Dienstag, 29. Mai 2012

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Lübbenau/Spreewald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lübbenau/Spreewald
Lübbenau/Spreewald
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lübbenau/Spreewald hervorgehoben
51.86805555555613.96944444444452
Koordinaten:
51° 52′ N, 13° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Höhe: 52 m ü. NN
Fläche: 138,78 km²
Einwohner:

16.820 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 03222, 03205 (Zerkwitz)
Vorwahlen: 03542, 03541 (Bischdorf), 035456 (Hindenberg, Klein Radden)
Kfz-Kennzeichen: OSL
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 196
Adresse der Stadtverwaltung: Kirchplatz 1 03222 Lübbenau/Spreewald
Webpräsenz: www.luebbenau-spreewald.de
Bürgermeister: Helmut Wenzel
Lage der Stadt Lübbenau/Spreewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Karte
Über dieses Bild

Lübbenau/Spreewald (seit 1. Januar 1998, vorher nur Lübbenau[2][Anmerkung 1]), niedersorbisch Lubnjow, ist eine Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, etwa 82 km südöstlich von Berlin. Lübbenau ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Geografie

Lübbenau wird als Tor zum Spreewald bezeichnet.

Stadtgliederung

Die Stadt Lübbenau besteht aus folgenden Ortsteilen (sorbische Bezeichnungen in Klammern):

Geschichte

Lübbenau wurde erstmals im Jahre 1315 in einer Verkaufsurkunde erwähnt, ist jedoch viel älter, was Funde aus dem 8./9. Jahrhundert unterhalb des Schlosses zeigen.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Eingemeindungen

Am 26. Oktober 2003 wurden die Orte Bischdorf, Boblitz, Groß Beuchow, Groß-Klessow, Groß Lübbenau, Hindenberg, Kittlitz, Klein Radden, Leipe und Ragow eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung

Von der Gründung des Deutschen Reiches bis zum Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Bevölkerungszahl Lübbenaus wenig. Die Stadt blieb hinter dem Brandenburger Durchschnitt zurück. Mit Ende des Krieges brachten die Flüchtlinge aus den Ostgebieten einen Bevölkerungsschub. Durch die starke Industrialisierung der Region nach dem Zweiten Weltkrieg, die insbesondere mit der Nutzung der heimischen Braunkohle verbunden war, stiegen die Zahlen der Einwohner bis zur Mitte der 1970er Jahre stetig an. Seitdem fällt die Einwohnerzahl kontinuierlich. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass sie bis 2030 auf ca. 13.000 sinken wird. Das wäre ein Rückgang um 35 % seit 2000.

  • Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875

  • Prognosen der Bevölkerungsentwicklung

Politik

Stadtrat

Kommunalwahl 2008
Wahlbeteiligung: 43,9 %
 %
40
30
20
10
0
32,2 %
24,8 %
23,8 %
15,7 %
3,6 %
n. k.
AWG Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
EB Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2003
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+6,5 %p
+0,8 %p
-6,0 %p
-0,4 %p
+1,4 %p
-2,3 %p
AWG Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
EB Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Anmerkungen:
b 2003: PDS
Lübbenau

Der Rat der Stadt Lübbenau besteht aus 28 Stadtverordneten sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister. Der Rat setzt sich seit der Kommunalwahl 2008 wie folgt zusammen:

Wappen

Das Wappen wurde am 13. September 2001 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein schwimmender silberner Fisch zwischen drei (1:2 gestellten), sechsstrahligen, silbernen Sternen.“[4]

Die Wappensymbolik der Stadt Lübbenau/Spreewald in Form eines von drei Sternen umgebenen Fisches ist siegelmäßig seit dem 16. Jahrhundert durchgängig nachweisbar.

