Die koreanische Literatur war zuerst nur auf Chinesisch geschrieben. Nur allmählich nach der Einführung des koreanischen Schriftsystems Hangeul wurde auf Koreanisch geschrieben. Die koreanische Literatur lässt sich nach der Entstehungszeit in zwei Gruppen einteilen: Alles, was vor dem 20. Jahrhundert geschrieben und entstanden waren, nennt man in Nord- und Südkorea „Klassische Literatur“ (kor. 고전 문학, Gojeon munhak, [koʝənmunhak]), und die nach dem 20. Jahrhundert einfach „Moderne Literatur“ (현대 문학, Hyeondae munhak, [hjəndɛmunhak]). Die Klassische Literatur umfasst zu einem großen Teil Werke, die auf Altchinesisch geschrieben waren, aber auch solche, die in Idu und in der Schreibweise des Hunminjeongeums geschrieben waren. Die Moderne Literatur wird nach westlichen literarischen Genres geschrieben.
Ab der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert kamen Einflüsse aus Europa und Amerika. Heutzutage ist die koreanische Literatur eine eigenständige Literatur, die jedoch von Weltströmungen beeinflusst wird.
Wie alle Kunstgattungen in Nordkorea unterliegt auch die Belletristik der strengen Zensur der nordkoreanischen Behörden. Wichtigste Themen sind die Problematik der Spaltung Koreas in Nord- und Südkorea und die „Heldentaten“ von Kim Il-Sung und seinen Genossen.
Die wichtigsten Autoren Südkoreas sind Hwang Sun-won, Hwang Sok-yong und Pak Chong-hwa (Realismus, Kriegsthematik); Kim Su-yong (Vertreter des Modernismus). Cho Sehui (1942 geboren) und Yi Munyŏl gehörten zur Munji-Bewegung. Choe Sung-ho (1954) hat die Deshumanisierung von Seoul beschildert.
Südkorea ist seit Jahren neben der Volksrepublik China der wichtigste Abnehmer deutscher Übersetzungslizenzen, zumal Bücher für Kinder und Jugendliche, Klassiker und Philosophen werden auf der jährlichen Buchmesse in Seoul gehandelt. Immer noch reisen nur wenige Deutsche privat nach Südkorea. Kein deutschsprachiger Verlag hat ein deutsch-koreanisches Wörterbuch im Angebot (im Gegensatz zu südkoreanischen Verlägen) und auch ein aktueller deutschsprachiger Reiseführer fehlt.
Die südkoreanischen Schriftsteller Ko Un und Yi Mun-yol gelten seit Jahren als Anwärter auf den Nobelpreis. Auch jüngere südkoreanische Autoren werden in anderen europäischen Ländern viel gelesen, beispielsweise in Frankreich. Ins Deutsche fehlen oft gelungene Übersetzungen. Südkorea hatte als Gegenmaßnahme einen aufwändig gestalteten Auftritt als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2005 mit staatlich gesponserten Übersetzungen, Konzerten und mehr. In Südkorea füllen sich bei Literaturlesungen teilweise sogar Stadien.
Weltweit liegt Südkorea bei den Buch-Neuerscheinungen auf Platz sieben. 2004 waren es etwa 50.000.
Bücher zur koreanischen Literatur:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Koreanische_Literatur aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |