| Kraftwerk Staudinger | |||
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| Luftbild des Kraftwerks Staudinger Großkrotzenburg | |||
| Lage | |||
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| Koordinaten | 50° 5′ 17″ N, 8° 57′ 8″ O50.0880555555568.9522222222222 Koordinaten: 50° 5′ 17″ N, 8° 57′ 8″ O |
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| Land | Deutschland | ||
| Daten | |||
| Primärenergie | Steinkohle | ||
| Leistung | 2.000 MW | ||
| Eigentümer | Block I bis VE.ON Kraftwerke GmbH (100 %), Block VI E.ON Kraftwerke GmbH (87,4 %) und Stadtwerke Hannover (12,6 %) | ||
| Betreiber | E.ON Kraftwerke GmbH | ||
| Projektbeginn | 1960er | ||
| Betriebsaufnahme | 1965 | ||
Das Kraftwerk Staudinger Großkrotzenburg ist ein vorwiegend mit Steinkohle befeuertes Dampfkraftwerk bei Großkrotzenburg im Bundesland Hessen, in der Nähe von Hanau, direkt am Main gelegen. Seit der Stilllegung des Kernkraftwerkes Biblis im März 2011 ist es das größte Kraftwerk Hessens.
Benannt ist das Kraftwerk nach dem ersten Aufsichtsratsvorsitzenden der PreussenElektra, Hans Staudinger. Die elektrische Leistung beträgt ca. 2000 Megawatt, verteilt auf fünf Blöcke, von denen seit April 2001 allerdings lediglich vier im Einsatz sind. Betrieben wird es von der E.ON Kraftwerke GmbH. Mit etwa 430 Beschäftigten ist es der größte Arbeitgeber in Großkrotzenburg.
Das Kraftwerk besitzt zur Anlieferung der Kohle einen elektrifizierten Gleisanschluss an die Main-Spessart-Bahn (Ganzzüge), der Hauptanteil wird aber per Schiff über den Main angeliefert.
Die baugleichen und je 249 MW starken Blöcke 1 und 2 wurden 1965, der 293 MW Nettonennleistung liefernde Block 3 1970, jeweils als Mittellastkraftwerke, in Betrieb genommen.
Staudinger 1 und 3 dienen bis heute (März 2012) der Erzeugung von Mittellaststrom, Block 1 außerdem der Auskopplung von Fernwärme. Block 2 wurde im April 2001 in die Kaltreserve überführt.
Im Jahre 2006 kündigte E.ON an, Staudinger 1 und 3 sowie den de facto seit 2001 nicht mehr betriebenen Block 2 zum 31. Dezember 2012 endgültig stillzulegen - zu diesem Zeitpunkt ging das Unternehmen von einer Betriebsaufnahme von Staudinger 6 während des Jahres 2012 aus. Tatsächlich ist damit nicht vor 2016 zu rechnen. Diese Verzögerung bewog den Konzern im Herbst 2010 dazu, die Verzichtserklärung zumindest für Block 1 zu widerrufen; diesem Ansinnen E.ONs gab das Regierungspräsidium Darmstadt im Mai 2011 statt, so dass Staudinger 1 über den 31. Dezember 2012 hinaus betrieben werden darf, während Staudinger 2 und 3 zum 31. Dezember 2012 stillgelegt werden sollen.[1]. Am 31. August 2011 empfahl allerdings die Bundesnetzagentur, aufgrund der im Zuge der Abschaltung älterer Atomkraftwerke zu erwartenden Stromengpässe im Winter 2012/2013 einen Weiterbetrieb von Staudinger 3 bis mindestens 31. März 2013 zu prüfen.[2]
Block 1 und 2 verfügen über jeweils zwei Ventilatorkühltürme, Block 3 über einen einzelnen, größeren Ventilatorkühlturm. Die Schornsteine von Block 1, 2 und 3 sind jeweils 195 Meter hoch.
