| Generalleutnant | |
|---|---|
Schulterstück |
|
| Dienstgradgruppe | Generalität |
| NATO-Rangcode | OF-8 |
| Dienstgrad Heer/Luftwaffe | Generalleutnant |
| Dienstgrad Marine | Vizeadmiral |
| Abkürzung (in Listen) | GenLt (GL) |
| Besoldungsgruppe | B9 nach BBesO |
Der Generalleutnant ist in der NATO und einer Vielzahl von Streitkräften ein Drei-Sterne-General aus der Dienstgradgruppe der Generalität, dessen Stellung in der Hierarchie im Laufe der Geschichte wechselte.
Bei den Abbildern werden die Rangabzeichen, Dienstgradabzeichen oder Rangschlaufen als Dienstgrad gezeigt, die zumeist als Schulterstücke, aber auch als Kragenspiegel oder Kragenpatte, getragen werden.
Im Sanitätswesen der Bundeswehr sind das Äquivalent zu diesem Rang der Generaloberstabsarzt und der Admiraloberstabsarzt.
In den deutsche Streitkräften sowie der K.u.K. Armee war der Generalleutnant bis 1945 vergleichbar mit dem heutigen Generalsrang eines Zwei-Sterne-Generals.
Als Generalleutnant wurde im 16. und 17. Jahrhundert zum einen der den römisch-deutschen Kaiser im Frieden vertretende höchste Offizier bezeichnet. Er war mit weitgehenden politischen und militärischen Vollmachten ausgestattet und oft mehr ein militärischer Oberbefehlshaber. Generalleutnant hieß zum anderen auch der Stellvertreter des Höchstkommandierenden.[1]
Im 17. Jahrhundert war im Deutschen Reich der Generalleutnant der höchste militärische Dienstgrad der Reichsarmee als Stellvertreter (lieutenant, heute Leutnant) des Kaisers, der als oberster Kriegsherr den Titel General führte. Die Oberbefehlshaber in den einzelnen Reichskreisen führten dagegen den Titel
Noch die Kriegsverfassung des deutschen Bundes von 1821/22 bestimmt, einen Generalleutnant als Stellvertreter des Oberbefehlshabers zu wählen.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts entwickelte sich in Preußen der Generalleutnant zu einem Dienstgrad unter dem General und seit Ende des 18. Jahrhunderts zum Kommandeur einer Division.
Mit der Reichsgründung 1871 wurden die Dienstgrade des preußischen Heeres auf das Reichsheer übertragen, die von Reichswehr und Wehrmacht übernommen wurden. Eine typische Führungsverwendung für Generalleutnante war die eines Divisionskommandeurs und Gleichgestellte.
| Dienstgrad | ||
| niedriger:Generalmajor | Generalleutnant
(hier: Zwei-Sterne-General) |
höher:General der Waffengattung |
Im NS-Ranggefüge entsprach dieser Dienstgrad dem Generalstabsrichter der Militärgerichtsbarkeit, Vizeadmiral der Kriegsmarine beziehungsweise dem SS-Gruppenführer oder Gruppenführer (SA).
Gemäß den heutigen NATO-Rangcodes wären diese Ränge mit OF-7 (Zwei-Sterne-General) vergleichbar.
In den Landstreitkräfte und Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee, beziehungsweise den Grenztruppen der DDR, war der Generalleutnant, ähnlich der deutsche Streitkräften des 19. und 20. Jahrhunderts, der zweite Generalsrang der Dienstgradgruppe der Generale. Dies war auch zutreffend in den übrigen Streitkräften des Warschauer Pakts.
Gemäß NATO-Rangcodes wären dort der Rang dort mit OF-7 (Zwei-Sterne-General) vergleichbar gewesen.
Das Äqivalent zum GenLtn-Rang war der Vizeadmiral der Volksmarine.
| Dienstgrad | ||
| niedriger:Generalmajor | höher:Generaloberst | |
In der Bundeswehr sind der Generalleutnant und der Generaloberstabsarzt der zweithöchste Generalsrang, der gemäß den NATO-Rangcodes OF-8 dotiert ist und auch als Drei-Sterne-General bezeichnet wird.
Gleichrangige Dienstgrade sind der Vizeadmiral bei der Marine sowie der Generaloberstabsarzt und der Admiraloberstabsarzt im Sanitätsdienst. Der Dienstgrad General- bzw. Admiraloberstabsarzt ist der höchste Dienstgrad im Sanitätsdienst der Bundeswehr.
