Ein Passwort (englisch password), auch Passphrase, Kennwort, Schlüsselwort, Codewort (auch Kodewort), Losung, Losungswort oder Parole (von italienisch la parola ‚das Wort‘) genannt, dient zur Authentifizierung und eindeutigen Identifizierung. Hierzu wird eine Information benutzt, die als Ausweis dient und möglichst unverwechselbar die eigene Identität bestätigt. Die Authentizität des sich so Ausweisenden bleibt nur höchstens so lange gewahrt, wie das Passwort geheim bleibt, das heißt, es nicht Dritten bekannt wird. Der Zusammenhang zwischen Passwort und dessen Nutzer muss gesondert hergestellt und überprüft werden (zum Beispiel durch die Bank auf dem besonders vor Manipulation geschützten Postweg).
Eine Persönliche Identifikationsnummer (PIN) ist ein Passwort, das ausschließlich aus Ziffern besteht.
Eine Parole war im Militär ursprünglich ein als Erkennungszeichen dienendes Wort, um bei Dunkelheit oder bei unbekannten Kombattanten Freund und Feind zu unterscheiden. Noch heute wird von nachtpatrouillierenden Soldaten bei der Wache oder auf Manövern die Frage nach der Parole gestellt. Im Mittelalter wurde manche Burgbelagerung durch den Verrat des Losungswortes entschieden.[1]
Häufiger Einsatz von Passwörtern findet in der Computerwelt in Verbindung mit einem Benutzernamen statt, z. B. bei Wikipedia. Hier ist das Passwort eine beliebige, vom Nutzer selbstgewählte alphanumerische Zeichenfolge.
Passwörter werden außerdem im Bereich der Kindersicherung verwendet, um Kindern den Zugriff auf Fernseher, Receiver oder ungeeignete Programminhalte zu verwehren.
Das einfachste Verfahren besteht darin, innerhalb einer klar definierten Gruppe von Eingeweihten ein gemeinsam bekanntes Passwort zu vereinbaren. In der IT-Technik spricht man von einem „Shared Secret“. Das Wesentliche bei diesem Verfahren ist es, dass beide Kommunikationspartner (nämlich erstens derjenige, der Einlass in eine Sache oder zu einem Service erfragt, und zweitens derjenige, der Einlass gewährt oder verweigert) das gleiche „richtige“ Passwort kennen. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist es, dass bei einem Passwort-Verrat, alle Beteiligten gleichermaßen verdächtigt werden müssen, nicht vertraulich mit den Passwort umgegangen zu sein.
Um eine höhere Sicherheit zu erreichen, wird in der IT-Technik heute zu einem Passwort ein kryptologisches Hash gebildet, und nur dieses wird auf der prüfenden Seite gespeichert. Das Klartextpasswort ist idealerweise allein im Kopf einer einzigen Person gespeichert. Wird nun das Passwort verwendet, um einen Einlass in das System zu bekommen, wird zu dem eingegebenen Passwort wieder das Hash berechnet. Der Zugriff kann gewährt werden, wenn dieses Hash mit dem abgespeicherten Hash übereinstimmt. Das kryptologische Hash wird nach einem definiertem Verfahren so gebildet, dass aus der Kenntnis des Hashes, das Passwort nicht zurückberechnet werden kann. Trotzdem bieten sich hier Möglichkeiten eines Angriffes. Wurde das Hash z.B. durch einen Hackerangriff erbeutet, so lässt sich durch systematisches Probieren (die sogenannte Brute-Force-Methode) eventuell das richtige Passwort finden.
Einmalkennwörter können nur einmal zur Authentifizierung benutzt werden und sind danach ungültig. So entsteht kein Schaden, wenn das Passwort während der Authentifizierung ausgespäht wird. Traditionell werden mehrere Einmalkennwörter auf Vorrat festgelegt und in Form einer Liste vermerkt, die sicher verwahrt werden muss. Solche Einmalkennwörter werden zum Beispiel als Transaktionsnummern (TAN) beim Online-Banking verwendet. Sie können aber auch erst kurz vor ihrer Benutzung unter Einbeziehung der Uhrzeit und einer PIN erzeugt werden und nur zur Benutzung binnen weniger Minuten geeignet sein.
