| Wappen | Deutschlandkarte |
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Koordinaten: 49° 2′ N, 10° 53′ O |
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken |
| Verwaltungssitz: | Weißenburg i.Bay. |
| Fläche: | 970,83 km² |
| Einwohner: |
92.326 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 95 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | WUG |
| Kreisschlüssel: | 09 5 77 |
| NUTS: | DE25C |
| Kreisgliederung: | 27 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: | Bahnhofstraße 2 91781 Weißenburg |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Gerhard Wägemann (CSU) |
| Lage des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern | |
Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist der südlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken. Er entstand 1972 durch die Zusammenlegung des Landkreises Gunzenhausen, des Landkreises Weißenburg und der ehemaligen kreisfreien Stadt Weißenburg in Bayern. Nachbarkreise sind im Nordwesten der Landkreis Ansbach, im Norden der Landkreis Roth, im Osten der Landkreis Eichstätt und im Süden der Landkreis Donau-Ries. Der Landkreis hat 92.326 Einwohner in 27 Gemeinden auf einer Gesamtfläche von 970,83 km². Weißenburg-Gunzenhausen gehört zur Planungsregion Westmittelfranken und ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg.[2]
Mit 17.513 Einwohnern ist die Große Kreisstadt Weißenburg in Bayern die größte Stadt des Landkreises und Sitz des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen. Die Städte Weißenburg und Gunzenhausen sind zwei von insgesamt sechs Mittelzentren in der Planungsregion Westmittelfranken, während die Stadt Treuchtlingen ein mögliches Mittelzentrum ist.[3]
Seit 2010 verwendet der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen den Slogan „altmühlfranken – der starke Süden“, um für die weitere Entwicklung der Region Impulse zu setzen.[4]
Das Kreisgebiet des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen umfasst drei Landschaften: Im Süden erstreckt sich die Fränkische Alb mit seinen Teilgebirgen Weißenburger Alb und Hahnenkamm mit bewaldeten Hochflächen, diese geht im mittleren Teil in das Albvorland und dieses schließlich im Norden in das Mittelfränkische Becken über. Der Landkreis liegt im nördlichen Teil des Naturpark Altmühltal, der mit rund 3.000 km² Fläche[5] der drittgrößte Naturpark Deutschlands ist. Weißenburg-Gunzenhausen ist mit insgesamt sechs Steinernen Rinnen der Landkreis mit den meisten Steinernen Rinnen in Deutschland.
Die höchste Erhebung des Landkreises und zugleich der zweithöchste ganz Mittelfrankens ist der Dürrenberg bei Heidenheim/Hahnenkamm mit 656 m ü. NN. Die nächstkleineren Berge im Landkreisgebiet sind der Efferaberg (645 m), der Wülzburger Berg (642 m), der Spielberg (635 m), der Laubbichel (634 m), der Hörlesbuck (634 m), der Steinbühl (632 m) und der Gelbe Berg (628 m). Mit 634 m ü. NN ist der Treuchtlinger Stadtteil Auernheim der höchstgelegene Ort Mittelfrankens.[6]
Durch den Landkreis fließt von Nordwesten nach Südosten die Altmühl. An ihr liegen unter anderem die Orte Gunzenhausen, Markt Berolzheim, Treuchtlingen, Solnhofen und Pappenheim.[7] Weitere Flüsse sind die 27,8 km lange Anlauter, die durch Nennslingen fließt, die 19 km lange Rohrach, die durch Polsingen und Heidenheim fließt und die rund 27 km lange Schwäbische Rezat, die durch Ellingen, Weißenburg in Bayern und Pleinfeld fließt.[7] Weitere größere Fließgewässer sind Felchbach (12,7 km), Wurmbach (13,5 km), Banzerbach (9,5 km) und Brombach (11,5 km). Zu den zahlreichen Quellen und Flüssen kommen künstliche Gewässer: Der Altmühlüberleiter (erbaut von 1976 bis 1978), der Altmühlzuleiter (erbaut in den 1970ern) und die Fossa Carolina, die um 793 von Karl dem Großen erbaut wurde.
