| Lüttich | ||
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| Staat | Belgien | |
| Region | Wallonien | |
| Provinz | Lüttich | |
| Bezirk | Lüttich | |
| Koordinaten | 50° 39′ N, 5° 34′ O50.64255.57 Koordinaten: 50° 39′ N, 5° 34′ O |
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| Fläche | 69,39 km² | |
| Einwohner (Stand) | 194.715 Einw. (1. Jan. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte | 2806 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 4000 (Lüttich, Glain, Rocourt) 4020 (Lüttich, Bressoux, Jupille-sur-Meuse, Wandre) 4030 (Grivegnée) 4031 (Angleur) 4032 (Chênée) | |
| Vorwahl | 04 | |
| Bürgermeister | Willy Demeyer (PS) | |
| Adresse der Stadtverwaltung | Hôtel de Ville, Place du Marché 2, 4000 Liège | |
| Webseite | www.liege.be | |
Lüttich (französisch amtlich Liège, bis 1949 Liége, wallonisch Lîdje, niederländisch
Luik?/i) ist das kulturelle Zentrum der Wallonischen Region Belgiens, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und des Bistums Lüttich. Als Stadt mit 194.715 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) liegt Lüttich am Zusammenfluss von Ourthe und Maas unweit der Städte Maastricht in den Niederlanden und Aachen in Deutschland. Das Lütticher Becken zählt samt Vorstädten ungefähr 600.000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum der Stadt entspricht mit 0,5 % pro Jahr ungefähr dem belgischen Durchschnitt (0,6 %).
In Lüttich befinden sich neben einer Universität verschiedene andere Hochschulen, ein katholischer Bischofssitz, ein Theater, eine Oper (Opéra royal de Wallonie) sowie weitere kulturelle Einrichtungen.
Der Name zur Zeit der Römer war „Leodicum“ bzw. „Vicus Leodicus“. 717 entwickelte sich die Stadt als Bischofssitz und war im Mittelalter ein bedeutendes politisches und kulturelles Zentrum. Im ausgehenden Mittelalter gehörte es zum Territorium des Fürstbistums Lüttich.
Die regierenden Fürstbischöfe von Lüttich entstammten meist dem Adel des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Machtzentrum des Fürstbistums Lüttich war das ebenfalls von Adeligen des Reiches beherrschte Domkapitel, eines der größten in Mitteleuropa. Albrecht II. von Cuyk gewährte den Bürgern der Stadt 1196/1198 erste Privilegien. Eine städtische Autonomie konnte sich wie in anderen geistlichen Territorien des Reiches nur ungenügend entwickeln. Im Jahr 1789 kam es, zum Teil in Verbindung mit der Französischen Revolution, zur sogenannten Lütticher Revolution. Sie richtete sich gegen die absolutistische Herrschaftsweise des Fürstbischofs Konstantin-Franz von Hoensbroeck und wurde Anfang 1791 von Truppen im Auftrag des Heiligen Römischen Reiches niedergeschlagen.
Während der Französischen Revolution wurde die dem Heiligen Lambertus, dem ersten Bischof von Lüttich, geweihte Kathedrale geplündert und niedergebrannt.[1]
Von 1888 bis 1892 wurde Lüttich zur Festung ausgebaut. Sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg war Lüttich deswegen hart umkämpft.
Am 13. Dezember 2011 ereignete sich ein Anschlag, bei dem sechs Menschen getötet und 124 Menschen verletzt wurden.
Blasonierung: „In Rot eine goldene dreigeteilte Säule mit breiterem Unterteil auf pyramidal flachem dreistufigem Sockel, dieser besetzt mit drei liegenden Löwen, zwei seitlich, auswärts blickend, einer vorne, hersehend, abgeschlossen mit einem kreuzbesetzten Zapfen in einer konischen Ummantelung, beseitet von den goldenen Serifenmajuskeln „L“ und „G“.“
Die Säule ist das Oberteil des Lütticher Marktbrunnens, in wallonisch als „peron“ (von altfranzösisch perron, „großer Stein“) bezeichnet, ein ehemaliges Justizsymbol auf dem Lütticher Markt und in anderen Städten des Fürstbistums Lüttich.
Als kulturell bedeutende Stadt der Großregion nahm Lüttich am Programm des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2007 teil.
Lüttich ist eine Wiege der kontinentaleuropäischen Kohle- und Stahlindustrie. Bereits 1720 hatte die erste Dampfmaschine auf dem europäischen Festland in einer Kohlemine nahe Lüttich ihren Betrieb aufgenommen.[2] Von hier aus breitete sich die Industrialisierung über den gesamten Kontinent aus. Die Folge waren starke Immigrationsströme aus Flandern, Italien und Nordafrika, was sich bis heute in der Bevölkerungsstruktur der Stadt widerspiegelt. Insbesondere hatte das Stahlunternehmen Cockerill-Sambre seinen Stammsitz in der Nähe von Lüttich.