Moderne Verschlüsselungsverfahren sind technisch so weit fortgeschritten, dass sie in der Praxis außer durch das Austesten aller möglichen Schlüssel – der sogenannten Brute-Force-Methode – meist nur durch einen Wörterbuchangriff geknackt werden können. Die Schwachstelle ist bei beiden Angriffen das vom Benutzer gewählte Passwort. Damit ein Passwort nicht unsicherer ist als die eigentliche Verschlüsselung (112 bis 128-Bit-Schlüssel bei gängigen Verfahren), ist für dieses theoretisch eine Folge von etwa 20 zufälligen Zeichen erforderlich. Falls das Passwort nicht aus zufälligen Zeichen besteht, sind sogar deutlich längere Zeichenfolgen nötig, um die gleiche Sicherheit zu erreichen.
Da die Länge der Passwörter, die zur Verschlüsselung verwendet werden können, softwareseitig oft begrenzt ist (zum Beispiel bringen Passwörter mit mehr als 32 Zeichen bei AES keinerlei Sicherheitsgewinn), sollte man immer Zeichenkombinationen wählen, die aus seltenen Wörtern und Wortstellungen, Phantasiewörtern oder fremdsprachigen Wörtern, Anfangsbuchstaben eines Satzes, Zahlen und/oder Sonderzeichen oder noch besser Kombinationen davon bestehen. Deren Bestandteile sollten für einen gut über die Person und ihre Interessen informierten Angreifer nicht vorhersehbar sein. Eine Alternative ist es, einen Passwortgenerator zu benutzen und sich das Passwort entweder gut einzuprägen oder an einem geheimen Ort zu notieren.
Ein relativ sicheres Passwort könnte sein: 0aJ/4%(hGs$df"Y! (16 Zeichen). Die Problematik solcher Zufallszeichenfolgen ist jedoch, dass sie schwer zu merken sind und deshalb irgendwo notiert werden. Eine leichter zu merkende Alternative ist ein einstudierter, zeichenweise veränderter Satz wie „dIE bANANNE*3 durch 1/4 nIKOTIN.“ (32 Zeichen), wichtig ist hier das Einstreuen von genügend Zufallszeichen. Gut geeignet ist die Verwendung der Anfangsbuchstaben eines Satzes (z. B. Ie90%dÄf7€! gebildet aus den fett hervorgehobenen Zeichen von „Ich esse 90 % der Äpfel für 7 € !“). Einige Passwortgeneratoren bieten die Option zur Bildung phonetischer Buchstabenkombinationen in Form von zufällig kombinierten Wortsilben. Eine weitere Alternative zur Erzeugung von Passphrasen mit bekannter Entropie ist die Diceware-Methode.
Die Verwendung von Sonderzeichen kann zwar einen Sicherheitsgewinn bringen, da ein Passwort dadurch komplexer wird, dennoch sollte man bedenken, dass auf nicht allen Tastaturen die gleichen Sonderzeichen vorhanden sind (zum Beispiel: Sprach-spezifische Sonderzeichen, ältere Mobiltelefone).
Die Sicherheit eines Passwortes hängt vor allem davon ab, dass es geheim bleibt. Andere Faktoren zum Schutz des Passwortes sind z. B.:
Zudem sollte das System nach einer bestimmten Zahl von fehlerhaften Eingaben keine neuen Eingaben akzeptieren, bis eine bestimmte Zeit vergangen ist bzw. das System manuell wieder freigeschaltet wurde.
