Dienstag, 29. Mai 2012

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Killerapplikation

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Eine Killerapplikation (auch englisch: killer application) ist eine konkrete Anwendung, die einer schon existierenden Technik zum Durchbruch verhilft, die zuvor auf wenig Interesse gestoßen ist, weil man keine Verwendung für sie gesehen hat.

Die Namensgebung leitet sich daher ab, dass ähnliche und oft ältere Konkurrenz-Technologien schnell verdrängt, also getötet (englisch: to kill) werden.

Im Bereich der Informationsverarbeitung

Im Bereich der EDV ist es dasjenige Anwendungsprogramm, das beim breiten Publikum genügend Interesse weckt, um eine zugrundeliegende Technik zu kaufen. Ohne diese Technik kann man das Anwendungsprogramm nicht nutzen. Deshalb spricht man auch von „software sells hardware“.

Schlagwort im Marketing

Der Begriff der Killerapplikation wird im Marketing auch als Schlagwort (engl.: „Buzzword“) gebraucht, um Eigenschaften eines Produktes zu definieren, mit dem man sich gegen konkurrierende Produkte durchsetzen kann. So wird ganz bewusst nach Applikationen gesucht, die einer unterliegenden vielseitig erweiterbaren Technik zum Durchbruch gegen bekannte Alternativen verhelfen können. Historisch gesehen waren viele Killerapplikation zufällig: Die Vorläufer der Software gab es schon in einem anderen Kontext, und erst verknüpft mit neu vermarkteter Hardware fanden sie eine unerwartet rasante Verbreitung.

In der Geschichtswissenschaft

Der britische Historiker Niall Ferguson sieht die Vorherrschaft der westlichen Welt in der Anwendung von sechs Killerapplikationen (killer apps) begründet. Bei diesen handelt es sich weniger um technologische Entwicklungen als um rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen, die im Westen zu entscheidenden Zeitpunkten wirksam wurden. Die sechs Killerapplikationen sind laut Ferguson Wettbewerb, Wissenschaft, Demokratie, Medizin, Konsum und Protestantische Arbeitsethik. [1]

Beispiele

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Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Niall Ferguson: Der Westen und der Rest der Welt. Die Geschichte vom Wettstreit der Kulturen. Propyläen Verlag, Berlin 2011, ISBN 3549074115
  2. Vor 30 Jahren: Mit Visicalc bricht eine neue Ära an (Meldung auf Heise online)
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