| Wappen | Deutschlandkarte |
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Koordinaten: 48° 2′ N, 10° 23′ O |
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Schwaben |
| Verwaltungssitz: | Mindelheim |
| Fläche: | 1.230,24 km² |
| Einwohner: |
135.366 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 110 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | MN |
| Kreisschlüssel: | 09 7 78 |
| NUTS: | DE27C |
| Kreisgliederung: | 52 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: | Bad Wörishofer Str. 33 87719 Mindelheim |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Hans-Joachim Weirather (Freie Wähler) |
| Lage des Landkreises Unterallgäu in Bayern | |
Der Landkreis Unterallgäu liegt zentral im Regierungsbezirk Schwaben. Der oberschwäbische Landkreis gehört zur Planungsregion Donau-Iller. Sitz der Kreisverwaltung ist die Kreisstadt Mindelheim, größte Stadt (Stand: 30. Juni 2011) ist Bad Wörishofen.
Die Nachbarlandkreise sind im Nordwesten der Landkreis Neu-Ulm; im Norden der Landkreis Günzburg; im Nordosten der Landkreis Augsburg; im Osten und Südosten der Landkreis Ostallgäu; im Süden der Landkreis Oberallgäu; im Westen die baden-württembergischen Landkreise Ravensburg sowie Biberach. Die Exklave Buxheim im Westen wird durch die kreisfreie Stadt Memmingen vom übrigen Kreisgebiet getrennt.
Das südliche Kreisgebiet gehört dem Grünlandgebiet des voralpinen Hügellandes an; der nördliche Teil gehört zur Iller-Lech-Platte des schwäbisch-bayerischen Hügellandes. Der Landkreis hat mit der Iller im Westen und der Wertach im Osten zwei natürliche Grenzen, die (als Grenzflüsse) ungefähr die Gebietsränder anzeigen. Zwei Gemeinden des Unterallgäus (Amberg und Wiedergeltingen) liegen östlich der Wertach.
Die Fläche des Landkreises umfasst 1.230,24 km². Damit steht er unter den 71 bayerischen Landkreisen an 19. Stelle, im Regierungsbezirk Schwaben nimmt er den vierten Platz unter den zehn Landkreisen ein. Insgesamt besteht er aus 52 Städten, Märkten und Gemeinden. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt in dem mittelgroßen Landkreis 54 km (Haselbach – Legau), die größte Ost-West-Ausdehnung 44 km (Heimertingen – Amberg). Das einzige noch gemeindefreie Gebiet ist der Ungerhauser Wald mit einer Fläche von 3,26 km². Die nördlichste Ortschaft des Unterallgäus ist Kettershausen, die südlichste ist Legau. Die westlichste Ortschaft ist Lautrach, die östlichste ist Amberg im Unterallgäu.[2]
Das Kreisgebiet wird von den vier Längstälern von Iller, Günz, Mindel und Wertach durchzogen. Dazwischen finden sich meist bewaldete Endmoränen aus der Eiszeit. Das Land öffnet sich von Norden nach Süden aus breiten Ebenen zu einem abwechslungsreichen Hügelland. Im südlichen Teil gehört das Kreisgebiet landschaftlich dem ausgesprochenen voralpinen Gründlandgebiet an. Am Nordrand des Landkreises werden im Günztal und Mindeltal, etwa bei Tafertshofen und Tiefenried, 520 Höhenmeter gemessen. Das Gelände steigt nach Süden hin an und erreicht bei Unterwarlins (Gemeinde Böhen) am Südrand des Landkreises, seine oberste Marke von 845 Metern. Der Höhenunterschied ist also mehr als 300 Meter. In ähnlicher Relation schwankt auch das Klima der einzelnen Landkreisteile. Das Klima ist voralpin, wobei atlantische Einflüsse überwiegen. Im südlichen Landkreisbereich wird das Klima von Föhn- und Stauwetterlagen der Ostalpen beeinflusst. Niederschläge und Temperatur sind von der Höhenlage abhängig. Die Höhe der jährlichen Niederschläge beträgt zwischen 900 mm im Norden und 1.200 mm im Süden des Landkreises. Damit zählt das Unterallgäu zu den regenreichsten Gebieten Deutschlands.
Mit einer mittleren Temperatur von 6,8 bis 7,3 °C im Jahresdurchschnitt und 13 bis 15 °C in der Hauptwachstumszeit von Mai bis Juli sind die Temperaturen als „mäßig kühl“ oder „kühl“ einzustufen. Der südliche Landkreis rechnet schon aufgrund der Höhenlage bis 845 Meter zur kühleren Zone. Diese „Klimalinie“ läuft etwa von Legau über Bad Grönenbach, Ottobeuren, Wineden bis Warmisried.