Das älteste Siegel (aus dem 16. Jahrhundert) ist in von Mülverstedts „Diplomatarium Ileburgense“ (Magdeburg 1877) zu finden. Es zeigt noch die von den früheren Stadtherren, „den Edlen Herren von Ileburg“, übernommenen Sterne in der ursprünglichen Anordnung, nämlich zwei über und einer unter dem Fisch. Demgegenüber ergab die langjährige Zugehörigkeit der Stadt zur Standesherrschaft Lübbenau als Besitztum der Grafen zu Lynar (von 1621 bis ins 19. Jahrhundert) keinen heraldischen Niederschlag auf das Stadtwappen. Auf anderen Siegeln (auch schon aus dem 16. Jh.) wird die heutige Stellung der Sterne überliefert.

Im Laufe der Zeit traten nur Veränderungen im Detail bei der Darstellung der Symbole auf: eine spitzere oder gedrungenere Form der drei Sterne sowie eine unterschiedliche Anzahl von Flossen des Fisches, weshalb dieser der Schmerle oder der Barbe zugeordnet wird.

Auf dem einzigen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv vorhandenen Siegel (an einer Urkunde von 1726) wird der Fisch ohne Bauch- und Rückenflossen wiedergegeben. Auch bei der Tingierung (Farbgebung) lassen sich Abweichungen feststellen. So erscheinen im Standardwerk von Otto Hupp „Deutsche Ortswappen“ (Bremen ca. 1935) die Flossen des Fisches vergoldet. Und in Siemachers großem und allgemeinem Wappenbuch (Städtewappen Bd. II, Nürnberg 1885, S. 154/155) werden die Sterne in Gold beschrieben.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar neu gestaltet.

Städtepartnerschaften

Lübbenau unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Orten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kieferknochen des Wals in der Durchfahrt unter dem Museum
Großer Hafen in Lübbenau
Spreewald in Lehde
restaurierte Postmeilensäule in Lübbenau

In der Liste der Baudenkmale in Lübbenau/Spreewald stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmale.

Museen

Bauwerke

Hafen und Bootsfahrten

Von der größten Hafenanlage im gesamten Spreewald (Großer Spreewaldhafen Lübbenau) aus kann der Besucher den Spreewald mit dem Kahn entdecken. Wer es etwas beschaulicher haben will, sollte sich zu den kleineren Häfen und Abfahrtstellen begeben. Dort warten die Kahnfährleute mit ihren original Spreewälder Holzkähnen. Die Holzkähne, aber auch die seit Anfang der 1970er Jahre gebauten Aluminiumkähne, sind sämtlich mit Tischen und Bänken für max. 20 Personen ausgestattet. Auch werden Kähne ohne Tische, nur mit Bänken ausgestattet. Viele Bootshäuser vermieten Kanus, Paddelboote und Canadier zum individuellen Entdecken und Erleben des Spreewaldes.[5]

Regelmäßige Veranstaltungen

Am ersten Juliwochenende findet das alljährliche Spreewald- und Schützenfest statt. Anfang August jeden Jahres ist die Hansewoche ein beliebter Veranstaltungshöhepunkt. Diese zieht mit dem Hafenfest, den Spreewälder Filmnächten und den Spreewälder Lichtnächten zahlreiche Besucher an. Kulinarisches rund um den Fisch ist Thema der Spreewälder Fischwochen im November. Im Jahre 2012 findet an zwei Tagen der 13. Brandenburg-Tag in Lübbenau statt.

Freizeit

  • Das 2008 neu eröffnete Spreewelten-Bad bietet Schwimmen mit Pinguinen an, eine europaweit einzigartige Attraktion. Darüber hinaus gibt es eine Saunawelt mit 14 Themensaunen.[6]
Schwimmen mit Pinguinen im Spreewelten Bad
  • Minigolfbundesligataugliche 18 Bahnen Minigolfanlage[7]

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt Lübbenau/Spreewald hat seit 1998 die Berechtigung, in Verbindung mit dem Gemeindenamen die Bezeichnung „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zu führen.

Verkehr

Lübbenau liegt an den Bahnstrecken Berlin–Cottbus und Lübbenau–Senftenberg. Neben Regional-Express- und Regionalbahn-Zügen halten hier auch EC/IC-Züge der Linie Oldenburg/HamburgCottbus(–Krakau).

