| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 47° 53′ N, 10° 37′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Höhe: | 678 m ü. NN | |
| Fläche: | 40,02 km² | |
| Einwohner: |
41.843 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1046 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 87600 | |
| Vorwahl: | 08341 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KF | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 62 000 | |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kaiser-Max-Straße 1 87600 Kaufbeuren | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Stefan Bosse (CSU) | |
| Lage der Stadt Kaufbeuren in Bayern | ||
Kaufbeuren ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, im nordöstlichen Allgäu und ist komplett vom Landkreis Ostallgäu umgeben.
Kaufbeuren ist die viertgrößte Stadt des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben. Kaufbeuren liegt in der Mitte zwischen München und Lindau an der B 12.
Kaufbeuren liegt in einem Moränental am Fluss Wertach.
Ortsteile sind:
(→ siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren)
Kaufbeuren wurde 740 gegründet. Es entstand aus einem fränkischen Königshof, der um 740 als Verwaltungssitz und militärisches Rückzugsgebiet nahe der Grenze zum Herzogtum Bayern gegründet wurde. Die Herren von Beuren, die Gefolgsleute der Welfen waren, hatten hier gegen Ende des 11. Jahrhunderts ihren Adelssitz. Die erste urkundliche Erwähnung Kaufbeurens war im Jahr 1126. Ende des 12. Jahrhunderts kam die Stadt unter die Herrschaft der Staufer. Von 1286 bis 1803 war Kaufbeuren eine freie Reichsstadt, nachdem sie am 3. Februar 1286 von Rudolf I. von Habsburg privilegiert worden war. Im Jahre 1327 erhielt Vils in Tirol durch Ludwig IV. das Stadtrecht nach dem Recht von Kaufbeuren. 1377 wurde die Stadt Kaufbeuren vom Herzog Friedrich von Teck und 1388 von den bayerischen Herzögen vergebens belagert. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss verlor Kaufbeuren 1802 den Status der freien Reichsstadt und fiel an das Land Bayern. Bis 1935 war Kaufbeuren eine sich selbst verwaltende Stadt. Seit dem 1. Januar 1948 ist die Stadt wieder kreisfrei.
Zur Zeit des NS-Regimes wurde 1939 in einem nordöstlich von Kaufbeuren gelegenen Waldgebiet eine Munitionsfabrik der Dynamit AG, vormals Alfred Nobel u. Co, aufgebaut. Dort wurden Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Außenlager Riederloh in Steinholz bei Mauerstetten, einer Außenstelle des KZ Dachau, eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf den Trümmern des Rüstungsbetriebs der heutige Stadtteil Neugablonz, gegründet von sudetendeutschen Vertriebenen aus Gablonz an der Neiße, woran ein Gedenkstein erinnert, der nur beiläufig die Vorgeschichte streift. Kaufbeuren ist damit eine von fünf bayerischen Vertriebenenstädten.
Zwischen Mai 1944 und April 1945 bestand auf dem Gelände einer ehemaligen Baumwollspinnerei ein KZ-Außenlager, das zum KZ Dachau gehörte bzw. Allach unterstellt war. Hier waren zwischen 300 und 600 Häftlinge untergebracht, die für die Firma BMW in Zwangsarbeit Ersatzteile für Rüstungsgüter herstellen mussten.
Im heutigen Bezirkskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie wurden während der NS-Gewaltherrschaft unter der Leitung ihres Direktors Valentin Faltlhauser etwa 2.000 psychisch kranke Kinder, Frauen und Männer in der „Euthanasie“-Tötungs-Aktion T4 ihrer Vernichtung in Hadamar, Grafeneck und Hartheim zugeführt. An diese Opfer erinnert seit 1989 ein Gedenkstein hinter der Klosterkirche der Anstalt.[2]
→ Siehe auch weitere Hinweise zur Heil- u. Pflegeanstalt (1939–1945) im Hauptartikel: Die Euthanasiemorde im Dritten Reich oder Aktion T4
Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.