Die Europäische Hauptwasserscheide führt durch den Landkreis und trennt die Flusssysteme von Rhein (nördlicher Teil des Landkreises) und Donau (südlicher Teil des Landkreises).[7]
Im Zuge der Wasserregulierung des Main-Donau-Kanals und zur Wasserversorgung des wasserarmen Nordbayern, sowie als Naherholungs- und Fremdenverkehrsgebiet, wurde ab den 1970er Jahren folgende Seen des Fränkischen Seenlands auf dem Landkreisgebiet erbaut:[8]
| See | Erbauung | Fläche | Speichervermögen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Großer Brombachsee | 1983 - 1999 | 8, 7 km² | 132, 4 Mio. m³ | Der Große Brombachsee ist der Hauptsee und größte See des Seenlands. |
| Altmühlsee | 1976 - 1985 | 2, 5 km² | 132, 4 Mio. m³ | Mit einer Kronenlänge von 12, 5 km hat der Altmühlsee den größten Staudamm Deutschlands. |
| Kleiner Brombachsee | 1975 - 1985 | 2, 5 km² | 12, 96 Mio. m³ | Der Kleiner Brombachsee ist eine Vorsperre des Großen Brombachsees. |
| Igelsbachsee | 1979 - 1985 | 0, 9 km² | 4, 4 Mio. m³ | Der Igelsbachsee ist eine Vorsperre des Großen Brombachsees. |
| Hahnenkammsee | Einweihung: 1977 | 0, 23 km² | ? | Der Hahnenkammsee ist der älteste Stausee des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Der See ist bekannt für seine reichen Fischbestände. |
Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind 12 Gebiete als Naturschutzgebiete angewiesen, die insgesamt eine Gesamtfläche von 526,41 Hektar besitzen.[9] Das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Flachwasser- und Inselzone im Altmühlsee mit der Inselgruppe Vogelinsel wird jährlich von über 200 Vogelarten aufgesucht und ist mit 202 Hektar das größte unter Naturschutz stehende Feuchtgebiet Mittelfrankens. Das Treuchtlinger Schambachtal ist das älteste Naturschutzgebiet Mittelfrankens. Im Märzenbecherwald bei Ettenstatt verwandelt der seltene Märzenbecher, der es in den Wappen der Gemeinde Ettenstatt geschafft hat, im Frühling den Waldboden in einen weißen Teppich.[10] Andere unter Naturschutz stehende Waldgebiete sind der Auwald bei Westheim und der Eichen-Hainbuchenwald Laubenbuch bei Rothenstein. Das Naturschutzgebiet Grafenmühle umfasst zwar auch Trockenwälder, aber das Niedermoor und die flache Uferzone waren die schlaggebenden Gründe für die Ernennung des Gebietes zum Naturschutzgebiet. Auch Magerrasen nahe dem Brombachsee[11] und nördlich von Niederhofen[12] stehen unter Schutz. Daneben gibt es noch das Brombachmoor als letztes noch erhaltenes Gebiete des Brombachtals, der landschaftsprägende Zwölf-Apostel-Felsen, die Buchleite bei Markt Berolzheim sowie die Steinerne Rinne von Wolfsbronn.
