| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
Koordinaten: 47° 47′ N, 11° 3′ O |
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern |
| Verwaltungssitz: | Weilheim i.OB |
| Fläche: | 966,41 km² |
| Einwohner: |
130.922 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 135 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | WM |
| Kreisschlüssel: | 09 1 90 |
| NUTS: | DE21N |
| Kreisgliederung: | 34 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: | Pütrichstraße 8 82362 Weilheim i.OB |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Dr. Friedrich Zeller (SPD) |
| Lage des Landkreises Weilheim-Schongau in Bayern | |
Der Landkreis Weilheim-Schongau liegt im Südwesten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern. Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Landsberg am Lech und der Landkreis Starnberg, im Osten der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, im Süden der Landkreis Garmisch-Partenkirchen und im Westen der schwäbische Landkreis Ostallgäu.
Im Westen ist der Lech, im Kerngebiet die Ammer (und der Ammersee) und an der Ostgrenze des Landkreises die Loisach das wichtigste Gewässer. Im Nordosten grenzt der Starnberger See an. Der Hohe Peißenberg mit 988 m teilt den Raum Schongau vom Raum Weilheim. Höchster Punkt im Landkreis ist die Niederbleick bei Wildsteig mit 1.589 m, niedrigster Punkt die Ammermündung bei Fischen am Ammersee mit 533 m.
Der Lech markiert auch heute noch ungefähr die Grenze zwischen dem bairischen und dem schwäbischen Sprachgebiet.
Lange Zeit war das Kreisgebiet mit einem dichten Urwald bewachsen und von Menschen unbewohnt. Aus der späteren Steinzeit stammen früheste Funde menschlicher Aktivitäten. Von der Pollinger Kultur (3900 bis 3500 v. Chr.) stammen Funde von Henkeltassen oder Töpfen mit teppichartigen Verzierungen.[2] Weitere Besiedlungsspuren stammen aus der Bronzezeit. Vor den Römern, die ab 15 v. Chr. in die Gegend kamen, waren die Kelten im Kreisgebiet. Die römische Provinz, zu der das Gebiet gehörte, hieß Raetien. Um 476 zogen sich die Römer zurück nach Süden.[3] Dann kamen ins östliche Kreisgebiet die Bajuwaren und im Westen die Alemannen und bis heute gibt es hier ein Sprachgrenze zwischen dem bayerischen Dialekt und dem Lechrainer Dialekt. Im Laufe der Zeit hatten Franken, Welfen, die Hohenstaufen, Huosi, Andechs-Meranier, Agilolfinger und die Wittelsbacher die Herrschaft in dem Gebiet.
Im heutigen Kreisgebiet wurden 1803 die Landgerichte Weilheim und Schongau errichtet. Sie gehörten zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. 1862 wurden aus den Landgerichten Weilheim und Schongau die gleichnamigen Bezirksämter gebildet. Diese wurden 1939 in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus dem Landkreis Weilheim in Oberbayern, dem Großteil des Landkreises Schongau (beide Reg-Bz. Oberbayern) und der Gemeinde Ingenried des Landkreises Marktoberdorf (Reg.-Bz. Schwaben) ein neuer Landkreis gebildet, der zunächst die Bezeichnung „Landkreis Weilheim in Oberbayern“ erhielt. Einige Gemeinden im Norden des Landkreises Schongau kamen zum Landkreis Landsberg am Lech, die Gemeinde Bad Bayersoien sowie mehrere Gemeinden im Süden des Landkreises Weilheim wurden den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen zugeordnet. 1973 erhielt der neue Landkreis den Doppelnamen „Landkreis Weilheim-Schongau“.
| Jahr | 1840 | 1871 | 1900 | 1925 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2000 | 2005 | 2008 |
| Anzahl der Einwohner[4] | 25.872 | 29.897 | 40.827 | 53.209 | 57.682 | 89.577 | 88.024 | 96.358 | 106.374 | 127.018 | 131.034 | 130.926 |
Der Landkreis gehört zu den zehn deutschen Landkreisen mit der geringsten Arbeitslosigkeit. Dies verdankt er seiner gewachsenen und ausgewogenen Wirtschaftsstruktur von Industrie und Handwerk, Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen, der eine von Großbetrieben verursachte Monotonie fehlt. Handwerkliche und mittelständische Betriebe prägen das Wirtschaftsgefüge, fast zwei Drittel der Arbeitnehmer im Landkreis sind hier beschäftigt. In Weilheim ist das Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern (BTZ) für fünf oberbayerische Landkreise angesiedelt.
Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 291 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 9.457 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523).
Der Verkehr durch den Landkreis ist relativ ruhig; das Autobahnnetz berührt den Landkreis nur im Osten (A 95 München–Garmisch). Die Hauptverkehrsadern sind die B 2, B 23, B 472 und B 17.
