Der Kreis Hoyerswerda, sorbisch Wokrjes Wojerecy, war ein Landkreis im Bezirk Cottbus der DDR. Von 1990 bis 1995 bestand er als Landkreis Hoyerswerda im Land Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute größtenteils im Landkreis Bautzen in Sachsen.
Bereits seit 1825 bestand in der preußischen Provinz Schlesien ein Landkreis Hoyerswerda. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel dieser Landkreis in die Sowjetische Besatzungszone und wurde in das Land Sachsen eingegliedert. Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Der westliche Teil des Landkreises Hoyerswerda kam zum neuen Kreis Senftenberg. Aus dem verbleibenden Teil des Landkreises wurde der Kreis Hoyerswerda gebildet, der dem neugebildeten Bezirk Cottbus zugeordnet wurde.[2] Der Kreissitz war in der Stadt Hoyerswerda. Der Kreis zählte zum sorbischen Siedlungsgebiet.
Insbesondere durch die Expansion der Braunkohlenwirtschaft kam es seit Mitte der 1950er-Jahre zu einem im Vergleich zu den anderen Kreisen der DDR ungewöhnlich starken Bevölkerungswachstum. Im Jahr 1965 erhielt die Gemeinde Lauta das Stadtrecht, Bernsdorf wurde es drei Jahre später verliehen.
Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Hoyerswerda umbenannt.[3] Im Zuge der Wiedervereinigung wurde der Landkreis Hoyerswerda durch einen Bürgerentscheid 1990 nicht wie der größte Teil des Bezirks Cottbus in das Land Brandenburg, sondern in den Freistaat Sachsen überführt. Im Zuge der ersten sächsischen Kreisreform wurde der Landkreis Hoyerswerda am 1. Januar 1996 mit dem schon immer sächsischen Landkreis Kamenz zusammengeschlossen, wobei die Stadt Hoyerswerda eine kreisfreie Stadt wurde und die Gemeinde Uhyst in den Niederschlesischen Oberlausitzkreis wechselte.[2] Durch die zweite sächsische Kreisreform gingen der Landkreis Kamenz und die Stadt Hoyerswerda am 1. August 2008 im Landkreis Bautzen auf.[4]
Der Kreis Hoyerswerda lag in der Oberlausitz etwa auf halbem Wege zwischen Cottbus und Dresden und wurde von der Spree und der Schwarzen Elster durchflossen. 1990 umfasste der Kreis 4 Städte und 39 Gemeinden.
Durch Eingemeindungen und Zusammenschlüsse sank die Zahl der Gemeinden nach 1990 bis zur Auflösung des Kreises 1996 auf 17, darunter vier Städte und die zwei neu gebildeten Gemeinden Elsterheide (Halštrowska hola) und Knappensee (Hórnikečanski Jězor).
Durch die im Kreisgebiet aufgeschlossenen Tagebaue wurden zahlreiche Orte wie zum Beispiel Scado (niedersorbisch Škodow) abgebaggert.
| Kreis Hoyerswerda[1] | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1960 | 1971 | 1981 | 1989 | 1995 | |||
| Einwohner | 76.167 | 107.722 | 114.340 | 109.847 | 97.673 | |||
Der Kreis Hoyerswerda war stark vom Braunkohleabbau geprägt. Bedeutende Betriebe waren unter anderem
Die Autobahn Berliner Ring–Dresden führte westlich am Kreisgebiet vorbei. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 96 von Berlin über Hoyerswerda nach Bautzen sowie die F 97 von Dresden über Hoyerswerda nach Cottbus.
Das Kreisgebiet war durch die Eisenbahnstrecken Hoyerswerda–Bautzen, Hoyerswerda–Spremberg–Cottbus sowie Falkenberg–Hoyerswerda–Horka in das Eisenbahnnetz der DDR eingebunden.
Der Landkreis übernahm 1990 das Wappen des früheren Landkreises Hoyerswerda. Dieses wurde vereinfacht und den heraldischen Regeln entsprechend angepasst und 1995, kurz vor der Auflösung des Landkreises, bewilligt.[5]
Das Wappen basiert mit der goldenen, dreigezinnten Mauer auf blauem Grund auf dem Wappen der Stadt Bautzen und stellt so eine Verbindung des Kreises zur Oberlausitz her. Die Eiche ist ein Rückgriff auf das erste bekannte Siegel der Stadt Hoyerswerda, während der Fisch stellvertretend für die beiden großen Flüsse im Kreisgebiet, Spree und Schwarze Elster, steht.
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