→ Hauptartikel: Naturschutz und Schutzflächen im Landkreis Unterallgäu
Der Naturpark Augsburg-Westliche Wälder, der im Süden bis Türkheim reicht und das Gebiet der Stauden umfasst, liegt mit etwa 1/10 seiner Fläche im Landkreis.
Zur Erhaltung ökologisch wertvoller Flächen und zum Schutz gefährdeter Tierarten ist der Landkreis bemüht, schutzwürdige Flächen aufzukaufen, um sie im naturnahen Zustand erhalten zu können und so das ökologische Gleichgewicht in den Teilregionen zu sichern. Naturschutzgebiete im Landkreis sind das Benninger Ried (22 ha), das Hundsmoor (21 ha) und das Pfaffenhauser Moos (ca. 51 ha) sowie das „Kettershauser Ried“ (44 ha).
Die Landschaftsschutzgebiete im Landkreis sind: Beiderseits der Iller (von der Landkreisgrenze Oberallgäu bis Lautrach, 800 ha), Untere Iller bei Kardorf (von Lautrach bis zur Stadtgrenze Memmingen, 80 ha), Südlich und östlich der Iller (westlich von Volkratshofen bis Buxheim, 170 ha), Illerauen nördlich von Buxheim (von Buxheim bis zur Landkreisgrenze Neu-Ulm, 400 ha), Mühlbachtal (südlich von Wolfertschwenden, 700 ha), Hochfirst (westlich von Erisried, 600 ha) und die Wertachauen (von der Landkreisgrenze Ostallgäu bis zur Landkreisgrenze Augsburg, 800 ha).
Nahezu 500 ausgewiesene Biotope gewährleisten den Erhalt ökologischer Ausgleichszonen inmitten landwirtschaftlichen Kulturlandes und zur Bebauung ungenutzter und vorgesehener Siedlungsbereiche. In der Naturdenkmalliste sind mehr als 100 weitere Naturdenkmäler festgehalten, davon sind die bedeutendsten:
Zu seiner Gründung hieß der Landkreis Landkreis Mindelheim. 1973 erhielt der Kreis den neuen Namen Landkreis Unterallgäu, wofür Imagegründe ausschlaggebend waren. Dies ist insofern unpassend, als das Kreisgebiet weit nach Norden über den eigentlichen Allgäuer Raum hinausgeht und so etwa 98 Prozent des Kreises zu Mittel- und Oberschwaben gehört. Lediglich etwa 2 Prozent, vor allem Bereiche um die Ortschaften Bad Grönenbach, Legau und Böhen gehören dem Allgäu an.[3]
Zu Beginn des 19. Jahrhundert entstanden im heutigen Kreisgebiet 1804 die Landgerichte Grönenbach, Ottobeuren, Mindelheim und Türkheim. 1808 wurde das Stadtgericht Memmingen gebildet. Die Stadt Memmingen wurde 1809 durch die Einsetzung eines Polizeikommissärs eine kreisunmittelbare Stadt. Alle Verwaltungsbezirke gehörten zunächst zum Lechkreis, ab 1810 zum Illerkreis und ab 1817 zum Oberdonaukreis, der 1838 in Schwaben und Neuburg (später nur noch Schwaben) umbenannt wurde.
1862 wurde aus den Landgerichten Grönenbach und Ottobeuren sowie dem Landbezirk des Stadt- und Landgerichts Memmingen das Bezirksamt Memmingen gebildet. Letzteres wurde aus 14 Gemeinden des Landgerichts Grönenbach und Ottobeuren neu errichtet. Ferner entstand aus den Landgerichten Mindelheim und Türkheim das Bezirksamt Mindelheim. 1880 wurden einige Gemeinden dieses Bezirks in die Bezirke Kaufbeuren, Augsburg und Krumbach abgegeben.
1939 wurden die beiden Bezirke in Landkreise und die Bezirksämter in Landratsämter umbenannt. 1940 wurde die kreisfreie Stadt Memmingen in den Landkreis Memmingen eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus den Landkreisen Mindelheim und Memmingen (mit Ausnahme von zwei Gemeinden, die in die kreisfreie Stadt Memmingen eingegliedert wurden) sowie dem Raum Babenhausen des Landkreises Illertissen der neue Landkreis Unterallgäu gebildet. Dieser übernahm das Autokennzeichen MN des bisherigen Landkreises Mindelheim. Die Einführung des neuen Autokennzeichens UA scheiterte seinerzeit an den massiven Protesten der Bevölkerung. Wichtigste Herrschaftsträger der zahlreichen Hoheitsgebiete, die früher im Bereich des Landkreises bestanden, waren die oberschwäbische Reichsabtei Ottobeuren, die schwäbischen Fugger sowie die Memminger Unterhospitalstiftung.
| 17. Mai 1939 | 78.132 |
| 13. September 1950 | 117.358 |
| 6. Juni 1961 | 104.927 |
| 27. Mai 1970 | 111.531 |
| 25. Mai 1987 | 115.770 |
| 31. Dezember 1990 | 121.157 |
| 30. Juni 2008 | 135.742 |
Hans-Joachim Weirather setzte sich bei einer vorgezogenen Landratswahl am 16. Juli 2006 gegen seine Mitbewerber Klaus Holetschek (CSU), Michael Helfert (SPD) und Doris Kienle (B’90/Die Grünen) bereits im ersten Wahlgang durch. Stellvertreter des Landrates sind Klaus Holetschek (CSU), Heidemarie Zacher (SPD) und Werner Birkle (CSU).
