| Filmdaten | |
|---|---|
| Originaltitel | Keinohrhasen |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2007 |
| Länge | 115 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12[1]JMK 12[2] |
| Stab | |
| Regie | Til Schweiger |
| Drehbuch | Til Schweiger,Anika Decker |
| Produktion | Til Schweiger,Thomas Zickler |
| Musik | Stefan Hansen,Dirk Reichardt,Mirko Schaffer |
| Kamera | Christof Wahl |
| Schnitt | Charles Ladmiral |
| Besetzung | |
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Keinohrhasen ist eine deutsche Liebeskomödie von Til Schweiger, der auch eine der Hauptrollen spielt. Der Film startete am 20. Dezember 2007 in den deutschen Kinos. Der Film belegt Platz 10 der Liste der erfolgreichsten deutschen Filme in Deutschland seit Beginn der offiziellen Zuschauerzählung 1968.
Ludo Decker ist ein Berliner Boulevardreporter und täglich mit Fotograf Moritz unterwegs, um Prominente für die Tageszeitung „Das Blatt“ zu beobachten. Dies nutzt er häufig für flüchtige Sexkontakte.
Als Wladimir Klitschko Yvonne Catterfeld einen Heiratsantrag machen will, sind Ludo und Moritz vor Ort, um darüber zu berichten. Ludo bricht dabei durch die Glaskuppel über dem Restaurant, in dem sich die Verlobungsgesellschaft aufhält und fällt in die Torte. Die Richterin verurteilt ihn zu 300 Sozialstunden in einem Kinderhort. Er muss sich dort bewähren, da andernfalls eine achtmonatige Gefängnisstrafe vollstreckt wird.
Im Kinderhort begegnet Ludo der Leiterin Anna Gotzlowski. Anna wuchs zusammen mit Ludo im selben Viertel auf und wurde während ihrer Kindheit von ihm geärgert und verspottet. Sie beschließt, sich an Ludo zu rächen, indem sie ihn mit unangenehmen Aufgaben betraut. Beide streiten sich immer wieder und Ludo kann sich nicht wehren, da sonst der Widerruf seiner Bewährung droht. Er ist weiterhin an neuen Frauenbekanntschaften interessiert und schläft unter anderem mit der nymphomanen Mutter eines der im Hort betreuten Kinder.
Im Laufe der Zeit beginnt sich das Verhältnis zwischen Ludo und Anna zu entspannen und die beiden freunden sich an. Nachdem Annas Verabredung mit einem Mann scheitert, klingelt sie an Ludos Wohnungstür, um sich trösten zu lassen. Die beiden landen im Bett, doch Annas Hoffnungen, dass sich daraus mehr entwickeln könnte, werden vorerst enttäuscht.
Am Ende des Films wird Ludo klar, dass er mehr für Anna empfindet, als er wahrhaben wollte. Er sprengt eine Vorstellung während eines Kinderfestivals im Renaissance-Theater und gesteht Anna, die mit den Kindern aus ihrem Hort im Publikum sitzt, dass er sie liebt.
Das Budget des Films belief sich auf 4,2 Millionen Euro.[3] Zum ersten Mal stand Til Schweiger gemeinsam mit seinen vier Kindern vor der Kamera. Die Szenen mit Nora Tschirner und Jürgen Vogel auf dem roten Teppich beim Deutschen Filmpreis wurden während der Zeremonie am roten Teppich beim Deutschen Filmpreis 2007 gedreht.[4] Die Schauspielerin im Pornofilm, der auf Ludos Fernseher läuft, ist Tyra Misoux, eine bekannte deutsche Pornodarstellerin.
