Dienstag, 29. Mai 2012

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Landkreis Eichstätt

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Eichstätt Deutschlandkarte, Position des Landkreises Eichstätt hervorgehoben48.911.37
Koordinaten:
48° 54′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Eichstätt
Fläche: 1.214,41 km²
Einwohner:

125.015 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EI
Kreisschlüssel: 09 1 76
DE219
Kreisgliederung: 30 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Residenzplatz 1 85072 Eichstätt
Webpräsenz: www.landkreis-eichstaett.de
Landrat: Anton Knapp (CSU)
Lage des Landkreises Eichstätt in Bayern
Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Eichstätt ist ein Landkreis im äußersten Norden des Regierungsbezirks Oberbayern. Im Landkreis befindet sich der geographische Mittelpunkt des Freistaats Bayern.

Geographie

Das Gebiet des Landkreises Eichstätt umfasst im Wesentlichen die südliche Fränkische Alb mit dem Kernbereich des Altmühltals. Die Altmühl erreicht im Westen bei Solnhofen das Kreisgebiet, durchfließt es dann in östlicher, später nordöstlicher Richtung und verlässt es östlich von Beilngries wieder. Im äußersten Süden streift die Donau, im Nordosten der Main-Donau-Kanal kurz das Kreisgebiet.

Nachbarkreise

Nachbarkreise des Landkreises Eichstätt sind im Norden die Landkreise Roth und Neumarkt in der Oberpfalz, im Osten der Landkreis Kelheim, im Süden die Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm und Neuburg-Schrobenhausen sowie die kreisfreie Stadt Ingolstadt und im Westen die Landkreise Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhausen.

Geschichte

Das Gebiet des Landkreises Eichstätt gehörte vor 1800 zum Hochstift Eichstätt, der südliche Teil gehörte schon früh zu Bayern. 1803 wurde das Landgericht Ingolstadt errichtet. Nach der Eingliederung des Hochstifts Eichstätt nach Bayern im Jahre 1806 wurden hier die Landgerichte Eichstätt und Kipfenberg errichtet. Alle drei Landgerichte gehörten ab 1808 zum Altmühlkreis, dessen Hauptstadt Eichstätt war. 1809 wurden Eichstätt und Ingolstadt kreisunmittelbare Städte. Nach Auflösung des Altmühlkreises 1810 gehörten die drei Landgerichte zum Oberdonaukreis, dessen Hauptstadt zunächst Eichstätt, ab 1817 Augsburg war. Von 1817 bis 1833 gehörten die Landgerichte Eichstätt und Kipfenberg als Herrschaftsgerichte zum Herzogtum Leuchtenberg innerhalb Bayerns. Nach der Neuorganisation im Jahre 1838 gehörten die beiden Landgerichte Eichstätt und Kipfenberg zum Kreis Mittelfranken, das Landgericht Ingolstadt zum Kreis Oberbayern. 1862 wurden aus den Landgerichten Eichstätt und Kipfenberg der Bezirk Eichstätt und aus dem Landgericht Ingolstadt der gleichnamige Bezirk gebildet. Eine Veränderung erfuhr der Bezirk Ingolstadt 1880, als er zehn Gemeinden an den Bezirk Neuburg a.d.Donau abgeben musste. Ab 1939 wurden die Bezirke Eichstätt und Ingolstadt als Landkreise bezeichnet. 1940 wurde die Stadt Eichstätt in den Landkreis Eichstätt eingegliedert, doch wurde dies 1949 wieder rückgängig gemacht.

Bei der Gebietsreform 1972 wurde aus dem Landkreis Eichstätt, der kreisfreien Stadt Eichstätt, dem nördlichen Bereich des Landkreises Ingolstadt sowie Teilen der Landkreise Riedenburg, Beilngries und Hilpoltstein der heutige Landkreis Eichstätt gebildet. Einige Gemeinden des Landkreises Ingolstadt wurden in die kreisfreie Stadt Ingolstadt eingegliedert. Der neue Landkreis Eichstätt wurde dem Regierungsbezirk Oberbayern zugeteilt, zu dem die kreisfreie Stadt Ingolstadt und der Altkreis Ingolstadt bereits vorher gehörten. Eichstätt erhielt für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsstruktur

Im April des Jahres 2012 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Eichstätt bei 1,2 %[2].