Der Umfang der Landkreisgrenze beträgt rund 172 km.[13] Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Oberhöhberg und der Waldflur Oberholz südlich von Langenaltheim liegt bei rund 40,8 km;[13] die größte West-Ost-Ausdehnung zwischen dem Auwald bei Westheim und Biburg liegt bei rund 42,1 km.[13] Die geografische Mitte des Landkreises befindet sich zwischen Holzingen und Markt Berolzheim, einige 100 m östlich vom Gipfel des Trommetsheimer Berges.[13] Die insgesamt 970,83 km² Landkreisfläche verteilen sich auf[14]
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Das Gebiet des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen kam erst Anfang des 19. Jahrhunderts zu Bayern. 1808 wurden die Landgerichte Weißenburg, Gunzenhausen und Heidenheim errichtet, die zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 zum Oberdonaukreis und ab 1817 zum Rezatkreis gehörten, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde. 1852 wurden aus den ehemaligen Herrschaftsgerichten Ellingen und Pappenheim die gleichnamigen Landgerichte errichtet. Diese bildeten ab 1862 mit dem Landgericht Weißenburg das Bezirksamt Weißenburg. Aus den Landgerichten Gunzenhausen und Heidenheim wurde das Bezirksamt Gunzenhausen gebildet. Die Stadt Weißenburg schied 1863 aus dem Bezirksamt Weißenburg aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. 1880 wurde das Bezirksamt Gunzenhausen um vier Gemeinden des aufgelösten Bezirksamts Heilsbronn vergrößert. 1939 wurden die Bezirksämter in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurden der Landkreis Weißenburg in Bayern (mit Ausnahme einer Gemeinde, die dem Landkreis Roth angegliedert wurde), der Landkreis Gunzenhausen (mit Ausnahme einiger Gemeinden, die an die Landkreise Roth und Ansbach kamen) sowie die bisher kreisfreie Stadt Weißenburg in Bayern zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst „Landkreis Weißenburg“ hieß. 1973 erhielt er dann seinen heutigen Doppelnamen „Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen“.
Im Gebiet des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen finden sich Zeugnisse von Besiedelungen aus fast allen vorgeschichtlichen Epochen von der mittleren Steinzeit bis in die Hallstatt- und die keltische La-Tène-Zeit. Von der Präsenz der Kelten zeugen unter anderem Grabhügel, Viereckschanzen und Abschnittswälle.
Die Römer besiedelten das Land vor rund 2.000 Jahren und bauten viele Villen und Kastelle, wie die Biriciana bei Weißenburg. Das Christentum breitete sich nach Gründung des Bistums Eichstätt unter den Heiligen Walburga, Sola und Wunibald aus. Zu dieser Zeit wurden die meisten Ortschaften im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erstmals urkundlich erwähnt. Karl der Große besuchte mehrere Orte im Landkreisgebiet während des Baus der Fossa Carolina südlich von Treuchtlingen.
Die Gemeinden des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen waren im Mittelalter durch das Territorialbestreben kirchlicher und weltlicher Würdenträger in verschiedene Herrschaftsgebiete zerstückelt. Der Deutsche Orden, der Bistum Eichstätt, die Herren von Pappenheim, der Schenk von Geyern und die Markgrafen von Ansbach hatten Besitztümer, während Weißenburg eine Freie Reichsstadt war. Diese Mächte und ansässigen Adelsfamilien prägten das Gebiet über viele Jahrhunderte hinweg mit ihren Burgen und Schlössern, von denen auch heute noch einige vollständig, andere als Ruine, erhalten sind.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde fast jedes Dorf zerstört und zwei Drittel der damaligen Bevölkerung des Landkreisgebietes starb. Danach blüten Handel und Handwerk auf, Häuser wurden wieder aufgebaut und Barockbauten kamen hinzu. Während der Napoleonischen Kriege wird die Gegend wiederholt von preußischen, russischen, österreichischen und bayerischen Truppen besetzt. Die Reichsfreie Stadt Weißenburg verlor 1802 seine Reichsfreiheit, kam zuerst an Kurbayern, dann an Preußen und 1806 endgültig an das Königreich Bayern.
Als eine der ersten Städte im Reichsgebiet tat sich Gunzenhausen mit der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung hervor. Im April 1933 wurde dort das erste Hitler-Denkmal des Deutschen Reiches errichtet. Am 25. März 1934 kam es zum ersten Juden-Pogrom in ganz Bayern. Der Übergriff brachte Gunzenhausen weltweit negativ in die Presse[15]. Einen Tag vor der Reichspogromnacht 1938 kaufte Gunzenhausen der israelitischen Kultusgemeinde die Synagoge ab, so blieb sie auf Intervention des Feuerwehrleiters als städtischer Besitz von einer Brandschatzung verschont. In der Reichspogromnacht wurde auch die jüdische Gemeinde von Altenmuhr gewaltsam aufgelöst. 1940 errichtete man auf dem Gelände des Jüdischen Friedhofs von Pappenheim, der in der Pogromnacht ebenfalls geschändet wurde, drei Baracken und verwendete die restliche Fläche als Spielplatz.
