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Le Monde (französisch ‚Die Welt‘) ist eine französische Tageszeitung. Die überregional erscheinende Zeitung gilt neben dem Figaro als die wichtigste meinungsbildende Zeitung Frankreichs. Die politische Ausrichtung des Blattes gilt als linksliberal. Le Monde ist indirekt verbunden mit der linksgerichteten Zeitung Le Monde diplomatique. In deutscher Übersetzung erscheint Le Monde diplomatique monatlich eigenständig und als Beilage der taz sowie der WOZ.
Nach der Befreiung Frankreichs (La Libération) wollte General Charles de Gaulle wieder eine journalistisch anspruchsvolle Tageszeitung von internationalem Ruf erscheinen lassen. Die am 30. November 1942 von deutschen Behörden geschlossene Tageszeitung Le Temps nahm diesen Rang in der Zwischenkriegszeit als offizielle Tageszeitung des Quai d'Orsay, des französischen Außenministeriums, ein. Wegen der Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg hatte die Redaktion von Le Temps ihr Ansehen verloren. Er beauftragte seinen damaligen Informationsminister Pierre-Henri Teitgen, einen Herausgeber zu finden, welcher der Résistance angehört hatte und eine unbezweifelbare journalistische Kompetenz aufwies. Teitgen entschied sich als Herausgeber für den Gaullisten Hubert Beuve-Méry, der aus Protest gegenüber der redaktionellen Zustimmung für das Münchner Abkommen 1938 von seiner Stelle als Auslandskorrespondent in Prag zurückgetreten war. Das Redaktionsgebäude von Le Temps in der rue des Italiens wurde beschlagnahmt und deren Typographie und Erscheinungsformat übernommen. Das erste Redaktionskomitee umfasste außerdem den Rechtsprofessor René Courtin und de Gaulles ehemaligen Pressesbeauftragten Christian Funck-Brentano. Am 18. Dezember 1944[1] erschien die erste Ausgabe von Le Monde.
Bis zum Juni 2010 gehörte Le Monde zu 53 Prozent seinen Angestellten und Mitarbeitern. 47 Prozent teilten sich Danone, die Bank BNP Paribas und der Milliardär François Pinault. 2004 war das schlimmste Verlustjahr der Zeitung. Die Verlagsgruppe La Vie-Le Monde konnte ihr Defizit im Jahr 2005 von rund 28 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2006 halbieren. Interesse an der Zeitung hatte unter anderem der Pariser Rüstungs-, Luftfahrt- und Medienkonzern Lagardère.
Am 25. Juni 2010 erteilte die Redaktionskonferenz der Bietergruppe des PS-nahen Unternehmer Pierre Bergé, des Bankiers Mathieu Pigasse (Vize-Präsident von Lazard-Europa)[2] und des Internetunternehmers Xavier Niel (groupe Iliad, DSL-Anbieter Free)[3] den Zuschlag für den Kauf der wirtschaftlich angeschlagenen Tageszeitung Le Monde. Bergé und seine Compagnons garantieren der Redaktion weiterhin ihre journalistische Unabhängigkeit.[4] Bergé sicherte der Redaktion nicht nur ihr Veto-Recht über die Vergabe der Chefredaktion zu, sondern rief auch eine Stiftung mit einer Einlage von zehn Millionen Euro ins Leben, die allmählich Aktienanteile für die Redakteure erwerben soll, bis eine Sperrminorität von 33 Prozent erreicht sein wird.[5]
Staatspräsident Nicolas Sarkozy intervenierte mehrmals[6] und drohte schließlich der Redaktion bei einem Votum für Bergé & Co. mit einer Streichung der Subventionen für die Modernisierung der Le Monde-Druckerei.[7] Kritiker sprachen in Anlehnung an Italiens Ministerpräsidenten und Medienunternehmer Silvio Berlusconi von einer Berlusconisierung von Frankreichs Medien durch Sarkozy.[8] Der Aufsichtsrat der Le Monde-Gruppe stimmte mit der Redaktionsmehrheit für das Übernahmeangebot der Investorengruppe um Bergé.[9]
Seit dem 20. Dezember 2004 hat Le Monde einen neuen Firmensitz am Boulevard Auguste Blanqui im 13. Arrondissement (Pariser Süden). Die gläserne Fassade ziert eine Zeichnung des Le Monde-Karikaturisten Jean Plantureux (auch Plantu): Eine Friedenstaube mit Olivenzweig im Schnabel und ein Zitat des französischen Literaten Victor Hugo. Das ehemalige Gebäude der Air France wurde vom Architekten Christian de Portzamparc überdacht, die Raumverteilung und vor allem die kollektiven Arbeitsplätze entwarf seine Frau Élizabeth de Portzamparc.
Le Monde veröffentlicht folgende wöchentliche Beilagen:
Darüber hinaus veröffentlicht gelegentlich Le Monde-Sondernummern. Herausgegeben wird die Zeitung nicht nur als Druckformat, sondern auch in mehreren digitalen Versionen. Le Monde ist im Internet, als Anwendung für das Mobiltelefon und für das iPad erhältlich.[11]
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