Mit dem Zusammenbruch des Kohlebergbaus im Lütticher Becken und der anschließenden Stahlkrise geriet die Region in große finanzielle Bedrängnis und sah sich mit einer dauerhaft hohen Arbeitslosigkeit konfrontiert. So musste unter anderem der Plan zum Bau einer U-Bahn in den Siebziger Jahren aufgegeben werden.
Seit dem 16. Jahrhundert werden in Lüttich Waffen produziert, bis zum heutigen Tag in dem Unternehmen Fabrique Nationale d’Armes de Guerre. Zu den zahlreichen weiteren Industriebetrieben in Lüttich gehört auch die Großbrauerei Piedboeuf, die Teil der Brauereigruppe InBev ist und in der unter anderem das Bier mit dem Markennamen Jupiler gebraut wird.
Lüttichs neuer Hauptbahnhof Liège-Guillemins, nach den Plänen von Santiago Calatrava erbaut, ist mit seiner imposanten Überdachung technisch an die Anforderungen der internationalen Hochgeschwindigkeitszüge angepasst.[3] Mehrmals täglich verkehren Züge nach Aachen und Köln (Thalys und ICE International) sowie nach Brüssel und Paris (Thalys).
Dieser Bahnhof erfüllt die Funktion des Hauptbahnhofs. Außerhalb des Stadtzentrums gelegen, treffen hier alle wichtigeren Eisenbahnlinien aus der näheren Umgebung Lüttichs zusammen. Es verkehren ca. 500 Züge pro Tag, unter anderem nach Ostende über Brüssel; Antwerpen (über Hasselt, nicht via Brüssel); Luxemburg; Eupen; Charleroi (bis Paris) sowie Nahverkehrszüge nach Jemelle.
Dieser Bahnhof dient als Bahnhof des gleichnamigen Stadtteils. Hier halten alle Züge, die auch in Liège-Palais halten.
Der Bahnhof Liège-Palais ist der Bahnhof des Lütticher Stadtzentrums, unter dem Prinzenpalais am Platz St. Lambert gelegen. Die Gleisanlagen befinden sich in einem Trog; in dem Empfangsgebäude können in den kleinen Pavillons unter der Erde die Fahrkarten gekauft werden.
Für den Güterverkehr verfügt die Stadt mit dem Rangierbahnhof Kinkempois über einen bedeutenden Knotenpunkt.
In Lüttich verkehrte von 1871 bis 1967 eine Trambahn.
Der Linienverkehr in Lüttich wird durch die TEC abgewickelt. Auf vielen Busspuren kommen die Fahrzeuge schnell voran. Da früher eine U-Bahn gebaut werden sollte, fahren die Busse sogar durch Tunnel. Es ist aber geplant, eine neue Straßenbahn zu errichten.
Der Hafen von Lüttich ist der drittgrößte Binnenhafen der Welt, der durch die Verbindung über den Albert-Kanal auch für kleinere Seeschiffe einen Anschluss an den Hafen von Antwerpen bietet.
Lüttich ist über die Autobahnen E 40 (A3), E 313 (A13), E 42 (A15) und E 25 (A25 und A26) an das europäische Autobahnnetz angebunden.
Der Flughafen Lüttich (Bierset) ist von großer Bedeutung für die Verteilung von Gütern nach Belgien, Deutschland, Nordfrankreich und in die Niederlande. Dort hat TNT Airways sein weltweit größtes Road-Air-Hub; es landen täglich mehr als 80 Frachtflugmaschinen und Hunderte von LKW docken dort an. Es werden an dem neuen Terminal auch Passagierflugzeuge abgefertigt.
Bedingt durch die Lage im engen Maastal und durch die vom Kohlebergbau verbliebenen Abraumhalden, haben sich in Lüttich zahlreiche Stadtviertel mit eigentümlichem Charakter herausgebildet.
Am Privatpark liegen ebenfalls:
Nördlich des „Place du Batty“, der heute das kommerzielle Zentrum des Viertels darstellt, befindet sich die Plaine de Cointe, ein weitläufiger Park mit öffentlichem Sportplatz, Tennisplätzen und einem Aussichtspunkt, der einen Blick über das Stadtzentrum gestattet. Westlich davon befindet sich ein von teilweise noch typischen Backsteinhäusern geprägtes Wohngebiet, das auch als Quartier des Bruyères bekannt ist.
Zwischen der Rue Pont d’Avroy, der Rue de la Casquette und St. Adalbert sowie dem Boulevard de la Sauvenière befindet sich das Zentrum des Lütticher Nachtlebens. Vor allem die Studenten aus dem Campus in Sart-Tilman bevölkern die unzähligen Bars und Cafés der rechtwinklig angelegten schmalen Gassen.
Outremeuse („jenseits der Maas“) ist ein Lütticher Stadtteil. Jeden August gibt es ein Lütticher Stadtfest gleichen Namens. Das Viertel war ursprünglich kleinbürgerlich geprägt mit zahlreichen kleineren Handwerksbetrieben. Die meisten Einwohner lebten in bescheidenen Verhältnissen. Die Struktur und Atmosphäre des Viertels zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts werden gut im autobiografischen Roman „Pedigree“ von Georges Simenon wiedergegeben, der in Outremeuse aufwuchs.
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