Die Stadt liegt in unmittelbarer Nähe des Autobahndreiecks Spreewald (A 13, A 15) mit einer nach ihr benannten Anschlussstelle an der A 13. Durch die Stadt führt die Bundesstraße 115.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Adam Bagge (1607–1663), Bürgermeister der Stadt von 1648 bis 1663[9][10]
  • Johannes Choinan (1616–1664), sorbischer Sprachforscher und Theologe, Pfarrer in Zerkwitz (heute zu Lübbenau)
  • Paul Fahlisch (1844–1930), Lehrer, Regionalhistoriker und Schriftsteller in Lübbenau
  • Johann Gottlieb Hauptmann (1703–1768), Sprachforscher und Theologe, Oberpfarrer in Lübbenau
  • Traugott Hirschberger (1811–1897), Müller, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages, Ehrenbürger der Stadt Lübbenau[11]
  • Michael Hirte (* 1964), Mundharmonikaspieler, wuchs in Lübbenau auf
  • Marc Huster (* 1970), Gewichtheber, wuchs in Lübbenau auf
  • Uwe Kant (* 1936), Schriftsteller, wirkte 1961 bis 1964 als Lehrer in Lübbenau
  • Johann Christian Karl von Klinguth (1759–1829), Jurist und Schriftsteller, Justiziar der Herrschaft Lübbenau[12]
  • Erich Köhler (1928–2003), Schriftsteller, 1968 bis 1970 angestellter Autor eines Kraftwerks in Lübbenau
  • Wilhelm Graf zu Lynar (1899–1944), Militäroffizier und Beteiligter am Attentat auf Adolf Hitler, Schlossherr in Lübbenau
  • Martin Eckart Pfannschmidt (1861–1947), Theologe und Heimatforscher, Pfarrer in Lübbenau
  • Christian Friedrich Stempel (1787–1867), niedersorbischer Pfarrer und Dichter, Oberpfarrer in Lübbenau
  • Christoph Stymmel (1525–1588), lutherischer Theologe, Hofprediger in Lübbenau
  • Ehm Welk (1884–1966), Journalist und Schriftsteller, lebte zeitweise in Lübbenau
  • Nico, bürgerlich Christa Päffgen, Fotomodell und Sängerin, bekannt durch ihren Gesang auf dem Debütalbum der Rockband The Velvet Underground, lebte zeitweise in Lübbenau

Quellen

Literatur

  • Paul Fahlisch: Geschichte der Spreewaldstadt Lübbenau. Lübbenau 1877, 2. Auflage (Stadtverwaltung), Lübbenau 1928

Einzelnachweise

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. Änderung des Namens der Stadt Lübbenau. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 27. November 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 8. Jahrgang, Nummer 51, 22. Dezember 1997, S.1006.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  5. www.Bootshaus-Kaupen.de
  6. spreewelten-bad.de
  7. Spreewald Minigolf
  8. Andreas Herbst: Knoener, Rudolf. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, Band 1.
  9. Verzierte Grabmale und schöne Figuren. In: Lausitzer Rundschau. 19. November 2007.
  10. Chronik von Lübbenau: Zeittafel von 1500 - 1900
  11. Wer war Traugott Hirschberger? In: Lausitzer Rundschau. 15. Februar 2007
  12. Eintrag auf literaturport.de

Weblinks

Anmerkung

  1. Im Amtsblatt für Brandenburg fand sich merkwürdigerweise eine zweite Bekanntmachung über die Änderung des Namens der Stadt Lübbenau vom 23. Januar 1998 (9. Jahrhrgang, Nr.6, 17. Februar, S.163). Hier wurde die Wirkung der Umbenennung auf den 1. Februar 1998 festgelegt.
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Diese Seite wurde zuletzt am 16. Mai 2012 um 21:02 Uhr geändert.

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