Am 23. Februar 1945 erfolgte gegen 11:00 Uhr ein Luftangriff auf den Bahnhof Treuchtlingen (Operation Clarion). Insgesamt wurden im Bahnhof und der Umgebung fast 600 Menschen getötet und weitere 900 verletzt. Die meisten der Bombenopfer sind in der Gedenkstätte der Kriegsgräberfürsorge auf dem Nagelberg beigesetzt. Bei einem zweiten Angriff am 11. April wurden keine Menschen getötet. Beim alliierten Bombenangriff auf Weißenburg am 23. Februar wurden 22 Menschen getötet; Kriegsende in Weißenburg war am 23. April mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Landkreisgebiet zur Amerikanischen Besatzungszone. Mehrere 10.000 ausgebombte Städter und Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und Schlesien ließen sich im heutigen Landkreis nieder.
Auf Initiative von Ernst Lechner wurde am 16. Juli 1970 vom Bayerischen Landtag beschlossen, das Fränkische Seenland in Südfranken zu erbauen, um damit die Wasserregulierung des Main-Donau-Kanals zu sichern und die Wasserversorgung des wasserarmen Nordbayern zu bessern.
Infolge der Gemeindegebietsreform in Bayern 1972 wurden die ehemals selbstständigen Landkreise Weißenburg in Bayern, Gunzenhausen und die kreisfreie Stadt Weißenburg zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen vereint. Weißenburg verlor seine Kreisfreiheit und wurde zur Großen Kreisstadt.
Der Landkreis Gunzenhausen grenzte im Norden an den Landkreis Ansbach, im Nordosten an den Landkreis Schwabach, im Osten an den Landkreis Weißenburg i.Bay., im Süden an den Landkreis Donauwörth, im Südwesten an den Landkreis Nördlingen und im Westen an die Landkreise Dinkelsbühl und Feuchtwangen. Der Landkreis Weißenburg in Bayern grenzte im Westen an den Landkreis Gunzenhausen, im Norden an den Landkreis Schwabach, im Nordosten an den Landkreis Hilpoltstein, im Südosten an den Landkreis Eichstätt und im Süden an den Landkreis Donauwörth. Vom Landkreis Weißenburg vollständig umschlossen war die kreisfreie Stadt Weißenburg.
Beide Landkreise hatten insgesamt 132 Gemeinden,[16][17] wovon 30 Gemeinden übrigblieben und davon drei heute zum Landkreis Ansbach gehören.Das Kfz-Kennzeichen von Weißenburg WUG blieb und wurde zum Kfz-Kennzeichen des neuen Landkreises.
| Jahr | 1840 | 1871 | 1900 | 1925 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 1999 | 2005 | 2008 |
| Anzahl der Einwohner[18] | 55.513 | 57.956 | 62.157 | 65.359 | 64.497 | 94.193 | 85.958 | 88.201 | 86.381 | 94.990 | 94.660 | 93.009 |
Im Jahr 2005 lebten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 94.660 Personen, davon 46.593 Männer (49,2 %) und 48.067 Frauen (50,8 %). Der Ausländeranteil betrug 2005 6,1 %.[14]
Die Bewohner des Landkreises wohnen in insgesamt 25. 842 Wohngebäuden. Viele dieser Wohngebäuden enthalten einige der insgesamt 41. 776 Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche beträgt 4.260.621 m², was 45, 01 m² Wohnfläche pro Person wäre. Damit liegt die Wohnfläche pro Person in Weißenburg-Gunzenhausen leicht über dem bayerischen Durchschnitt von 42 m² pro Person.[14]
Viele der Museen in den Ortschaften des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen befassen sich mit der Regionsgeschichte. Es gibt unter anderem das Heimat- und Brauereimuseum Pleinfeld, der seit 1984 die Geschichte Pleinfelds zeigt, sowie das erste Brauereimuseum Mittelfrankens enthält.[43] In Weißenburg befinden sich das Römermuseum, einem Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München,[44] das Apothekenmuseum mit einer Apothekeneinrichtung aus dem 19. Jahrhundert und das Reichsstadtmuseum mit dem Haus Kaaden, dass die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei thematisiert. Das Kulturzentrum Ostpreußen hingegen befindet sich im Ostflügel des Ellinger Schlosses. Dort wird die ostpreußische Landeskunde und Kulturgeschichte sowie zeitgenössische Kunst gezeigt.[45] Ebenfalls in Ellingen befindet sich im Pleinfelder Tor das Spielzeug- und Bauernmöbelmuseum.