Der Film hatte ursprünglich die Altersfreigabe FSK 6. Durch den FSK-Appellationsausschuss wurde die Freigabe ab 1. Februar 2008 auf FSK 12 angehoben. Begründet wurde dies mit der teilweise sexualisierten, derben Ausdrucksweise.[5]
Beim Basteln im Kinderhort näht Ludo einen Stoffhasen ohne Ohren. Als Anna ihn deshalb kritisiert, weist er sie darauf hin, dass der von Hortkind Cheyenne-Blue gebastelte Hase ebenfalls keine Ohren habe. Anna behauptet daraufhin, dass Cheyenne-Blues Hase keine Ohren habe, weil er ein „Keinohrhase“ sei, der durch die Nase hören könne. Diese Szene wurde auch für den ersten Teaser verwendet. Der Keinohrhase ist auch als Stofftier erhältlich.[6]
Der Name eines der Kinder, Cheyenne-Blue, ist offensichtlich eine Anspielung auf Jimi Blue und Cheyenne Ochsenknecht.[7] Der Vorname „Ludo“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ich spiele“. Die Rolle des Gauklers im Hundekostüm, der die Kinder belustigen soll, spielt auf den Film Herr Bello, der auf einer Geschichte von Paul Maar basiert, an, in dem Armin Rohde die menschliche Inkarnation eines Hundes mimt, der nach dem Aufschlabbern eines Zaubertrankes zeitweise mutiert.
| Land | Besucher 2007 | Besucher 2008 | Insgesamt |
|---|---|---|---|
| Deutschland[8] | 1.407.336 | 4.878.676 | 6.286.012 |
| Österreich[9] | 77.707 | 244.843 | 322.550 |
| Schweiz | 35.651 | – | 35.651 |
Keinohrhasen feierte am 24. November 2007 in Berlin Weltpremiere und startete am 20. Dezember 2007 in den deutschen Kinos.[10] Die Produktion erreichte bereits binnen der ersten Vorführwoche mehr als 400.000 Besucher und konnte sich damit unmittelbar auf Platz 1 der deutschen Kinocharts platzieren.[8] Der Film hielt sich weitere zwei Wochen an der Spitze der Tabellen und verbuchte bereits innerhalb der ersten Monats knapp vier Millionen Zuschauer.[11] Bis November 2008 sahen rund 6,3 Millionen Besucher den Film im Kino.[8]Keinohrhasen avancierte damit nach David Yates Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) zur zweiterfolgreichsten Filmproduktion des Jahres 2007 sowie zu erfolgreichsten deutschen Produktion seit Michael "Bully" Herbigs (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (2004) in den deutschen Kinos. Der Film rangiert seither auf Platz 10 der Liste der erfolgreichsten deutschen Filme in Deutschland seit Beginn der offiziellen Zuschauerzählung 1968.
Die zugehörige DVD avancierte beim Onlinehändler Amazon.de im Folgejahr zum meistverkauften Titel der letzten zehn Jahre.[12]
Nach den Verrissen seiner früheren Filme verweigerte Schweiger eine allgemeine Pressevorführung. Er äußerte in einem Gespräch, dass ihm manche Kritiker „richtig auf den Sack“ gingen.[13] In der Welt beklagte Hanns-Georg Rodek, einerseits habe Schweiger Pressevorführungen vor dem Kinostart verweigert, er versuche andererseits aber, die Medien mittels Interviews und Glamourfotos für die Lancierung seiner Produktion einzuspannen. „Daraus spricht die Geisteshaltung des Ein-Nacht-Sex: alle Vorteile abgreifen, jedes Risiko vermeiden.“ Es gebe noch Medien, die Selbstachtung hätten und sich nicht instrumentalisieren ließen.[14] Ins gleiche Horn stieß Peter Zander in der Berliner Morgenpost.[15] Beide Zeitungen verzichteten darauf, den Film zu bewerten.
