Dienstag, 29. Mai 2012

Themen


Laikos Orthodoxos Synagermos

Der Laikós Orthódoxos Synagermós (griechisch Λαϊκός Ορθόδοξος Συναγερμός, deutsch: „Völkischer Orthodoxer Alarm" [1], auch "Orthodoxer Volksalarm“[2][3], kurz: griechisch ΛΑ.Ο.Σ. oder LA.O.S., mit Betonung auf dem „o“ wie λαός laós = Volk) ist eine rechts-[4] bis ultrarechts-populistische[5]griechische Partei und Mitglied der europaskeptischen[4]Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD) des Europäischen Parlaments.

Parteigründung

LA.O.S. wurde am 14. September 2000 vom ehemaligen Journalisten Georgios Karatzaferis gegründet. Karatzaferis wurde zuvor, nach einem Zerwürfnis mit Kostas Karamanlis, aus der konservativen Partei Nea Dimokratia ausgeschlossen.

Programmatische Ausrichtung

Die Politik von LA.O.S. wird geprägt durch eine restriktive Immigrationspolitik, ethnischen Nationalismus, Globalisierungsfeindschaft und einen scharfen christlich-orthodoxen Wertkonservatismus.[4] Der Politikwissenschaftler Richard Stöss bezeichnet sie zusätzlich als „extrem rechts[6] und ordnet die LA.O.S. als „nationalistisch und neo-rassistisch, eher systemkritisch“ ein[7].

Außenpolitisch tritt die Partei für eine expansive Rüstungspolitik und einen harten Kurs gegenüber der Türkei, Mazedonien und Albanien ein.[4] Sie setzt sich für eine weitere Stärkung der Beziehungen zu Russland und Serbien ein und verlangt einen sofortigen Abzug internationaler Truppen aus dem Kosovo.

Selbstverständnis

Die Partei selbst versteht sich als absolut demokratische, „orthodox“ völkische, anthropozentrische, moderne und hellenozentrische Partei. Ferner erklärt sie offiziell, dass sie weder dogmatisch anti-amerikanisch noch dogmatisch anti-europäisch, sowie weiter, dass sie keine nationalistische, keine rechtsextreme, keine rassistische und auch keine religiös fundamentalistische Partei sei[8][9].

Positionen

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Die Grundideologie der Partei basiert auf der Theorie, dass es nach dem Niedergang des real-existierenden Sozialismus keine parteiprogrammatische Aufteilungen in rechts, links oder Mitte mehr geben kann und darf. Diese Unterteilung ist nach Ansicht von LA.O.S. einer Haltung gewichen, bei der sich Parteien entweder für oder gegen die Globalisierung aussprechen. LA.O.S. ist entschieden gegen die Globalisierung. LA.O.S. vertritt die Position, dass die Griechen die althergebrachten Grenzen zwischen links, rechts und Mitte aufgeben sollten und sich auf ihre gemeinsamen Interessen konzentrieren sollten. So zeigten im Wahlkampf für die Parlamentswahlen 2007 Plakate der LA.O.S. Georgios Karatzaferis mit einem Boxhandschuh und der Aufforderung, alle Griechen müssten eine Faust werden. Des Weiteren gehört dazu die Ansicht, dass die Türkei weder geografisch noch kulturell zu Europa gehört und somit ein EU-Beitritt der Türkei verhindert werden müsse.

Seit dem faktischen Zusammenschluss der Partei mit weiteren kleinen rechtsextremistischen Parteien wie der Elliniko Metopo (Hellenische Front), hat die Partei nicht nur ihre Position gestärkt sondern auch eine Reihe von Funktionären in ihre Reihen aufgenommen, die sich in der Öffentlichkeit mehrfach stark rassistisch und antisemitisch geäußert haben. Als weiteres wichtiges Merkmal dieser Partei ist wegen der mächtigen griechischen Linken (KKE, Synaspismos) der Antikommunismus zu nennen.

