Die Korteweg-de-Vries-Gleichung (KdV) ist eine nichtlineare partielle Differentialgleichung dritter Ordnung. Sie wurde 1895 von Diederik Korteweg und Gustav de Vries zur Analyse von Flachwasserwellen in engen Kanälen vorgeschlagen, wurde zuvor aber schon von Boussinesq 1877 untersucht. Sie beschreibt Solitonen die in Wasserkanälen erstmals 1834 von John Scott Russell beobachtet wurden. 1965 konnten Norman Zabusky und Martin Kruskal das quasi-periodische Verhalten im Fermi-Pasta-Ulam-Experiment erklären indem sie zeigten, dass die KdV-Gleichung den kontinuierlichen Grenzfall darstellt.
Die KdV-Gleichung ist als partielle Differentialgleichung in einer Dimension x und der Zeit t formuliert. Sie ist eine Gleichung dritter Ordnung. Ursprünglich wurde sie von Korteweg und de Vries in der Form
mit
explizit für Wellen in Kanälen formuliert, wobei l die Tiefe angibt, g die Schwerebeschleunigung, T die Oberflächenspannung und ρ die Dichte der Flüssigkeit. In der heutigen Fachliteratur findet man die Gleichung jedoch meist in der abstrahierten Form
die durch mehrere Transformationsschritte aus der ursprünglichen Gleichung herleitbar ist. Eine der wichtigen Eigenschaften ist die Existenz von Solitonenlösungen. Die einfachste davon ist
wobei
beliebige Konstanten sind, die ein einzelnes nach rechts laufendes Soliton mit Geschwindigkeit
beschreibt.
Die KdV-Gleichung ist ein Beispiel eines vollständig integrablen Systems. Man kann also die KdV-Gleichung mit der von Clifford Gardner, John Greene , Martin Kruskal und Robert Miura entwickelten inversen Streutransformation lösen: Hierzu ordnet man einer Lösung
einen eindimensionalen Schrödingeroperator
zu. Dieser bildet zusammen mit dem Operator
das Lax-Paar der KdV-Gleichung. Das heißt, dass
genau dann die KdV-Gleichung löst, wenn
gilt. Ebenfalls kann man dem Schrödinger-Operator
die Streudaten (Reflexionskoeffizient und Eigenwerte plus Normierungskonstanten) zuordnen. Die Eigenwerte sind aufgrund der Lax-Gleichung zeitunabhängig. Reflexionskoeffizient und Normierungskonstanten erfüllen lineare Differentialgleichungen, welche explizit gelöst werden können. Danach wird dann per inverser Streutheorie die Lösung
rekonstruiert.
Dies hat einige interessante Folgen. Einerseits erhält man, dass Lösungen der KdV-Gleichung für alle Zeiten existieren, andererseits erhält man, dass die Solitonen genau den Eigenwerten entsprechen. Mehr noch, man kann sogar zeigen, dass beliebige, genügend stark abfallende Anfangsbedingungen asymptotisch für große Zeiten t durch eine endliche Anzahl nach rechts laufender Solitionen und einem nach links laufenden dispersiven Anteil gegeben sind.
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