Die katalanische Literatur umfasst die Literatur der so genannten Katalanischen Länder, die auf Katalanisch (oder deren Variante Valencianisch) abgefasst wurde. Katalanisch war nach Okzitanisch die zweite romanische Literatursprache. Den Grundstein zu einer eigenständigen Literatur in katalanischer Sprache setzte Ramon Llull im 13. Jahrhundert. Während Joanot Martorell mit dem Ritterroman Tirant lo Blanc das letzte große Werk des katalanischen Mittelalters und in den Augen mancher Literaturwissenschaftler gleichzeitig den ersten modernen Roman vorlegte, erfuhr die katalanische Sprache aufgrund der politischen Verhältnisse einen Niedergang, der bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerte. Dann leitete die kulturelle Bewegung der Renaixença einen Neubeginn auch der katalanischen Literatur ein. Zu den wichtigsten Vertretern im 20. Jahrhundert zählen unter anderem Josep Pla, Llorenç Villalonga, Mercè Rodoreda, Carme Riera und Manuel de Pedrolo.
Die Schriftsteller Ramon Llull (im 13. Jahrhundert) und Francesc Eiximenis (im 14. Jahrhundert) und der Lyriker Ausiàs March (im 15. Jahrhundert) sind die bedeutendsten Schriftsteller katalanischer Sprache im Mittelalter. Nach einer glänzenden Epoche, die im Jahr 1490 mit der Veröffentlichung des Buches Tirant lo Blanc von Joanot Martorell ihren Höhepunkt findet, kommt es infolge des Verlustes der Eigenstaatlichkeit bis zum 19. Jh. zu einem Niedergang des Katalanischen als Literatursprache, obwohl im Zeitalter des Barocks (17./18. Jh.) die Schriftsteller Francesc Fontanella, Vicenç Garcia und Josep Romaguera durchaus einen wichtigen Beitrag zur katalanischen Literatur leisten.
Das Katalanische als Literatursprache wird im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts mit der Renaixença wiedergeboren. In diesem Zeitraum ragen Jacint Verdaguer, Àngel Guimerà und Narcís Oller heraus, die der späten Romantik bzw. dem Realismus zuzurechnen sind. Verdaguer wurde mit Lyrik und vor allem den beiden Epen Atlàntida und Canigó bekannt, Guimerà schrieb Theaterstücke, z.B. Terra Baixa, das zur Vorlage der Oper Tiefland wurde, und Oller gilt als realistischer bzw. naturalistischer Romanschriftsteller, dessen Werk auch von Émile Zola lobend erwähnt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts blüht der Modernisme auf, dessen wichtigster Vertreter Joan Maragall ist.
Im 20. Jahrhundert festigt sich - trotz widriger Bedingungen während der Diktaturen von de Rivera und Franco - die katalanische Literatur. Autoren wie Josep Carner, Joan Salvat-Papasseit, Carles Riba, J.V. Foix, Salvador Espriu, Joan Oliver (Pseudonym: Pere Quart), Josep Maria de Sagarra, Josep Pla, Mercè Rodoreda, Llorenç Villalonga, Pere Calders, Gabriel Ferrater, Manuel de Pedrolo, Joan Brossa, Jesús Moncada, Quim Monzó, Miquel Martí i Pol oder Miquel de Palol sind mit die anerkanntesten Schriftsteller, von denen einige Werke auch in andere Sprachen übersetzt wurden.
Das von 1936 bis 1938 unabhängige Katalonien hatte im Spanischen Bürgerkrieg an der Seite der Republikaner gegen Francos Faschisten gekämpft. Nach dem Fall Barcelonas und der vollständigen Niederlage der Katalanen und der spanischen Republik wurde die katalanische Kultur vom neuen Staatschef und Diktator General Francisco Franco generell verboten. Die Verwendung der katalanischen Sprache in der Öffentlichkeit wurde, vor allem in den ersten Jahren, streng bestraft, es gab kein katalanisches Schulsystem, und der Druck katalanischer Bücher wurde unterbunden. In dieser Situation bildete sich eine kleine Gemeinde katalanischer Exilanten in Mexiko, wo auch mehrere Zeitungen und Literaturzeitschriften in katalanischer Sprache herausgegeben wurden, und die meisten der wenigen katalanischen Bücher, die in dieser Zeit erschienen, wurden in Andorra gedruckt. Die Produktion katalanischer Bücher innerhalb des spanischen Staates nahm nur sehr langsam und entsprechend der allmählichen Lockerung der kulturellen Unterdrückung zu. Dennoch gab es bis Francos Tod 1975 keine einzige katalanische Tageszeitung, und die Jahresproduktion katalanischer Bücher kam auch Anfang der 70er Jahre kaum über 400 - während sie heute ca. 8.000 beträgt.
Mit Francos Tod 1975 und der Wiederherstellung der Demokratie durch den spanischen König Juan Carlos I. (Spanien), fielen die politischen Unterdrückungsmaßnahmen gegen die katalanische Kultur schlagartig weg. 1979 erhielt Katalonien die Autonomie, kurz darauf auch València und die Balearen.
Autoren, die sich bereits in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen gemacht hatten, konnten nun ungehindert ihre Bücher veröffentlichen und in Umlauf bringen. Mercè Rodoreda mit ihren Romanen und Erzählungen, welche kritische die Bürgerkriegszeit und die Nachkriegsjahre behandelten, Manuel de Pedrolo mit Werken, die eine Vielzahl von Genres verwendeten, unter anderem der Science-Fiction-Roman El mecanoscrit del segon origen. Montserrat Roig legte einen monumentalen Essay über das Schicksal von Katalanen vor, die von Franco in nationalsozialistische Konzentrationslager geschickt worden waren, vor allem nach Mauthausen in Österreich: Els catalans als camps nazis.
Anfang des 21. Jahrhunderts ist die Veröffentlichung katalanischer Literatur in Quantität und Qualität beachtlich. Hervorzuheben sind die Autoren Julià de Jòdar, Enric Sòria und Feliu Formosa neben vielen anderen.
Im katalanischsprachigen Roussillon sind folgende zeitgenössische Autoren zu nennen: Joan-Lluís Lluís und Joan-Daniel Bezsonoff.
Mit der Unabhängigkeit Andorras 1993 bildete sich auch eine fassbare andorranische Literatur heraus. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2007, bei der die katalanische Literatur als Gast geladen war, entsandte der kleine Pyrenäenstaat sieben Vertreter. Maria Barbal gelang der katalanische Roman " Wie ein Stein im Geröll" auf katalanisch (Pedra de tartera), mit dem sie in Bestseller Status erhoben wurde.
(Eine Auswahl der wichtigsten Autoren):
13. Jahrhundert
14. Jahrhundert
15. Jahrhundert
16. Jahrhundert
17. Jahrhundert
18. Jahrhundert
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
21. Jahrhundert
Die Katalanischen Länder schreiben verhältnismäßig viele Literaturwettbewerbe aus, die entweder von staatlichen und kommunalen Stellen oder privaten Institutionen, wie etwa großen Banken, getragen werden. Nachfolgend sind mehrere der bedeutenden Literaturpreise angeführt:
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