| Kraftwerk Irsching | |||
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| Kraftwerk Irsching, Block 1 (Vordergrund) bis 3 | |||
| Lage | |||
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| Koordinaten | 48° 46′ 3″ N, 11° 34′ 48″ O48.767511.58 Koordinaten: 48° 46′ 3″ N, 11° 34′ 48″ O |
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| Land | Deutschland | ||
| Daten | |||
| Primärenergie | Erdgas bzw. Öl | ||
| Typ | Gas-und-Dampf-Kraftwerk | ||
| Eigentümer | E.ON Kraftwerke GmbH | ||
| Betreiber | E.ON Kraftwerke GmbH | ||
| Projektbeginn | 1969[1] | ||
| Website | www.kraftwerk-irsching.com | ||
Das Kraftwerk Irsching liegt nahe der Stadt Vohburg und besitzt insgesamt fünf Kraftwerksblöcke. Basis der Blöcke 1 bis 3 ist heute die Verfeuerung von Erdgas oder leichtem Heizöl in einem Feuerungskessel, wobei von diesen drei Blöcken derzeit nur der dritte Block mit 415 Megawatt in Betrieb ist. Basis der neuen Blöcke 4 und 5 ist die Verfeuerung von Erdgas in einer Gasturbine.
Im Jahr 2008 wurde nur Block 3 mit einer elektrischen Leistung von 415 MW betrieben.[2] Block 1 mit einer ehemaligen Kapazität von 150 MW ist stillgelegt. Block 2 mit einer Kapazität von 300 MW, wird als Kaltreserve vorgehalten.
Bis 2008 wurde am Standort eine Versuchsgasturbine der neuesten Generation von Siemens Energy[3] errichtet. Die Gasturbine des Typ SGT5-8000H wurde als Block 4[4] gebaut und nach Abschluss der Testreihen um eine Dampfturbine zu einem vollwertigen Einwellen-Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerksblock ergänzt. Der Wirkungsgrad liegt bei 60,4 %, allerdings wurden bei einem Testlauf im Mai 2011 sogar 60,75 % erreicht, womit Block 4 derzeit der effizienteste Block eines GuD-Gaskraftwerkes weltweit ist.[5] Die Inbetriebnahme des als Kraftwerk Ulrich Hartmann bezeichneten Blockes erfolgte am 15. September 2011.[6] Ein weiteres GuD-(Gas- und Dampfturbinen)-Kraftwerk mit zwei Gasturbinen und einer Dampfturbine mit einem Wirkungsgrad von 59,7 % wurde als Block 5 gebaut und ging 2010 in Betrieb.
Die Kamine der alten Blöcke sind 200 Meter hoch.
Das Kraftwerk Irsching wurde in den sechziger und siebziger Jahren auf einem Gelände zwischen Vohburg und Irsching errichtet. Im Jahr 1969 ging der 1. Block mit einer Leistung von 151 Megawatt in Betrieb. In den Folgejahren wurden die Blöcke 2 und 3 mit Leistungen von 312 und 415 Megawatt in Betrieb genommen. Ursprünglich waren die drei Blöcke auf die Verfeuerung von schwerem Heizöl aus der nahegelegenem Bayernoil-Raffinerie (damals noch BP) ausgelegt. Im Laufe der Zeit erfolgte der Umbau auf die schadstoffärmere Verbrennung von leichtem Heizöl bzw. Erdgas. Das Kraftwerk erzeugte bis zur Inbetriebnahme von Isar 1 die Grundlast der Isar-Amperwerke. Mittlerweile ist Block 1 vollständig stillgelegt, Block zwei befindet sich in Kaltreserve. Block 3 wird gelegentlich zur Spitzenlasterzeugung eingesetzt. Mit den neuen Blöcken 4 und 5 entstanden bzw. entstehen moderne Anlagen mit guten Wirkungsgraden um 60 %. Unter anderem ist in der Anlage die derzeit leistungsstärkste Gasturbine der Welt Siemens SGT5-8000H in Betrieb. Am 31. Dezember 1987 ereignete sich ein größerer technischer Defekt, als sich eine der beiden Niederdruckturbinen während eines Kaltstarts zerstörte. Ein 1300 kg schweres Teil des Turbinenläufers flog 1,3 km durch die Luft. Verletzt wurde dabei niemand. Ein Teil der damals zerstörten Welle ist heute im Kraftwerk ausgestellt.
Der fünfte Block wurde von der GKI – der Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH – innerhalb von 2 Jahren errichtet und wird von der E.ON Kraftwerke GmbH betrieben. Der Block besteht aus zwei Gasturbinen und einer Dampfturbine.[7] Der Wirkungsgrad der Anlage beträgt 59,7 %, die elektrische Leistung 860 MW. Das Kraftwerk ist seit Frühjahr 2010 in Betrieb.
Neben der E.ON Kraftwerke gehört die GKI der N-ERGIE, der Mainova und der HSE.[8]
Moderne GuD-Kraftwerke wie die Blöcke 4 und 5 gehören zu den effizientesten fossilen Kraftwerken. Aufgrund des hohen Wirkungsgrades und der damit einhergehenden guten Brennstoffausnutzung sowie des Einsatzes von Erdgas als Brennstoff liegen die Kohlendioxidemissionen verglichen mit Kohlekraftwerken auf relativ niedrigem Niveau. Diese betragen z. B. bei Block 4, der mit 60,75 % Wirkungsgrad derzeit den Weltrekord für Gaskraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung hält, nur knapp über 330 g CO2 pro kWh.[9] Damit liegen die Emissionen nur etwa bei einem Drittel eines Braunkohlekraftwerkes, allerdings auch deutlich höher als bei Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien wie Windenergie oder Photovoltaik.
| Block | Brenn- stoff | Brutto- leistung | Netto- leistung | Fernwärme- leistung | Netto- wirkungsgrad | Bau- beginn | Inbetrieb- nahme | Abschal- tung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Schweröl | 151 MW | 1969 | 2006 | ||||
| 2 | Erdgas, leichtes Heizöl | 312 MW | 1972 | 1995 | ||||
| 3 | Erdgas, leichtes Heizöl | 415 MW | 39 % | 1974 | ||||
| 4 | Erdgas | 569 MW | 561 MW | 60,4 % | 2006 | 2011 | ||
| 5 | Erdgas | 860 MW | 59,7 % | 2008 | 2010 |
Angaben aus Quellen [10][11][12][13][14][15][5]
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