Die Kreisstadt Weilheim ist ein Knotenpunkt des regionalen Eisenbahnnetzes. Diese Stadt hatte im vorigen Jahrhundert selbst die Initiative zum Bahnbau ergriffen und auf eigene Kosten die folgenden Strecken eröffnet:
Die Bayerischen Staatseisenbahnen erweiterten das Schienennetz durch die Verbindungen Peißenberg Nord–Peißenberg (1875) und Weilheim–Murnau (1879). 1898 folgte die Weiterführung von Penzberg nach Kochel und die Verbindung Augsburg–Weilheim am Ammersee entlang.
Die Stadt Schongau wurde 1886 zunächst parallel zum Lech mit Landsberg verbunden. Es dauerte über 30 Jahre, bis 1917 über Peiting die Lücke nach Peißenberg geschlossen wurde und somit Züge auch nach Weilheim fahren konnten. Schließlich folgte – schon unter der Regie der Deutschen Reichsbahn – im Jahre 1923 die Nebenbahn Schongau–Kaufbeuren. Diese wurde 1972 stillgelegt, ferner 1984 der Personenverkehr der Strecke Schongau–Landsberg, auf der jetzt die Augsburger Localbahn GmbH Güterzüge befördert. Für den Personenverkehr sind also noch etwa 75 % des ursprünglichen Netzes von rund 100 km Länge in Betrieb.
| Partei / Liste | Wahl 2008[5] | Wahl 2002 | ||
|---|---|---|---|---|
| Stimmenanteil | Sitze | Stimmenanteil | Sitze | |
| CSU | 40,9 % | 25 | 53,5 % | 33 |
| SPD | 22,0 % | 13 | 24,6 % | 15 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 9,6 % | 6 | 7,8 % | 4 |
| Unabhängige/Ödp | 6,5 % | 4 | - | - |
| FDP | 3,5 % | 2 | 2,5 % | 1 |
| REP | 2,0 % | 1 | 1,7 % | 1 |
| Bürger für den Landkreis Weilheim-Schongau (BfL) | 15,5 % | 9 | - | - |
| Parteifreie u.Unabh.Wählergemeinschaft | - | - | 10,1 % | 6 |
| Gesamt | 100 % | 60 | 100 % | 60 |
| Wahlbeteiligung | 67,1 % | 67,2 % | ||
Dem Landkreis Weilheim-Schongau ist nach Beschluss des Kreistags und Zustimmung der Regierung von Oberbayern mit Schreiben derselben vom 21. Mai 1974 die Genehmigung erteilt worden, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen.
„Unter goldenem Schildhaupt, darin ein schreitender, herschauender, rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Löwe, in Blau ein goldener Abtstab, dem ein silberner Schlägel und ein silberner Hammer schräg gekreuzt unterlegt ist.“[6]
Der Löwe ist aus dem Wappen der Hohenstaufen entnommen, die als Erben der Welfen seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert am oberen Lechrain reich begütert waren und als schwäbische Herzöge, deutsche Könige und Kaiser eine bedeutende historische Rolle spielten. Der herschauende Löwe ist zugleich Wappenzeichen der welfischen Herzöge, wie es in Steingaden überliefert ist. Welfische Stammgüter lagen im Schongauer Gebiet. Der Abtstab unterstreicht die große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der im Kreisgebiet liegenden früheren Klöster Wessobrunn, Polling, Habach, Bernried, Rottenbuch und Steingaden. Die Bergmannswerkzeuge Hammer und Schlägel, das sogenannte Gezäh, sind die heraldischen Symbole für Bergbau und erinnern an den seit dem 19. Jahrhundert intensiver betriebenen staatlichen Pechkohlebergbau in Penzberg und Peißenberg, der in den 1960er-Jahren seine größte Blüte erlebte und bis zur Stilllegung der Gruben 1966/71 das Wirtschaftsleben des Landkreises prägte. Die Tingierung des Hauptfeldes in Silber und Blau weist auf die wittelsbachische Landesherrschaft seit 1268 und die Zugehörigkeit zu Bayern hin. Das seit 1974 geltende Landkreiswappen symbolisiert die Zusammensetzung des Verwaltungsbezirks aus den ehemaligen Landkreisen Schongau und Weilheim. Durch die Übernahme des Staufer Löwen aus dem früheren Schongauer Kreiswappen und der Figur mit Hammer, Schlägel und Abtstab aus dem früheren Weilheimer Wappen wird das Hoheitszeichen beiden Teilgebieten des 1972 formierten Landkreises Weilheim-Schongau mit Sitz des Landratsamtes in Weilheim gerecht.[6]
„Der Landkreis führt eine Fahne in den Farben Schwarz-Gelb-Blau.“[7]
Der Landkreis führt diese Flagge wie ebenfalls das Wappen seit dem 21. Mai 1974.[8]
(Einwohner am 31. Dezember 2010[9])
Keine Gemeindefreien Gebiete |
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