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Die Klagemauer (hebräisch הכותל המערבי ha'kotel ha'ma'arawi, wörtlich „die westliche Mauer“, umgangssprachlich nur Kotel (כותל) Mauer genannt) in der Altstadt von Jerusalem ist eine religiöse Stätte des Judentums. Die mächtigen Steinblöcke, aus denen die Mauer erbaut ist, bestehen aus dem Jerusalemer Meleke-Kalkstein, der einst am nördlichen Stadtrand gewonnen wurde.
Die Klagemauer stellt die frühere Westmauer des Plateaus des zweiten Jerusalemer Tempels dar, der sich an dieser Stelle befand. Die Mauer ist nicht – wie häufig angenommen – eine Mauer des Tempels selbst (siehe auch Tempelberg). Der unter Salomo gebaute erste Tempel war bereits 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört worden. Nach der Besetzung Jerusalems durch die Perser konnte an derselben Stelle um 515 v. Chr. ein schlichterer (der zweite) Tempel neu gebaut werden. Nach allgemeiner Auffassung wurde dieser von König Herodes dem Großen ab 20 v. Chr. prachtvoll ausgebaut. Jüngste archäologische Ausgrabungen haben jedoch unter dem südlichen Teil der Mauer Münzen zu Tage gefördert, die aus der Zeit lange nach Herodes’ Tod stammen. Die Klagemauer wurde erst unter Herodes Agrippa II., dem Urenkel Herodes’ vollendet, was sich mit der Darstellung bei Flavius Josephus deckt.[1] Der Tempel wurde von den Römern im Jahre 70 n. Chr. während des Jüdischen Krieges zerstört.
Am Ort des eigentlichen Tempels auf dem Tempelberg erheben sich heute die Al-Aqsa-Moschee und der Felsendom, die Jerusalem zur drittheiligsten Stadt des Islam machen.
Vom Palästinakrieg 1948 bis zur israelischen Eroberung Jerusalems im Jahre 1967 im Zuge des Sechstagekrieges gehörte das Gebiet der Altstadt nicht zu Israel.[2] Nach dem Krieg wurden der Teil der Klagemauer, der heute sichtbar ist (57 Meter), und ein großer Platz davor freigelegt. Dazu wurde das marokkanische Viertel der Jerusalemer Altstadt abgetragen.
Dieser Platz vor der Klagemauer ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Der Zugang ist kostenlos. Um auf diesen Platz zu gelangen, muss der Besucher Sicherheitskontrollen passieren, bei denen Personen und Gegenstände mit Hilfe von Metalldetektoren und Röntgenstrahlen untersucht werden. Männer müssen beim Betreten dieses Gebietes eine Kopfbedeckung, jedoch nicht zwingend eine Kippa tragen. Für verheiratete Frauen besteht ebenfalls die Pflicht, eine Kopfbedeckung tragen.
Die Klagemauer ist heute einer der meistbesuchten Orte in Israel. Der Platz dient als Veranstaltungsort für religiöse oder militärische Zeremonien.
Die Klagemauer wird von Juden westliche Mauer, oder einfach nur Kotel, genannt, da sie die Westmauer der Tempelanlage war und nicht primär ein Ort der Klage ist. Sie ist 48 Meter lang und 18 Meter hoch. Täglich besuchen viele Menschen die Klagemauer, um zu beten. Viele stecken auch aufgeschriebene Gebete in die Ritzen und Spalten der Mauer. Sie stellt für viele Juden ein Symbol für den ewigen, bestehenden Bund Gottes mit seinem Volk dar.
Grundsätzlich ist der Zugang auch für Nichtjuden problemlos möglich. Fotografieren innerhalb des abgesteckten Bereiches unmittelbar vor der Mauer ist im Allgemeinen erlaubt (ausgenommen an hohen jüdischen Feiertagen und an Sabbat), dabei sind jedoch die örtlichen Hinweise zu beachten (vgl. Mechiza).
31.77666666666735.23425
Koordinaten: 31° 46′ 36″ N, 35° 14′ 3″ O
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