Die folgende Tabelle gibt die benötigte Rechenzeit eines Brute-Force-Angriffs auf verschiedene Passwörter wieder. In diesem Beispiel wird eine Rechenleistung von 1 Milliarde Schlüsseln angenommen, die der Angreifer pro Sekunde durchprobieren kann - dies entspricht ungefähr der Leistung eines modernen Standard-PCs mit leistungsfähiger Grafikkarte (z. B. Radeon HD 6770)[2]. Weiters wird für dieses Beispiel angenommen, dass das Passwort als md5-hash, ohne weitergehende Sicherungsmaßnahmen wie z. B. Salt, vorliegt. Es ist zu beachten dass die Werte dieser Tabelle nur ein Beispiel darstellen und sich in der Praxis auch sehr deutlich davon unterscheiden können:[3][4]
| Passwortlänge | |||||||
| Zeichenraum | 4 Zeichen | 5 Zeichen | 6 Zeichen | 7 Zeichen | 8 Zeichen | 9 Zeichen | 10 Zeichen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 26 [a-z] | <1 Sekunde | <1 Sekunde | <1 Sekunde | 8 Sekunden | 4 Minuten | 2 Stunden | 2 Tage |
| 52 [A-Z;a-z] | <1 Sekunde | <1 Sekunde | 20 Sekunden | 17 Minuten | 15 Stunden | 33 Tage | 5 Jahre |
| 62 [A-Z;a-z;0-9] | <1 Sekunde | <1 Sekunde | 58 Sekunden | 1 Stunde | 3 Tage | 159 Tage | 27 Jahre |
| 96 (+Sonderzeichen) | <1 Sekunde | 8 Sekunden | 13 Minuten | 21 Stunden | 84 Tage | 22 Jahre | 2.108 Jahre |
Hierzu zählt man die leichtesten Passwörter, also Wörter die einen Sinn ergeben oder deren Verwendung als Passwörter gut dokumentiert ist. Dies ist dann möglich, wenn durch Kompromittierung von Webseiten große Mengen von Passwörtern bekannt werden. Zu diesen Passwörtern zählen nicht nur statische Begriffe, sondern auch Bildungsmuster, die vorhersehbar sind. Einige Beispiele:[5][6][7]
Diese sogenannten Trivialpasswörter können in vergleichsweise übersichtlichen Listen zusammengefasst werden und sind leicht zu recherchieren. Passwortcracker erzeugen sie seit vielen Jahren auch teilweise automatisch, daher geht von ihnen keine Schutzwirkung mehr aus.
Generell sollte man Passwörter verwenden, die den oben vorgestellten Mustern nicht folgen. Hierbei können Programme helfen, die Passwörter erstellen (siehe unten).
Mit über Formeln erstellten Passwörtern bleiben Anwender von externen Anbietern unabhängig. Gleichzeitig ermöglicht dieses Prinzip beliebig hohe Sicherheit. Der Nutzer merkt sich eine für alle Passwörter geltende Formel, die in Zusammenhang mit einem variablen Faktor jeweils unterschiedliche Passwörter ergibt. Beispiele für solche variablen Faktoren sind zum Beispiel eine Internetadresse oder ein Firmenname. Von einer solchen Zeichenkette nimmt man bestimmte Zeichen und kombiniert sie mit nach einem festen Schema vorgegebenen Zahlen und Sonderzeichen. Der Nutzer merkt sich einzig den zur Erstellung des Passworts nötigen Chiffriercode und erhält damit individuelle und gleichzeitig sichere Passwörter.
Anstatt Passwörter manuell eingeben zu lassen, können Schlüssel auch in einer Schlüsseldatei abgelegt werden. Bei Anwendungen wie beispielsweise SSH können statt Passwörtern zur Authentifizierung auch öffentliche Schlüssel dienen, die durch ihre Länge den üblichen Passwörtern überlegen sind. Hierbei ist der private Schlüssel geheim zu halten. Aufgrund der Länge wird er auf einem Datenträger gespeichert. Für den Fall, dass Unbefugte diesen privaten Schlüssel auslesen, kann dieser zusätzlich mit einem Passwort geschützt werden.
Eine andere Alternative für eine Zugangskontrolle ist, statt die Kenntnis eines Passwortes vorauszusetzen, den Besitz eines einmaligen Objektes zu verlangen. Dieses Objekt, das man Security-Token nennt, kann beispielsweise eine Chipkarte sein oder ein besonderer USB-Stick. Um den Token vor Missbrauch zu schützen, wird er oft zusätzlich durch ein Passwort geschützt. Man spricht dann von einer „Zweiwege-Authentifizierung“, da zur Authentifizierung sowohl der „Besitz eines Objektes“ erforderlich ist als auch die „Kenntnis eines Geheimnisses“.
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