Damit hat der Landkreis mit die geringste Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik Deutschland. Zudem hat der Landkreis seit Jahren Vollbeschäftigung.

Die Kreisstadt Eichstätt hat seit 2008 eine Arbeitslosenquote teilweise von unter 1 % oder geringfügig darüber und gilt damit als „produktivste deutsche Kreisstadt“. Das Wirtschaftswachstum der Stadt Eichstätt wird auf 5-7 % geschätzt und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Die Wirtschaftsstruktur ist mehrheitlich von der Industrie (Eichstätt/Ingolstadt), aber auch von Dienstleistung (in der Kreisstadt Eichstätt befinden sich große Behörden, z.B. die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt oder das Bistum Eichstätt) sowie von der Schwerpunktlage innerhalb von den fünf bayerischen Großzentren (Entfernungen jeweils von Eichstätt aus) München (101 km), Nürnberg (82 km), Ansbach (78 km), Augsburg (77 km), Regensburg (98 km) und Ingolstadt (25 km), geprägt.

Auch die Zentren Baden-Württembergs, Ulm (115 km) und Stuttgart (180 km), sind in 2 bis 2 1/2 Stunden von Eichstätt aus zu erreichen.

Auch der ländliche Raum hat durch die neuen Energien sowie durch immer bessere bäuerliche Strukturen genügend Arbeitsplätze.

Infrastruktur

Die an den Kreis angrenzende kreisfreie Stadt Ingolstadt ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Hier kreuzt die 1867 von der Bayerischen Staatsbahn bis Ingolstadt eröffnete und 1870 vollendete Nord-Süd-Strecke Nürnberg - Treuchtlingen - München mit der seit 1874 im Donautal geführten Linie Regensburg - Ingolstadt - Donauwörth.

Hinzu kam 1875 die Verbindung nach Augsburg und 1903/04 die im Ingolstädter Nordbahnhof beginnende Lokalbahn nach Riedenburg.

Die Stadt Eichstätt ist seit 1885 mit der Treuchtlinger Hauptbahn durch eine bis 1934 schmalspurige Zweigbahn verbunden, die ab 1898 das Altmühltal weiter hinab bis Kipfenberg führte und 1929/30 in Beilngries den Anschluss an die dort bereits 1888 von Neumarkt her kommende Bahn fand; diese wurde 1909 noch bis Dietfurt verlängert.

Von Dollnstein im Altmühltal an der Strecke Treuchtlingen–Ingolstadt verkehrte ab 1916 die Stichbahn Dollnstein–Rennertshofen über Wellheim nach Rennertshofen an der Donau, die zeitweise auch als Touristikbahn genutzt worden ist.

Der Großteil dieser Lokalbahnstrecken - 95 km - wurde in den Jahren 1954 bis 1987 stillgelegt:

  • 1954: Kipfenberg - Kinding - Beilngries 17 km
  • 1960: Eichstätt Stadt - Kipfenberg 24 km
  • 1960: Dollnstein - Wellheim - Rennertshofen 11 km
  • 1966: Beilngries - Kottingwörth - Dietfurt 6 km
  • 1972: Ingolstadt Nord - Dolling - Riedenburg 35 km
  • 1987: Neumarkt - Beilngries 30 km
  • 2009: Neumarkt − Bögl-Werke Sengenthal 7 km

Damit schrumpfte das Schienennetz von einst 164 km Länge um mehr als die Hälfte auf 69 km.

2006 wurde die Schnellfahrstrecke Nürnberg - Ingolstadt - München eröffnet. Seitdem fährt der München-Nürnberg-Express die Haltestelle Kinding (Altmühltal) im Zwei-Stunden-Takt an.