Auf europäischer Ebene war LA.O.S. Teil der Ende 2008 aufgelösten Allianz der Unabhängigen Demokraten in Europa, eines europaskeptischen Parteibündnisses, das Teil der Europaparlamentsfraktion Unabhängigkeit und Demokratie war. Das einzige Europaparlamentsmitglied von LA.O.S., Georgios Georgiou, erklärte Anfang Februar 2009 seinen Übertritt zu der neu gegründeten Europapartei Libertas, die ebenfalls europaskeptisch ist und den Vertrag von Lissabon ablehnt. Sowohl die Allianz der Unabhängigen Demokraten als auch Libertas stellten jedoch ihre Tätigkeiten später ein.

Wahlergebnisse

Bei der Parlamentswahl im September 2007 zog LA.O.S. mit 3,8 % und so mit zehn Abgeordneten in das Parlament ein, bei der Parlamentswahl im März 2004 war LA.O.S. an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert (2,2 %), konnte aber bei den Europawahlen im Juni 2004 mit 4,2 % einen Abgeordneten ins Europäische Parlament entsenden. Nach den Europawahlen im Juni 2009 verfügt die Partei mit 7,13 % über zwei Abgeordnete im Europäischen Parlament.[10] Bei der Parlamentswahl in Oktober 2009 hat die Partei ihr bestes Ergebnis mit 5,63 % und 15 Abgeordneten erreicht. Im August 2011 erhöhte sich die Fraktion um einen Abgeordneten, als der damalige ND-Abgeordnete Konstantinos Kiltidis zum LAOS übertrat.

Bei der Parlamentswahl im Mai 2012 fiel die Partei mit einem Ergebnis von 2,9 % unter die Dreiprozentgrenze zurück und verfehlte damit den Einzug ins griechische Parlament[11].

Vorübergehende Regierungsbeteiligung

LA.O.S beteiligte sich am 11. November 2011 an der Koalitionsregierung von Loukas Papadimos mit vier Mitgliedern. Makis Voridis übernahm den Posten des Verkehrsministers, Asterios Rondoulis den des stellvertretenden Ministers für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung, Georgios Georgiou den des stellvertretenden Verteidigungsministers; Andonis Georgiadis amtiert als stellvertretender Wirtschaftsminister.[12]. Am 10. Februar 2012 entzog LA.O.S der Regierung die Unterstützung, da die Partei nicht länger bereit war, die drastischen Sparauflagen mitzutragen, die von EU, EZB und IWF zur Bedingung für weitere Finanzhilfen gemacht wurden. Makis Voridis und Andonis Georgiadis traten daraufhin zur Nea Dimokratia über.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Offizielle Webseite des LAOS Baden-Württemberg
  2. Griechenland wählt ein neues Parlament. Auf der Webpräsenz der Griechischen Botschaft in Deutschland griechische-botschaft.de, 13. November 2011
  3. "Wahlobservatorium – Griechenland. Auf der Webpräsenz der Robert-Schuman-Stiftung robert-schuman.eu, 17. September 2007
  4. abcd Eckhard Jesse, Tom Thieme: Extremismus in den EU-Staaten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011, S. 155.
  5. Justine Lacroix, Kalypso Nicolaïdis: European stories: intellectual debates on Europe in national contexts. Oxford University Press, 2011, S. 188. (englisch)
  6.  Richard Stöss: Rechtsextremismus im Wandel. Friedrich-Ebert-Stiftung, Abteilung Dialog Ostdeutschland, Berlin 2005, ISBN 3-89892-392-4, S. 193, Tabelle 20 (PDF).
  7.  Richard Stöss: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Einige Anmerkungen zum Beitrag von Hans-Georg Betz. In: Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Die neue rechte Herausforderung. Rechtsextremismus in Deutschland und Europa. Heinrich-Böll-Stiftung, Grüne Akademie, Berlin 2005, S. 21 (PDF).
  8. Offizielle Seite von LA.O.S. BADEN-WÜRTTEMBERG (auch in Deutsch)
  9. Offizielles Parteiprogramm von www.laos.gr (in Griechisch)
  10. Wahlergebnis Griechenland
  11. Βουλευτικές Εκλογές 2012, Ergebnis der Parlamentswahlen 2012
  12. Griechenland Zeitung: Griechenland: Vereidigung der neuen Regierung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde zuletzt am 27. Mai 2012 um 19:38 Uhr geändert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Laikos_Orthodoxos_Synagermos aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

TOP



TOP