Der Kreis Perleberg war ein Kreis im Süden des Bezirkes Schwerin in der DDR.
Der brandenburgische Kreis Perleberg entstand bei der Auflösung der Länder am 25. Juli 1952 aus dem größten Teil des ehemaligen Landkreises Westprignitz und gehörte dem neu gebildeten Bezirk Schwerin an.[1] Der Kreis kam am 3. Oktober 1990 in das neu gegründete Bundesland Brandenburg innerhalb des Beitrittsgebietes zur Bundesrepublik Deutschland. Am 6. Dezember 1993 wurde der Kreis (seit dem 17. Mai 1990 als Landkreis bezeichnet[2]) aufgelöst und im Zuge der brandenburgischen Kreisreform zusammen mit dem Landkreis Pritzwalk und Teilen der Landkreise Ludwigslust und Kyritz zum neuen Landkreis Prignitz im Nordwesten Brandenburgs zusammengefasst. Die im Norden des Kreises liegenden Gemeinden Brunow und Dambeck wechselten am 18. Juli 1992 in den Landkreis Ludwigslust, die ehemaligen Berger Ortsteile Pampin und Platschow (heute Ortsteile von Ziegendorf) kamen am selben Tag zum Landkreis Parchim und somit ebenfalls nach Mecklenburg-Vorpommern.[1] Im Gegenzug kamen am 1. August 1992 die Gemeinden des heutigen Amtes Lenzen-Elbtalaue vom Landkreis Ludwigslust zum Kreis Perleberg und damit zu Brandenburg.
| Datum | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 31. Dezember 1957 | 89.497[3] |
| 31. Dezember 1958 | 88.853[3] |
| 1985 | 75.300 |
Der Kreis Perleberg grenzte im Norden an den Kreis Parchim, im Osten an den Kreis Pritzwalk, im Südosten an den Kreis Kyritz, im Süden an die Kreise Havelberg und Osterburg und im Westen an den Kreis Ludwigslust.
Der Westteil der historischen Landschaft Prignitz deckt sich im Wesentlichen mit dem Gebiet des Kreises Perleberg. Von Nordosten nach Südwesten ziehen sich die Flussläufe der Löcknitz, der Stepenitz und der Karthane in Richtung Elbe, die den Kreis im Süden begrenzt. Dem breiten Elbtal, das als Weideland genutzt wurde, schließen sich Sandböden mit weiten Kiefernwäldern an (Wilsnacker und Perleberger Forst). Nördlich von Perleberg ähnelt das Gebiet einer nur leicht gewellten Parklandschaft.
Die Landwirtschaft spielte in vielen Dörfern eine große Rolle. Neben der Grünlandwirtschaft in den Flussniederungen wurde im Kreis Perleberg ein intensiver Ackerbau betrieben. Neben Obst- und Gemüseanbau (insbesondere Spargel) gab es im Kreis einige kleinere Saatzucht- und Molkereibetriebe, zwei Fleischkombinate sowie Sägewerke. In der Stadt Wittenberge waren Betriebe der Textil- und Zellstoffindustrie sowie seit 1904 das Nähmaschinenwerk Singer (später Veritas) ansässig, das weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt war.
Zwei wichtige Straßenverbindungen kreuzten sich in Perleberg: die F 5 – die Transitstraße Berlin-Hamburg – und die F 189, die nahe Wittenberge die westlichste Elbüberquerung innerhalb der DDR darstellte. Des Weiteren führten die Fernverkehrsstraßen 107 und 195 durch den Kreis. Die Hauptbahnlinie Magdeburg-Schwerin überquert die Elbe ebenfalls in Wittenberge, von dort verkehrten Züge über Perleberg nach Pritzwalk sowie über Neustadt (Dosse) nach Berlin.
Der Landkreis Perleberg hatte am 3. Oktober 1990 44 Gemeinden, davon drei Städte:
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