Politik

Kreistagswahl 2008
Wahlbeteiligung: 68,86 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,07 %
20,10 %
19,00 %
4,67 %
3,60 %
2,57 %
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2002
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,38 %p
+4,96 %p
-2,99 %p
+1,20 %p
-0,36 %p
+2,57 %p

Landräte

  • 1945–1948: Otto Betz
  • 1. Juni 1948 - 30. April 1970: Hans Pappenberger
  • 1. Mai 1970 - 30. April 1996: Konrad Regler (CSU)
  • 1. Mai 1996 − 30. April 2008: Dr. Xaver Bittl (CSU)
  • seit 1. Mai 2008: Anton Knapp (CSU)

Kreistag

Jahr CSU SPD FUW GRÜNE ödp FDP Gesamt
2002 34 13 9 2 2 0 60
2008 31 11 12 3 2 1 60

Bürgermeister der Gemeinden

  • CSU 14 Bürgermeister
  • SPD 5 Bürgermeister
  • Freie Wähler 7 Bürgermeister
  • parteilos 4 Bürgermeister

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2010[3])

Städte

  1. Beilngries (8748)
  2. Eichstätt, Große Kreisstadt, Universitätsstadt (13.788)

Märkte

  1. Altmannstein (6765)
  2. Dollnstein (2779)
  3. Gaimersheim (11.336)
  4. Kinding (2504)
  5. Kipfenberg (5662)
  6. Kösching (8903)
  7. Mörnsheim (1587)
  8. Nassenfels (1920)
  9. Pförring (3522)
  10. Titting (2640)
  11. Wellheim (2635)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Eichstätt mit den Mitgliedsgemeinden Pollenfeld, Schernfeld und Walting
  2. Eitensheim mit den Mitgliedsgemeinden Böhmfeld und Eitensheim
  3. Nassenfels mit den Mitgliedsgemeinden Adelschlag, Egweil und Nassenfels (Markt)
  4. Pförring mit den Mitgliedsgemeinden Mindelstetten und Oberdolling und Pförring (Markt)

Gemeinden

  1. Adelschlag (2784)
  2. Böhmfeld (1622)
  3. Buxheim (3559)
  4. Denkendorf (4407)
  5. Egweil (1098)
  6. Eitensheim (2757)
  7. Großmehring (6446)
  8. Hepberg (2450)
  9. Hitzhofen (2871)
  10. Lenting (4694)
  11. Mindelstetten (1637)
  12. Oberdolling (1187)
  13. Pollenfeld (2813)
  14. Schernfeld (3027)
  15. Stammham (3687)
  16. Walting (2366)
  17. Wettstetten (4821)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Haunstetter Forst (5,42 km²)
Municipalities in EI.svg
Über dieses Bild

Städte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78

Im Norden grenzte der mittelfränkische Landkreis Eichstätt an den Landkreis Hilpoltstein, im Nordosten an den Landkreis Beilngries, im Osten an den Landkreis Riedenburg, im Südosten an den Landkreis Ingolstadt, im Süden an den Landkreis Neuburg an der Donau, im Südwesten an den Landkreis Donauwörth und im Nordwesten an den Landkreis Weißenburg in Bayern. Die Stadt Eichstätt war kreisfrei.

Vor der Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Eichstätt 77 Gemeinden (siehe Liste unten).Bis 1950 war es eine weniger: Die Gemeinde Sornhüll wurde im Jahr 1950 eine selbständige Gemeinde, die dem Landkreis Eichstätt zugeschlagen wurde. Bis dahin war das Dorf Teil der Gemeinde Altdorf im Landkreis Hilpoltstein.

Die Gemeinden des Landkreises Eichstätt vor der Gemeindereform in den 1970er-Jahren[4][5] (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)

frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Adelschlag Adelschlag Landkreis Eichstätt
Altendorf Mörnsheim Landkreis Eichstätt
Arnsberg Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Attenzell Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Badanhausen Kinding Landkreis Eichstätt
Biberg Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Biesenhard Wellheim Landkreis Eichstätt
Bitz Denkendorf Landkreis Eichstätt
Böhmfeld Böhmfeld Landkreis Eichstätt
Böhming Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Breitenfurt Dollnstein Landkreis Eichstätt
Buch Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Buchenhüll Eichstätt Landkreis Eichstätt
Buxheim Buxheim Landkreis Eichstätt
Denkendorf Denkendorf Landkreis Eichstätt
Dollnstein (Markt) Dollnstein Landkreis Eichstätt
Dörndorf Denkendorf Landkreis Eichstätt
Dunsdorf Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Eberswang Dollnstein Landkreis Eichstätt
Egweil Egweil Landkreis Eichstätt
Enkering Kinding Landkreis Eichstätt
Erkertshofen Titting (Markt) Landkreis Eichstätt
Erlingshofen Kinding Landkreis Eichstätt
Gammersfeld Wellheim Landkreis Eichstätt
Gelbelsee Denkendorf Landkreis Eichstätt
Grösdorf Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Gungolding Walting Landkreis Eichstätt
Hard Wellheim Landkreis Eichstätt
Haunsfeld Mörnsheim Landkreis Eichstätt
Haunstetten Kinding Landkreis Eichstätt
Hirnstetten Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Hitzhofen Hitzhofen Landkreis Eichstätt
Hofstetten Hitzhofen Landkreis Eichstätt
Inching Walting Landkreis Eichstätt
Irfersdorf Beilngries Landkreis Eichstätt
Irlahüll Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Kinding (Markt) Kinding Landkreis Eichstätt
Kipfenberg (Markt) Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Konstein Wellheim Landkreis Eichstätt
Landershofen Eichstätt Landkreis Eichstätt
Lippertshofen Gaimersheim Landkreis Eichstätt
Marienstein Eichstätt Landkreis Eichstätt
Meilenhofen Nassenfels Landkreis Eichstätt
Möckenlohe Adelschlag Landkreis Eichstätt
Mörnsheim (Markt) Mörnsheim Landkreis Eichstätt
Mühlheim Mörnsheim Landkreis Eichstätt
Nassenfels (Markt) Nassenfels Landkreis Eichstätt
Obereichstätt Dollnstein Landkreis Eichstätt
Oberemmendorf Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Oberzell Hitzhofen Landkreis Eichstätt
Ochsenfeld Adelschlag Landkreis Eichstätt
Pfahldorf Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Pfalzpaint Walting Landkreis Eichstätt
Pfünz Walting Landkreis Eichstätt
Pietenfeld Adelschlag Landkreis Eichstätt
Pollenfeld Pollenfeld Landkreis Eichstätt
Preith Pollenfeld Landkreis Eichstätt
Rapperszell Walting Landkreis Eichstätt
Rieshofen Walting Landkreis Eichstätt
Sappenfeld Schernfeld Landkreis Eichstätt
Schelldorf Kipfenberg Landkreis Eichstätt
Schernfeld Schernfeld Landkreis Eichstätt
Schönau Schernfeld Landkreis Eichstätt
Schönbrunn Denkendorf Landkreis Eichstätt
Schönfeld Schernfeld Landkreis Eichstätt
Seuversholz Pollenfeld Landkreis Eichstätt
Sornhüll Pollenfeld Landkreis Eichstätt
Tauberfeld Buxheim Landkreis Eichstätt
Unteremmendorf Kinding Landkreis Eichstätt
Wachenzell Pollenfeld Landkreis Eichstätt
Walting Walting Landkreis Eichstätt
Wasserzell Eichstätt Landkreis Eichstätt
Weigersdorf Pollenfeld Landkreis Eichstätt
Wellheim (Markt) Wellheim Landkreis Eichstätt
Wintershof Eichstätt Landkreis Eichstätt
Wolkertshofen Nassenfels Landkreis Eichstätt
Workerszell Schernfeld Landkreis Eichstätt
Zandt Denkendorf Landkreis Eichstätt

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur für den Landkreis Eichstätt
  3. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende)
  4. Seite über den Landkreis Eichstätt auf verwaltungsgeschichte.de (abgerufen am 19. November 2010).
  5. BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung

Weblinks

 Commons: Landkreis Eichstätt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Diese Seite wurde zuletzt am 2. Mai 2012 um 11:04 Uhr geändert.

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