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Kult (v. lat.: cultus [deorum] = Götterverehrung, aus colere [im PPP cultum] = anbauen, pflegen), auch Kultus, umfasst die Gesamtheit religiöser Praxis. Das abgeleitete Adjektiv lautet kultisch – im Gegensatz zum slanghaften kultig als Adjektiv zu Kultstatus.
Obwohl der Begriff Kult im Allgemeinen für die Bezeichnung von religiösen/spirituellen Handlungen benutzt wird, wird er in der Alltagssprache weiter gefasst und auch auf andere Arten von ritualisierten Handlungen angewandt. Ein Kult umfasst in jedem Fall folgende drei Aspekte:
Zu kultischen Handlungen versammeln sich Menschen, um mit einer konkreten oder abstrakten überirdischen Wesenheit in Verbindung zu treten, mit dem Ziel, sie gewogen zu stimmen oder zu einer bestimmten Handlung zu motivieren. Meistens folgt eine Kulthandlung – etwa eine Anbetung oder ein Gottesdienst – einem tradierten und ritualisierten Ablauf, einem Ritus.
Kulthandlungen beinhalten oft die Verehrung von Objekten: Ahnenkult, Bilderverehrung, Cargo-Kult, Dämonenkult, Dionysoskult, Feldkult, Heiligenverehrung, Krisenkult, Totenkult.
Kult kann bestehen aus Ritualen, Opfern, Gebeten, Mahlzeiten, Rezitation oder Inszenierung von Mythen, sakraler Musik und kultischem Tanz.
Ebenfalls zum Kult gehört die Pflege der weltlichen Symbole des Kultobjekts: seines Ortes (Sakralbau, Altar), seines Bildes (Ikone) sowie die Einhaltung geheiligter Zeiten in Form von Festen und Fasten. Meistens sind besondere Personen mit der Rolle der Traditionspflege betraut (beispielsweise Priester).
Neben mehr oder weniger ritualisierter und teilweise starr vorgegebenen Handlungen gehört zum Kult andererseits auch eine gewisse Spontaneität, Ekstase, Besessenheit, Erneuerung (Reformation) und Erweckung.
Kulthandlungen haben eine wichtige Aufgabe für die religiöse Gemeinschaft, insbesondere für den sozialen Zusammenhalt von religiösen Gruppen.
Kulthandlungen wie Prozessionen, kommunikative Zeremonien (Umarmung), kultisches Essen und Trinken, symbolische Gegenstände (Kerzen etc.) schaffen eine Basis der Gemeinsamkeit. Dazu kann ein intellektuelles Ritual wie die Predigt treten.
Kultisch begangene Übergangsriten (Geburt, die Aufnahme in die Gemeinschaft der Erwachsenen, Ehe, Mutterschaft, Tod) dienen der Bestätigung und Vergewisserung der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.
Die Ausführung eines Kults unterliegt weithin akzeptierten Normen. Konventionen regeln die angemessene Kleidung, Speise, Feiertagsregeln, auch die Zugehörigkeit und Akzeptanz usw. Das Auftreten fremder Kultusgemeinschaften durch Migration kann aufgrund großer Unterschiede in religiösen Praktiken zu Auseinandersetzungen führen, die einerseits die Toleranz herausfordern, andererseits die Kultgemeinschaften zusammenschweißen.
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