Im Museum für Vor- und Frühgeschichte Gunzenhausen werden Funde von der Jungsteinzeit bis in das frühe Mittelalter gezeigt; besondere Objekte der Ausstellung sind Grabbeigaben aus dem Gräberfeld von Westheim, sowie römische, hallstattzeitliche und latènezeitliche Funde.[46] Ebenfalls in Gunzenhausen befindet sich im Palais Zocha das Stadtmuseum Gunzenhausen mit dem Themaschwerpunkt Mittelalter. Im Informationszentrum Fränkisches Seenland wird die Entstehung des Fränkischen Seenlands und seine Folgen gezeigt. Im Burgmuseum Pappenheim wird sowohl die Geschichte der Burgruine als auch der Stadt Pappenheim gezeigt. In Pappenheim gibt es noch ein kleines Jagdmuseum.
Viele Fossilienfunde und zwei Archaeopterixe aus den o.g. örtlichen Steinbrüchen kann man im Bürgermeister Müller-Museum in Solnhofen sehen. Das Volkskundemuseum in Treuchtlingen zeigt die Geschichte des deutschen Wirtschaftswunders. Das Heimatmuseum Treuchtlingen hingegen ist eine ehemalige Posamenten-Fabrik mit Dauerausstellungen über die Burgruine Treuchtlingen. In Bergen befindet sich eine historisch nachempfundene Schmiede, in dem unter anderem generalüberholte Bohr-, Dreh-, Fräß- und Schmiedemaschinen aus den Jahren 1905 bis 1920 zu sehen sind.
Das Altmühlsee-Informationszentrum befindet sich am Muhrer Bürgerhof, in dem man sich über Technik, Natur und Kultur rund um den Altmühlsee kundig machen kann. Im Bäuerlichen Heimatmuseum in Gundelsheim a. d. Altmühl werden alte landwirtschaftliche Geräte und Maschinen sowie alte Haushaltsgeräte ausgestellt.[47]
Zu den sportlichen Highlights im Landkreis zählen der Seenlandmarathon und der Altmühlseelauf.
Die Weißenburger Kirchweih ist der Treffpunkt der Weißenburger aus der ganzen Welt. Das erstmals 1455 erwähnte Volksfest ist mit schätzungsweise 70.000 Besuchern das größte Volksfest im südlich Franken.[48] Die Auswanderer nach Amerika feierten im 19. Jahrhundert die Weißenburger Kirchweih in New York City.
Auf der Freilichtbühne des Naturtheaters Bergwaldtheater in Weißenburg finden jährlich von Juni bis August die Sommerfestspiele statt, wo Opern und Theaterstücke gezeigt werden.
Die Lichtmessmärkte mit verkaufsoffenem Sonntag finden in Weißenburg und Gunzenhausen am ersten, in Treuchtlingen am zweiten Februarsonntag statt.
Zu den großen Weihnachtsmärkten der Region zählen der St. Andreas Weihnachtsmarkt am Vorplatz der Stadtkirche in Weißenburg und der Gunzenhäuser Weihnachtsmarkt.
Im Gebiet des heutigen Landkreises siedelten sich im Mittelalter die ersten Juden an und stellten über Jahre in einigen Orten bis zu ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Es gründeten sich zahlreiche Jüdische Gemeinden, beispielsweise in Altenmuhr, Ellingen, Cronheim, Treuchtlingen, Weimersheim, Dittenheim, Pappenheim, Berolzheim und Heidenheim. All diese Gemeinden wurden in Reichskristallnacht 1938 ausgelöscht. Zum ersten Judenpogrom der NS-Zeit kam es bereits 1934 in Gunzenhausen, was die Stadt weltweit negativ in die Presse brachte. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es drei jüdische Friedhöfe: in Pappenheim, in Treuchtlingen und in Gunzenhausen. Dabei ist der Friedhof in Pappenheim der älteste und größte im Landkreis.