Staudinger 4 wird mit Erdgas befeuert und dient der Erzeugung von Spitzenlaststrom. In Betrieb genommen wurde der 622 Megawatt Nettonennleistung liefernde und somit stärkste Block des Standortes 1977. Der Kühlturm von Block 4 ist 128 Meter, sein Schornstein 250 Meter hoch und damit der höchste Schornstein in Hessen.
Der 510 Megawatt starke Block 5 wurde 1992 in Betrieb genommen. Er dient der Erzeugung von Grundlaststrom, zudem wird Fernwärme ausgekoppelt. Eine Besonderheit des Blocks 5 ist, dass er keinen Schornstein hat, sondern die gereinigten Rauchgase über den 141 Meter hohen Kühlturm emittiert werden. Er wird durch Steinkohle und die Mitverbrennung kommunaler und kommunalähnlicher Klärschlämme (drei Prozent) befeuert. Jährlich werden 60.000 Tonnen, das entspricht 10 % aller in Hessen anfallenden Klärschlämme, verbrannt. In Block 5 werden stündlich maximal 19 Tonnen Petrolkoks durch Verbrennung entsorgt.
Im Zuge der Modernisierung seiner Kraftwerksanlagen hat der Energiekonzern E.ON im Dezember 2006 beschlossen, Staudinger um einen Kraftwerksblock zu erweitern. Ursprünglich waren die Stadtwerke Hannover mit einem Anteil von 12,6 % beteiligt, zogen sich jedoch Ende 2010 von dieser Beteiligung zurück.[3]
Technische Daten zu Block 6:
Die Antragsstellung war von E.ON gegen Ende 2007 vorgesehen.
Gegen die Ausbaupläne der E.ON haben sich zahlreiche Gemeinden, Städte und Bürgerinitiativen in der Region ausgesprochen, da die zusätzliche Belastung für die Rhein-Main-Region nicht hinnehmbar sei. Der Immissionsradius von zehn Kilometern ergibt sich aus der geringen Kühlturmhöhe. Dieser Radius, der von Maintal bis Alzenau und von Erlensee bis Rodgau-Dudenhofen reicht, begrenzt das Gebiet, in dem die meisten Schadstoffe immittieren werden. Durch die hessische Landesregierung wurde ein Raumordnungsverfahren eingeleitet, um die Bedenken in der Region in die Überlegungen zum Standort einzubeziehen. Im Anschluss kann dann E.ON einen Antrag nach Bundimmissionsschutzgesetz (BImSchG) stellen (Stand: Mai 2008).
Um den bestehenden Bedenken in der Bevölkerung entgegenzuwirken und über das Bauprojekt zu informieren gibt die E.ON Kraftwerke GmbH seit Anfang 2007 die kostenlose Zeitung neben.an heraus. Hier wird weiterhin das Kraftwerk Staudinger in seiner jetzigen Form vorgestellt und beispielsweise Bericht über Tage der offenen Tür erstattet oder die Technik der Fernwärme allgemeinverständlich erläutert. Es sollen vor allem die Fragen der Anwohner des Kraftwerkes beantwortet werden.[4][5]
Am 29. Dezember 2010 erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt die Teilgenehmigung für Block 6. [6]
Zudem haben im Januar 2008 die vorbereitenden Baumaßnahmen für zwei geschlossene Kohlerundlager begonnen, die bei einer Höhe von 58 Metern und einem Durchmesser von 125 Metern ein Fassungsvermögen von je etwa 220.000 Tonnen Steinkohle erreichen.[7] Nach Angaben von E.ON gibt es noch kein vergleichbares Bauwerk in Deutschland.
Im November 2007 hatte das Regierungspräsidium Darmstadt die Baugenehmigung erteilt. Im April 2008 wurde mit dem Bau des ersten Kohlelagers begonnen, er ist mittlerweile abgeschlossen (Stand 2010). Den Bau des zweiten Lagers macht der Konzern allerdings vom Verlauf des Raumordnungsverfahrens für Block 6 abhängig.
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