| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 48° 5′ N, 10° 53′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Landsberg am Lech | |
| Höhe: | 606 m ü. NN | |
| Fläche: | 17,7 km² | |
| Einwohner: |
9.890 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 559 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 86916 | |
| Vorwahl: | 08191 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LL | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 81 128 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Pfälzerstraße 1 86916 Kaufering | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Erich Püttner (UBV) | |
| Lage der Gemeinde Kaufering im Landkreis Landsberg am Lech | ||
Kaufering ist eine Marktgemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und liegt etwa fünf Kilometer nördlich der Großen Kreisstadt Landsberg am Lech.
Der ursprüngliche Dorfkern (Altkaufering) liegt am Ostufer des Lech, die um einiges größere Siedlung (Neukaufering) beginnt ab etwa 500 Meter Entfernung des Westufers und liegt an der alten Bundesstraße 17.
Die ältesten Quellen von Kaufering reichen in das 6. Jahrhundert zurück. Damals drangen germanische Stämme in den Süden Deutschlands vor und gründeten den Ort am Lech. Der damalige Sippenälteste hieß vermutlich Kufo, die Endung -ing des heutigen Namens deutet auf den germanischen Ursprung hin. Im Laufe der Zeit ergaben sich dann die Ortsnamen Kiviringin, Kiviringen, Chuferingen, Kuferingen und Kufringen.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Kaufering stammt aus dem Jahr 1033. Damals erwarb das Kloster Benediktbeuern unter dem Abt Gothelm ein Gut im Ort.
Zu Zeiten des Mittelalters war Kaufering im Besitz der Welfen, deren bedeutendster Vertreter Heinrich der Löwe war. Dieser ließ den Verlauf der Salzstraße von Kaufering ein paar Kilometer weiter flussaufwärts verlegen, wodurch es dort zur Entstehung der benachbarten Stadt Landsberg am Lech kam. Dadurch verlor die Burg Kaufering ihre Bedeutung, worauf sie bald verfiel. Auch wurde die gesamte Entwicklung des Ortes durch die Verlegung der Salzstraße gebremst.
Erst der Bau der Eisenbahn im Jahr 1872 brachte einen Aufschwung in die Entwicklung der Gemeinde. Aus technischen Gründen konnte die Bahnlinie nicht über die benachbarte Kreisstadt führen, wodurch Kaufering ein wichtiger Bahnhof wurde. Es kreuzen dort die Linien München – Buchloe und Augsburg – Landsberg am Lech (auch Lechfeldbahn genannt).
1944 wurde gegen Endes des Zweiten Weltkriegs um Landsberg und Kaufering mit 14 KZ-Außenkommandos der größte Konzentrationslagerkomplex des Deutschen Reiches errichtet. Sämtliche KZ-Kommandos trugen den Namen „Kaufering“. Am 18. Juni 1944 traf der erste Transport mit 1000 Häftlingen aus Auschwitz in Kaufering ein. Sie sollten im Rahmen des Rüstungsprojekts „Ringeltaube“ drei gigantische unterirdische Bunker zur Produktion des Düsenstrahljägers Messerschmitt Me 262 bauen. In den Außenkommandos registrierte der luxemburgische KZ-Priester Jules Jost bis zum 9. März 1945 28.838 jüdische KZ-Häftlinge. Wegen der menschenunwürdigen Unterbringung aufgrund von Hunger, Kälte, Krankheiten wie Typhus und der Ausbeutung der Arbeitskraft bis zur Vernichtung bezeichneten die Häftlinge die 14 KZ-Lager von Kaufering als „Kalte Krematorien“. Bis Ende Oktober 1944 wurde, wer nicht mehr arbeiten konnte, zurück nach Auschwitz in die Gaskammern geschickt. Ab November 1944 wurden die Häftlinge vom KZ-Kommando Kaufering/Landsberg nicht mehr deportiert, sondern starben im Lager. Die Leichen wurden in der Umgebung in Massengräbern vergraben. Nur etwa 15.000 Häftlinge überlebten in diesen Lagern die letzte Phase der Judenvernichtung und erlebten die Befreiung durch die amerikanische Armee am 27. April 1945.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bildete sich ein großes Flüchtlingslager zwischen dem Bahnhof und dem alten Ortskern. Ab Ende der 1940er Jahre wurde dort eine Siedlung erbaut, aus der das heutige Neukaufering (auch Kaufering-West genannt) entstand.
Das Lechtalbad in Kaufering wechselte 2004 den Besitzer und gehört jetzt wieder dem Landkreis Landsberg. Außerdem wurde das Freibad zu einem selbstreinigenden Naturbad umgebaut. Ende der 1960er Jahre gebaut, wurde es lange Zeit als Landkreisbad betrieben. Beliebt waren die großzügige Freibadanlage, das Hallenbad und der Saunabereich. 1990 wurde der renovierte Umbau des Hallenbads und des Saunabereichs in Betrieb genommen. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten entschied der Landkreis, das Bad einem privaten Investor zu übereignen, der es jedoch nach kurzer Zeit wieder desinvestierte.
Karlheinz Schreiber, deutscher Waffenhändler, wohnte bis zu seinem Umzug nach Kanada in seiner Kauferinger Villa, welche im Rahmen der Ermittlungsverfahren auch durchsucht wurde.
Im Zuge der Erweiterung des MVV-Tarifgebietes (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) gilt Kaufering mit seinem zentral gelegenen Bahnhof als zukünftiger Anziehungspunkt für Pendler nach München. Die Endhaltestelle der S-Bahn-Linie S4 (Ebersberg-Geltendorf) bleibt weiterhin Geltendorf.
Ende Oktober 2007 entschied der Kreistag des Landkreises Landsberg am Lech, eine Realschule in Kaufering zu bauen. Diese wurde Anfang September 2010 fertiggestellt und zu Schulbeginn in Betrieb genommen.
Anlässlich der 975-Jahrfeier wurde Kaufering am 11. September 2008 von der bayerischen Staatsregierung zur Marktgemeinde erhoben.[2][3]
Wegen der guten Verkehrsanbindung nach München und Augsburg hat sich Kaufering zu einem starken Pendler-Wohnort entwickelt. In geringerem Umfang ist die Marktgemeinde aber auch Ziel von Einpendlern, hauptsächlich Mitarbeitern des größten Arbeitgebers und Gewerbesteuerzahlers, der Deutschlandzentrale der Hilti AG. Daneben ist Kaufering Sitz einiger mittelständischer Maschinen- und Apparatebauunternehmen.
Der Bahnhof Kaufering ist ein Kreuzungsbahnhof an den Bahnstrecken München–Lindau (Allgäubahn) und Bobingen–Landsberg am Lech. Der Bahnhof wird täglich von Regionalbahnen, Regional-Express-Zügen und dem Arriva-Länderbahn-Express bedient.
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