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Kardaschow-Skala

Die Kardaschow-Skala ist eine von dem russischen Astronomen Nikolai Kardaschow 1964 vorgeschlagene Kategorisierung der Entwicklungsstufe extraterrestrischer Zivilisationen nach deren Energieverbrauch.[1]

Grundform

Die Fähigkeit der Menschheit, Energie zu nutzen, stieg in der Geschichte an. Im letzten Jahrhundert stieg die Menschheit auf der Kardaschow-Skala daher von etwa 0,582 auf etwa 0,72.

In ihrer Grundform hat sie drei Kategorien, in die Zivilisationen auf der Basis ihrer Energieproduktion eingeordnet werden.

  • Typ I: Die Zivilisation ist auf der technologischen Stufe der heutigen [d.h. 1964] Erde mit einem Energieverbrauch von 4·1012 W. Später wurde dies daraufhin geändert, dass die Zivilisation in der Lage ist, die gesamte auf einem Planeten verfügbare Leistung zu nutzen. Das sind ungefähr 1016–1017 W. (Für die Erde ist dieser Wert etwas größer als 1,74·1017 W).
  • Typ II: Die Zivilisation ist in der Lage, die Gesamtleistung ihres Zentralsterns zu nutzen. Das sind ungefähr 4·1026 W.
  • Typ III: Die Zivilisation ist in der Lage, die Gesamtleistung einer Galaxie zu nutzen. Das sind ungefähr 4·1037 W.

Die menschliche Zivilisation ist derzeit unterhalb von Typ I, da wir nur in der Lage sind, einen Teil der verfügbaren Leistung auf der Erde zu nutzen. Um den Verbrauch der beschränkten fossilen Ressourcen durch eine breitere Nutzung solarer Energie abzulösen, bedarf es der Menschheit zudem noch wesentlichen Entwicklungsschritten. Der derzeitige Status der menschlichen Zivilisation wird inoffiziell Typ 0 genannt. Obwohl Zwischenwerte in Kardaschows Originalvorschlag nicht vorhanden waren, hat Carl Sagan den derzeitigen Status des Menschen auf 0,7 extrapoliert.

Ein möglicher ausschlaggebender Faktor für den Sprung zur Typ-I-Zivilisation ist die massive Nutzung von Methoden zur Energiegewinnung aus Ozeanen, Windkraft, Sonnenenergie und die Nutzung der Geothermie. Wie auch immer, es gibt keinen bekannten Weg, die gesamte verfügbare Leistung der Erde zu nutzen, ohne sie komplett mit künstlichen Strukturen zu bedecken. Mittelfristig ist dies wohl ein unmögliches Unterfangen. Das Wachstum der Solarenergieproduktion während der letzten 20 Jahre entspricht einer Verdopplung alle 18 Monate. Falls sich diese Entwicklung unverändert fortsetzen würde, ergäbe sich, dass die menschliche Zivilisation 2041 eine vollständige Typ-I-Zivilisation sei und im Jahr 2113 den Status einer Typ-II-Zivilisation erreicht.[2]

Eine hypothetische Typ-II-Zivilisation könnte eine Dyson-Sphäre oder ein ähnliches Konstrukt nutzen, um die gesamte Leistung eines Sternes zu nutzen.

Eine Typ-III-Zivilisation könnte dieselben Methoden nutzen wie eine Typ-II-Zivilisation, allerdings ausgeweitet auf alle Sterne einer Galaxie, oder sie bedient sich bisher unbekannter Mittel.[3]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kardashev, N. S.: Transmission of Information by Extraterrestrial Civilizations. Soviet Astronomy, Vol. 8, p.217, (1964)@ NASA ADS (abgerufen am 2.Februar 2010)
  2. http://heindl.blogspot.com/2011_04_01_archive.html
  3. Richard A. Carrigan, Jr.,: Starry Messages: Searching for Signatures of Interstellar Archaeology. @arxiv (abgerufen 3.Februar 2010)
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