Zusammensetzung des Kreistages (Stand 1. Mai 2008):
Das seit 1976 geführte Wappen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen weist auf die Geschichte des Landkreises hin. Das Stammwappen der Grafen von Truhendingen mit Rot-Gold-Teilung steht für das frühere Oberamt Hohentrüdingen der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach. Der halbe Reichsadler auf goldenem Grund weist auf die Reichsstadt Weißenburg hin. Die silber-blauen Reihen von Eisenhütten beziehen sich auf die Grafen von Pappenheim.[50]
Die Wappenbeschreibung lautet "Über Schildfuß, darin Eisenhutfeh von Silber und Blau, gespalten; vorne dreimal geteilt von Rot und Gold, hinten in Gold ein halber, rot bewehrter schwarzer Adler am Spalt."
Alle Wappen des Landkreises sind unter Liste der Wappen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgeführt.
Die staatliche Ludwigs-Süd-Nord-Bahn eröffnete im heutigen Kreisgebiet 1849 das Teilstück Pleinfeld–Gunzenhausen–Cronheim–Nördlingen ihrer Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg.
Die Stadt Ansbach baute im Jahr 1859 auf eigene Kosten eine Anschlussbahn nach Gunzenhausen, die von den Bayerischen Staatseisenbahnen 1869 nach Treuchtlingen verlängert wurde. Gleichzeitig kam auch die direkte Verbindung von Pleinfeld über Weißenburg nach Treuchtlingen zustande, die 1870 durch das Altmühltal nach Eichstätt und Ingolstadt weitergeführt wurde. Die Strecke von Treuchtlingen in Richtung Donauwörth–Augsburg über die Fränkische Alb konnte erst 1906 in Betrieb genommen werden. Seit 1985 ruht auf der Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen der reguläre Personenverkehr. Sie dient jetzt neben dem noch regelmäßigen Güterverkehr auch einer Museumsbahn.
Durch den Landkreis führen die Hauptstrecken Treuchtlingen-Würzburg, Ingolstadt–Treuchtlingen und Nürnberg–Augsburg, während die Bahnstrecke Gunzenhausen–Pleinfeld eine Nebenstrecke und die Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen eine Museumsbahn ist. Die Stadt Treuchtlingen ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten in Bayern. Mit der Eröffnung der ICE-Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt hat er im Fernverkehr an Bedeutung verloren, bildet jedoch immer noch ein Nadelöhr für den überregionalen Güterverkehr. Alle Bahnhöfe des Landkreises sind unter Bahnhöfe im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgeführt.
Der Landkreis ist neben dem Landkreis Cham und dem Landkreis Kronach einer von drei bayerischen Landkreisen ohne eigenen Autobahnanschluss. Wichtigste Verkehrsachsen sind daher überwiegend Bundesstraßen sowie Kreisstraßen und Gemeindestraßen.
Die wichtigste Nord-Süd-Verbindung ist die teilweise vierspurige, teilweise dreispurige Bundesstraße 2, die von Nürnberg bzw. Roth her kommt. Wegen des Autobahnanschlusses Roth an der A6 besteht eine Verbindung des Landkreises auch zur A73 (Bamberg-Feucht) und zur A9 (Berlin-Nürnberg-München). Diese führt an Pleinfeld vorbei, erreicht nach einiger Zeit Ellingen, und übernimmt dann die B13, mit der sie gemeinsam eine Trasse bis zur Abzweigung Weißenburg-Mitte bildet. Südlich Weißenburg führt die B2 am bekannten Kurort Treuchtlingen vorbei. Der südlichste Punkt der B2 im Landkreis bildet der Weiler Büttelbronn, der sich in der Gemeinde Langenaltheim befindet. Von dort aus überschreitet die B2 die fränkisch-schwäbische Grenze und man erreicht nach einiger Zeit dann Donauwörth. Von dort aus kann man weiter nach Augsburg und Richtung Allgäu fahren und hat von Süden her einen Anschluss zu den Bundesautobahnen 8 (Ulm-Augsburg-München) und 96 (Bregenz-Memmingen-München).