Bevölkerungsstruktur:
Mit Stand vom 31. Dezember 2010 leben 43.199 Personen in Kaufbeuren. Die Altersverteilung innerhalb der Bevölkerung sieht nach Stand 31. Dezember 2010 folgendermaßen aus.[3]
| unter 6 Jahre | 5,81 % |
| 7 - 17 Jahre | 10,61 % |
| 18 – 64 Jahre | 61,43 % |
| 65 – 79 Jahre | 15,47 % |
| 80 Jahre oder mehr | 6,68 % |
Der Frauenanteil liegt zum 31. Dezember 2010 mit 22.338 Frauen über dem der Männer (20.861).[4]
Der Anteil an Ausländern liegt mit etwa 9,2 % relativ hoch. Wie auch in anderen Vertriebenenstädten fanden in dem von der Kaufbeurer Kernstadt getrennten Stadtteil Neugablonz viele russische Spätaussiedler eine Unterkunft. Die Spätaussiedler machen knapp 12 % der Kaufbeurer Bevölkerung aus, damit haben mehr als 20 Prozent der Stadtbevölkerung einen Migrationshintergrund. Ein großer Teil der Migranten lebt in Neugablonz, wo sich auf russischssprachige Kundschaft spezialisierte Geschäfte und Lokale etabliert haben.
Die Einwohner Kaufbeurens gehören heute mehrheitlich der römisch-katholischen Kirche an. Im Zuge der Reformation war Kaufbeuren jedoch eine evangelische Freie Reichsstadt geworden. Bürgermeister Ludwig Bonrieder (1512–1589) unterzeichnete 1579 für den Rat der Stadt die lutherische Konkordienformel von 1577[5]. Diese Geschichte der Stadt findet bis heute ihren Ausdruck in einer starken evangelischen Bevölkerung (Evangelisches Hauptpfarramt in der Innenstadt; seit 1955 eigenes Pfarramt im Stadtteil Neugablonz).
Darüber hinaus sind folgende Freikirchen und kirchliche Gemeinschaften ansässig:
Adventisten, Alt-Katholiken, Evangelisch-Freikirchliche, Freie evangelische, eine russischsprachige Baptistengemeinde sowie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Ferner existiert eine muslimische Minderheit türkischer Abstammung, welche in Kaufbeuren eine sunnitische Moschee besuchen kann.
In der Altstadt von Kaufbeuren befindet sich das Crescentiakloster (Franziskanerinnen).
Stadtrat:
Der Stadtrat hat 40 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl vom 2. März 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| Partei/Gruppierung | Sitze[6] |
|---|---|
| Christlich-Soziale Union (CSU) | 19 |
| Freie Wählergemeinschaft | 5 |
| Kaufbeurer Initiative e. V. | 5 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 4 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 3 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 3 |
| Wähler-Initiative | 1 |
In Kaufbeuren gibt es viele, vor allem ältere Sehenswürdigkeiten. Dazu zählt unter anderem das Rathaus, das nach Plänen von Georg von Hauberrisser, 1879 bis 1881 erbaut wurde, sowie das Kloster Kaufbeuren (um 1250 gegründet), das vor allem durch Crescentia (Anna Höß) Berühmtheit erlangte. Viele der sehenswerten Teile wie:
stammen aus der ehemaligen historischen Stadtmauer und können bei Stadtführungen auch begangen werden. Zusätzlich dazu gibt es mit dem Stadttheater Kaufbeuren und dem kunsthaus kaufbeuren weitere kulturelle Akzente zu besichtigen.
Kirchen:
Museen:
Neptunbrunnen:
Auf der Mitte des gesellschaftlichen Mittelpunktes von Kaufbeuren, der Kaiser-Max-Straße, ist der im Jahre 1753 errichteten Neptunbrunnen gelegen. Besonders zu Zeiten des Tänzelfestes verwandelt sich die Kaiser-Max-Straße in eine Prachtallee, die schon beinahe an einen mittelalterlichen Turnierplatz erinnert.
Adventskranz:
Acht Meter Durchmesser hat der Adventskranz in Kaufbeuren. Der nach den Angaben von Kaufbeuren Marketing größte echte Adventskranz der Welt, der aus echten Tannenzweigen besteht, wird vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag am Neptunbrunnen der Stadt Kaufbeueren aufgebaut. Die Wachskerzen des Kranzes haben eine Höhe von etwa 150 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 150 Kilogramm. Mit Stoffbändern scheint der Kranz an der Gabel des Neptuns zu hängen. Am ersten Advent wird die erste Kerze mit Segnung des evangelischen und des katholischen Stadtpfarrers entzündet. Jeden Abend sorgt die evangelische Gemeinde für ein sogenanntes „Betthupferl“ am Adventskranz. Es werden Lieder gesungen, Geschichten gelesen und Süßigkeiten verteilt.