Die CSU und die JWU bilden im Kreistag eine Fraktionsgemeinschaft. Mit 32 von 60 Mandaten verfügt die Fraktion CSU/JWU im Kreistag über die absolute Mehrheit. ÖDP und FDP bilden eine sog. Ausschussgemeinschaft. Im Einzelnen setzt sich der Kreistag wie folgt zusammen:
(Stand: Kommunalwahl 2008)
Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte, gesenkte Spitze mit den bayerischen Rauten gespalten von Schwarz und Gold; vorne eine goldene Rosette, hinten eine blaue Lilie.“
Im südlichen Teil des Landkreises dominiert in geschichtlicher Beziehung die alte Reichsabtei Ottobeuren, deren heraldische Figur die goldene Rosette auf schwarzem Grund ist. Unter den weltlichen Herrschaftsträgern ist das Haus der Fugger mit seinen Zentren Kirchheim und Babenhausen zu nennen. Die Fuggersche Lilie repräsentiert diesen Teil der Kreisgeschichte. Die Herrschaften Mindelheim und Türkheim standen seit dem 17. Jahrhundert in enger Beziehung zu Bayern. Die bayerischen Rauten deuten hierauf und versinnbildlichen zudem die bayerische Verwaltung in Schwaben seit dem frühen 19. Jahrhundert.
Der Entwurf des Wappens stammt von Stiftsarchivar und Kreisheimatpfleger Aegidius Kolb und die Gestaltung übernahm der Nördlinger Rudolf Mussgnug.
Siehe auch: Übersicht über die Gemeindewappen im Landkreis Unterallgäu
Die Flagge ist Blau - Gelb - Blau gestreift mit und ohne aufgelegtem Kreiswappen.
Der Partnerlandkreis ist das polnische Powiat Gostyński; der Patenlandkreis ist Nordhausen.[4]
Der Landkreis ist mit einem Tierbestand von 70.000 Kühen der milchstärkste Landkreis der Bundesrepublik Deutschland.[5] In den letzten Jahrzehnten hat der ehemals überwiegend landwirtschaftlich geprägte Landkreis einen starken wirtschaftlichen Wandel vollzogen und beherbergt mittlerweile eine gewerbliche Vielfalt aller Branchen. Dank der Investitionsbereitschaft der ansässigen Betriebe, der Neuansiedlung zukunftsorientierter Unternehmen und nicht zuletzt dem Fleiß der Bürger präsentiert sich das Unterallgäu heute als solider und krisenfester Wirtschaftsraum mit großem Zukunftspotential.
Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 7 und 96, die sich am Autobahnkreuz Memmingen schneiden. Weitere Bundesstraßen sind B 16 und B 300.
Da für den öffentlichen Verkehr zunächst keine Bahnbauten geplant waren, ergriff die Stadt Memmingen die Initiative und erbaute 1862/63 die Illertalbahn, die von Ulm nach Kempten dem Fluss von Norden nach Süden folgt.
Die Bayerische Staatsbahn eröffnete 1874 von Buchloe über Mindelheim eine Strecke nach Memmingen, die 1889 zur Württembergischen Staatsbahn in Richtung Leutkirch – Kißlegg verlängert wurde.
In den folgenden Jahren ergänzten Lokalbahnen das Liniennetz:
Eine Besonderheit stellte die von der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft Wörishofen im Jahre 1896 eröffnete Strecke Türkheim-Bahnhof – Bad Wörishofen dar, die bis 1939 elektrisch betrieben wurde.
Der Personenverkehr wurde zwischen 1960 und 1991 auf mehr als einem Drittel des Gesamtnetzes von 156 km stillgelegt:
Das reguläre Netz umfasst heute genau 100 km . Außerdem bietet die Staudenbahn von Markt Wald in Richtung Augsburg touristische Züge an.
Über den Flughafen Memmingen ist der Landkreis auch an den Luftverkehr angebunden.
Im Kreisgebiet gibt es mehrere Grund- und Hauptschulen. Daneben gibt es je vier Realschulen und Gymnasien. Überregional bekannt sind das Maristenkolleg in Mindelheim (Gymnasium und Realschule), sowie das Gymnasium der Salesianer Don-Boscos, das Marianum in Buxheim.
(Einwohner am 31. Dezember 2010[6])
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