Die Bundesstraße 13, die bei Ansbach die Autobahn 6 kreuzt, erreicht den Landkreis bei Muhr am See. Bei Gunzenhausen kreuzen sich B13 und die Bundesstraße 466 und durchqueren anschließend die Ortschaften Unterasbach, Dornhausen, Theilenhofen und Stopfenheim. Westlich von Ellingen mündet die B13 in die B2 ein, mit der sie eine gemeinsame Trassenführung auf einer dreispurigen Straße eingeht. Diese gemeinsame Trasse endet am Abzweig Weißenburg-Mitte. Die B13 verlässt Weißenburg Richtung Ost-Südost. Nach einer kurzen Serpentinstrecke erreicht man das Bergwaldtheater Weißenburg. Von dort aus geht es durch Buchenwälder Richtung Rothenstein, dem südöstlichen Endpunkt der B13 im Landkreis. Nach ca. 15 km erreicht man die benachbarte Kreisstadt Eichstätt und nach ca. 50 km die oberbayerische Großstadt Ingolstadt. Auch über diese Verbindung besteht Anschluss an die A9 und darüber hinaus auch Richtung Ostbayern.
Die Bundesstraße 466, die von Schwabach westlich des Brombachsee in den Landkreis kommt, durchläuft Haundorf-Obererlbach und geht weiter Richtung Gunzenhausen. Mit der B13 gibt es eine gemeinsame Trassenführung, um den Ort zu umfahren. Westlich des Knotens Gunzenhausen-West verlässt die B13 die gemeinsame Trassenführung und die B466 wird nun durch Gnotzheim, Ostheim und Westheim Richtung Oettingen im benachbarten Landkreis Donau-Ries geführt. Von Oettingen bzw. Nördlingen aus besteht über die Bundesstraßen 25 und 29 Anschluss an die A7 (Kempten-Ulm-Würzburg) bei der Ausfahrt Aalen-Westhausen. Zudem verbindet die B29 auch Nördlingen mit der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.
Die geplante B131 neu soll im Endausbau die Verbindung zwischen der Autobahn 7 und der Autobahn 9 darstellen und damit dem Landkreis seinen eigenen Autobahnanschluss geben.[51]
Alle 35 Landkreisstraßen sind unter Liste der Kreisstraßen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgeführt.
Nächster Verkehrsflughafen ist der Flughafen Nürnberg. Im Landkreis gibt es den Flugplatz Gunzenhausen-Reutberg, den Flugplatz Weißenburg-Wülzburg und den Flugplatz Treuchtlingen-Bubenheim.
In allen Gemeinden existieren Grundschulen, teilweise auch Mittelschulen, die zum Teil in Schulverbänden gemeinsam kooperieren. Realschulen befinden sich in Weißenburg[52] und Gunzenhausen,[52] neben dem Werner-von-Siemens-Gymnasium in Weißenburg[52] und dem Simon-Marius-Gymnasium in Gunzenhausen[52] gibt es außerdem die Kooperative Gesamtschule Senefelder-Schule in Treuchtlingen[52] mit Mittel-, Realschul- und Gymnasiumszweig.[53] Daneben gibt es in Gunzenhausen und Weißenburg jeweils auch eine Berufsschule,[52] eine Berufsoberschule[52] sowie eine Fachoberschule.[52] Im Beruflichen Schulzentrum Gunzenhausen sind Berufsschule, Wirtschaftsschule und eine Meisterschule für Schreinerei vereinigt.[54] Eine Landwirtschaftsschule in Gunzenhausen und zwei Berufsfachschulen für Krankenpflege sind ebenfalls vorhanden.[52] In Weißenburg und Gunzenhausen befinden sich mehrere Förderschulen.
Die nächsten staatlichen Hochschulen befinden sich in Nürnberg, Erlangen und Regensburg. Daneben übernehmen vor allem die Volkshochschulen in Gunzenhausen und Weißenburg[55] sowie mehrere Bibliotheken, wie die Stadtbibliothek Weißenburg, den Bildungsauftrag gegenüber der Bevölkerung.