Aus dem mittelalterlichen Textilhandwerk und -handel entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die von Christoph Friedrich Heinzelmann (1786–1847) und anderen Mitgliedern eingesessener Kaufmannsfamilien im Jahr 1839 gegründete und 2005 insolvente mechanische Baumwollspinnerei und -weberei Momm. Daneben bildet das traditionelle Braugewerbe in Kaufbeuren einen regionalen Wirtschaftsfaktor. Von den zeitweilig 16 in Kaufbeuren ansässigen Brauereien existiert heute allerdings nur noch die Aktienbrauerei. Auf dem zwischen 1933 und 1935 für die Luftwaffe der Wehrmacht gebauten Fliegerhorst im Stadtteil Oberbeuren ist seit 1957 eine Technische Schule der Luftwaffe untergebracht. Aus der ehemaligen Schreibmaschinenfertigung der Firma Alpina, die von Olympia aufgekauft wurde, entwickelte sich in den 1970er und 1980er Jahren eine mittelständische Elektronikindustrie in der Automations-, Mess- und Regeltechnik.
Der weltweit tätige Papier- und Wellpappehersteller Hans Kolb Wellpappe betreibt im Norden der Stadt an der Wertach eine Papierfabrik.
Weitere große Arbeitgeber gehören zum öffentlichen Dienst oder zum Baugewerbe.
Im heutigen Stadtteil Neugablonz existierte von 1939 an eine Fabrik der Dynamit AG und dann ab 1945 Glas-, Metall- und Schmuckindustrie.
Die Redaktion der Allgäuer Zeitung produziert hier den Kaufbeurer Lokalteil des Blattes. Radio Ostallgäu sendet auch nach der Fusion mit RSA – Der Allgäusender weiterhin ein Lokalprogramm aus dem Funkhaus Kaufbeuren für das Sendegebiet Kaufbeuren-Ostallgäu.
In Kaufbeuren gibt es folgende Behörden: das Amtsgericht, Finanzamt, Job-Center (ARGE), sowie das Landwirtschaftsamt und das Staatliche Hochbauamt Kempten. Ferner ist eine Stelle des Technisches Hilfswerks ansässig.
Kaufbeuren ist an zwei Bundesstraßen angeschlossen: die B 12 führt mit direktem Anschluss an Kaufbeuren vorbei und die B 16 führt durch Kaufbeuren. Kaufbeuren ist die einzige kreisfreie Stadt in den sogenannten alten Bundesländern ohne eigenen Autobahnanschluss. Die nächstliegende Autobahn A 96 befindet sich bei Buchloe und ist etwa 15 km nördlich von Kaufbeuren entfernt; die Zuführung erfolgt über die ausgebaute B 12.
Kaufbeuren liegt an der Allgäubahn (KBS 970), die zwischen München und Lindau verkehrt. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn halten täglich zwei InterCity-Züge in Kaufbeuren. Als Ersatz für den gestrichenen InterRegio der DB hält nun der alex, bis 2010 Arriva-Länderbahn-Express, in Kaufbeuren, der zwischen München und Oberstdorf bzw. Lindau verkehrt.
Der Kaufbeurener Bahnhof wurde im Jahr 1847 bei dem Anschluss der Stadt an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn in Betrieb genommen. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude wurde 1978 abgerissen und ein Jahr später durch einen flachen Neubau ersetzt.[11]
Aufgrund der Lage im erweiterten Einzugsbereich von München und Augsburg gibt es zahlreiche Pendler.
Bis 1972 zweigte in Kaufbeuren die Nebenbahn Kaufbeuren–Schongau nach Schongau von der Allgäubahn ab. Diese Bahnstrecke wurde mittlerweile zurückgebaut und auf weiten Teilen durch einen Radweg ersetzt.
Der regionale Busverkehr und das Stadtbusnetz wird von der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal mbH betrieben.
Südlich von Kaufbeuren gibt es einen ehemaligen Militärflugplatz. Dieser befindet sich zwar noch im Besitz der Bundeswehr, wird aber von einem örtlichen Luftsportverein genutzt.[12] Ferner sind hier Teile der neuen Technische Schule der Luftwaffe 1 ansässig. Der Fliegerhorst Kaufbeuren soll jedoch nach der Presseerklärung des Bundesverteidigungsministers vom 26. Oktober 2011 geschlossen werden. Der Flugplatz und die dazugehörigen Flächen wären dann für eine zivile Nutzung frei.
Grund- und Hauptschulen:
Förderschulen:
Weiterführende Schulen:
Berufs- und Berufsfachschulen:
Sonstige Schulen:
Fernsehen:
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