Der film-dienst fand Keinohrhasen alles andere als perfekt, doch meistens tue Schweiger das Richtige und finde „eine entwaffnende Balance zwischen ernsthaften Gefühlen und inszenatorischer Schamlosigkeit“; so gelinge ihm die beste deutsche Komödie seit Sonnenallee. Lob gab es für Tschirner, Kavanian, Schweighöfer und besonders für Vogel.[16] Als unterhaltsam und über Strecken temporeich schätzte die Stuttgarter Zeitung die Komödie ein. Allerdings sei die Handlung „etwas konstruiert“, und über Annas Psychologie denke man besser nicht nach.[17] In Deutschland eine Seltenheit sei ein „wirklich unterhaltsames Kino mit souveränen Darstellern, schönen Bildern, einem tollen Soundtrack und einer sympathischen Story,“ meinte der General-Anzeiger (Bonn). Der ansteckende Spaß, der schon in der ersten Szene überzeuge, hänge aber in den dramatischen Szenen durch, und nicht alle Gastauftritte seien gelungen.[18]Cinema bezeichnete den Film als „warmherzig und skurril“ und leichtverdaulich. Schweiger zeige „sein Gespür für großartige Nebendarsteller und abgedrehte Situationskomik,“ und Tschirner treffe mit ihrer Darstellung mitten ins Herz.[19] Ein „wunderbares Ensemble“ lobte der Focus. Zwar bestehe die Ausgangslage aus genreüblichen Konstrukten und Klischees, doch entwickle Schweiger daraus mit „omnipotenter Souveränität“ eine „charmante Chuzpe, lässige Leichtigkeit und kuriose Komik.“ Leider seien einige Szenen „mit massiver Musik-Power“ zugekleistert.[20]
Gemischter waren einige andere Kritiken. So freute sich epd Film über die Lachnummer Vogels zu Beginn. Die erste Filmhälfte biete „jenen süßen Cocktail aus prickelndem Dialogwitz, nicht allzu tief gelegtem Geblödel und Selbstironie […], den man sonst in deutschen Filmen so vermisst.“ Nachdem das Paar jedoch allzu schnell zueinandergefunden habe, werde der Film uninteressant, die Handlung vorhersehbar und gleichzeitig sei es nicht nachvollziehbar, warum die zwei zum Paar werden. An der lauten „Ami-Musik“ störte sich epd Film ebenso wie daran, dass Schweiger sich selber im besten Licht präsentiere und Tschirner die längste Zeit hässlich aussehen lasse.[21] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung urteilte, manche Einzelszenen hätten Witz und Charme, und Vogels Auftritt sei zum Brüllen. Einige Gags in der konstruierten und schwach motivierten Handlung seien überflüssig.[22] Ein „halblustiger“ Film „mit durchaus witzigen Szenen – aber auch mit einigen Längen und schweißtreibendem Kitsch“ war Keinohrhasen für die Neue Zürcher Zeitung.[23]
Der österreichische Standard nannte ihn ein „seichtes Filmchen“, dem einiges fehle.[24]Der Spiegel bedauerte, dass die Komödie zwar gelungene Pointen enthalte, doch selbst die zerdehne Schweiger, bis nichts mehr zu lachen bleibe. Unglaubwürdig sei es, dass gemäß Drehbuch an Tschirner kein Mann Interesse haben soll und dass sich Ludo und Anna aus der Schulzeit kennen sollen, war doch Tschirner 26 und Schweiger 44 Jahre alt. Die schüchterne Anna entspreche einem „muffigen Rollenmuster“. Der Darsteller-Regisseur sei offenbar besonders stolz auf sein Gesäß, das er nackt vorzeigt. Die Zeitschrift ulkte, Klitschko werde im Film „recht überzeugend dargestellt von Klitschko persönlich.“[13]
Nachdem die Deutsche Filmakademie seinen Film nicht für den Deutschen Filmpreis nominiert hatte, da die eingereichten DVDs mit Wasserzeichen nicht für die Nominierung akzeptiert wurden, erklärte Schweiger seinen Austritt aus der Akademie.[25][26] Als der Film mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet wurde, spielte Vorjahressieger Jürgen Vogel auf dieses Verhalten Schweigers an und meinte, der Preis werde Schweiger wohl nun besänftigen.[27]
Die Fortsetzung zu Keinohrhasen ist der im Dezember 2009 angelaufene Film Zweiohrküken. [29] Im Vorfeld der Veröffentlichung von Schweigers Film Kokowääh (2011) ließ Warner Bros. Pictures Germany verlauten, dass der Kinostarttermin für einen dritten Teil der Serie auf den 22. Dezember 2011 fiele.[30]
Newmarket Entertainment plant für 2012 ferner ein US-amerikanisches Remake unter dem Namen Rabbit Without Ears.[31][32]
Eher positiv
Gemischt
Negativ
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