Zu den 65 Kindergärten des Landkreises[14] gehört ein Montessori-Kindergarten in Weimersheim.
Die meisten Unternehmen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind mittelständisch.[56] Rund die Hälfte der Arbeitsplätze verteilen sich auf das produzierende Gewerbe, die andere Hälfte auf das Dienstleistungssektor.[56] Die bedeutendsten Industriezweige im Landkreis sind die kunststoffverarbeitende Industrie und die Automobilzulieferbrache.[56] Der größte Arbeitgeber des Landkreises ist die Faurecia GmbH. Das Bruttoinlandsprodukt des Landkreises beträgt rund 2,3 Milliarden Euro.[56] Obwohl die Landwirtschaft nur 3 % des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, spielt sie eine große Rolle im Landkreis.[56] Der Tourismus ist durch den Naturpark Altmühltal und das Fränkischen Seenland ein immer größer werdender Wirtschaftszweig.
Die Braukunst hat im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eine große und langwährende Tradition. Es gibt viele kleine Brauereien, wie Schneider-Bräu und Sigwart-Brauerei in Weißenburg, Ritter-Bräu in Nennslingen, Felsenbräu Thalmannsfeld in Thalmannsfeld, Brauerei Strauss in Wettelsheim, Fürst Carl Brauerei in Ellingen, Schorsch-Bräu in Gunzenhausen und Wurm-Bier in Bieswang.
Durch den Bau der Fränkische Seen in den 1970er Jahren entstand hier ein völlig neues Urlaubs- und Erholungsgebiet. Ein weiteres Erholungsgebiet bietet der Naturpark Altmühltal. Die Städte und Gemeinden im Landkreis profitieren von den ständig wachsenden Besucherzahlen, wobei auf sanften Tourismus gesetzt wird. Der Ort mit den meisten Übernachtungen im Landkreis ist Gunzenhausen. Auch die historischen Altstädte, Burgen und Häuser im Landkreis ziehen Touristen an.
Die Ferienstraße Deutsche Limes-Straße führt aus Richtung Aalen kommend über Gunzenhausen, Weißenburg und Ellingen nach Regensburg, die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee, Deutschlands längste Touristenroute, verläuft entlang der Altmühl auch durch den südlichen und westlichen Teil des Landkreises. Mehrere überregionale Rad- und Wanderwege, so zum Beispiel der Frankenweg, der Altmühltal-Panoramaweg, der Main-Donau-Weg oder der Deutscher Limes-Radweg führen durch den Landkreis.
Seit dem Jahr 2001 wird im Landkreis verstärkt an die Produktion von Erneuerbarer Energie (EEG) gedacht. Mit einem EEG-Stromanteil von 38 % (Stand: 24. Oktober 2011)[57] liegt der Landkreis weit über dem mittelfränkischen Durchschnitt von 13 % und liegt damit auf Platz 9 der bayerischen Landkreise. Rund 44 % der erneuerbaren Energie kommt von insgesamt 62 Biogasanlagen im Landkreis; Solarstrom macht rund 37 % aus.[58] Bei Degersheim befindet sich der größte Windpark Bayerns mit 9 Windanlagen. 2010 gab es im Landkreis 11 sich im Betrieb befindliche Nähwärmenetze sowie 18 sich in der Bau- oder Planungsphase befindliche Netze.
Es gibt im Landkreis zwei Kreiskrankenhäuser:
Beide Krankenhäuser dienen der Grund- und Regelversorgung und gehören seit 2002 zusammen zum selbständigen Kommunalunternehmen Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Daneben gibt es noch ein städtisches Krankenhaus in Treuchtlingen, das sogenannte Gesundheitszentrum Treuchtlingen.
Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es im Printmedienbereich drei große Tageszeitungen: Das Weißenburger Tagblatt, der Altmühlbote und der Treuchtlinger Kurier, alle drei Lokalausgaben der Nürnberger Nachrichten.
(Einwohnerzahlen Stand: 31. Dezember 2010[61])
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Keine Gemeindefreien Gebiete |
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