Generalleutnante sind in der Bundeswehr die Befehlshaber/Leiter vom Heeresführungskommando, Luftwaffenführungskommando sowie Kommandierende Generale von Korps (in den mittlerweile ausschließlich noch vorhandenen multinationalen Korps als "Commander (COM)" bezeichnet).
Generalleutnante und Vizeadmirale sowie die entsprechenden Dienstgrade der Sanität erhalten gemäß Bundesbesoldungsordnung (BBesO) ein Grundgehalt der Besoldungsgruppe B9. Seit 1. Januar 2011 beläuft sich das Grundgehalt in B9 auf 9.410,04€. Gemäß Personalhaushalt des Einzelplanes 14 des Entwurfes des Bundeshaushaltsgesetzes 2012[3] sind 27 Planstellen für die Soldaten der Besoldungsgruppe B9 vorgesehen. Davon entfallen acht auf das Bundesministerium der Verteidigung und 19 auf die Streitkräfte (nachgeordneter militärischer Bereich).
Für eine Liste der aktiven Generalleutnante siehe: Militärische Spitzengliederung der Bundeswehr
| niedrigerer DienstgradGeneralmajor | höherer DienstgradGeneral | ||
| Einordnung: Mannschaften - Unteroffiziere o.P. - Unteroffiziere m.P. - Leutnante - Hauptleute - Stabsoffiziere - Generale/AdmiraleAlle Dienstgrade auf einen Blick: Dienstgrade der Bundeswehr · Die Bundeswehruniformen: Uniformen | |||
In Österreich wurde wie in anderen Ländern Ende des 18. Jahrhunderts die niedrigste Generalscharge „Generalwachtmeister“ durch den Titel „Generalmajor“ ersetzt. Die Reihenfolge Generalmajor, Feldmarschallleutnant, General (Feldzeugmeister), Generaloberst und Feldmarschall blieb im Wesentlichen bis 1938 beibehalten.
Im österreichischen Bundesheer ist der Generalleutnant der zweithöchste Dienstgrad. Siehe auch:
| Niedrigerer DienstgradGeneralmajor | Dienstgrad |
Höherer DienstgradGeneral |
| Einordnung: Rekruten – Chargen – Unteroffiziere – OffiziereAlle Dienstgrade auf einen Blick: Bundesheer-Dienstgrade | ||
In der Schweizer Armee entspricht dem Generalleutnant der Grad des Korpskommandanten.
Die Korpskommandanten - normalerweise Drei - sind Kommandanten des Heeres und der Luftwaffe. Der Chef der Armee (CdA) bekleidet ebenfalls den Rang eines Korpskommandanten.
Der Rang des Korpskommandanten (KKdt) ist in Friedenszeiten der höchste Rang in der Schweizer Armee. In einer Verteidigungssituation wählt die vereinigte Bundesversammlung der Schweiz einen General, der in Folge die Armee kommandiert.
Frankreich kennt im Vergleich zum Generalleutnant den „Général de corps d'armée“.
Dieser steht über dem „Général de division und unter dem „Général d’Armée“. Er führt zumeist ein „corps d'armée“, also ein Armeecorps.
Das Pendant zum deutschen Dienstgrad eines Generaloberstabsarztes ist der Dienstgrad Médecin Général des Armées (MGA).
Hauptartikel: Sowjetische Generalsränge
In der Roten Armee der Sowjetunion wurden am 7. Mai 1940 die Generalsränge wieder eingeführt. Generalleutnant war der zweitniedrigste Dienstgrad in der Gruppe der Generale. Die Reihenfolge Sowjetischer Generalsränge war dabei seit 1940 bzw. 1943:
Die Streitkräfte der Russischen Föderation haben den Generalsrang des Zweisternegenerals im Jahre 1991 aus den Streitkräften der Sowjetunion mit der Bezeichnung Generalleutnant (russisch генера́л-лейтена́нт (General-leitenant)) übernommen.
Der russische Generalleutnant entspricht dem NATO-Rangcode OF-7, wobei OF für das Englische officer steht.
Die United States Army, die US Air Force und das US Marine Corps kennen den Dienstgrad eines Lieutenant General. In der Hierarchie steht dieser über dem Major General und unter dem General. Die US-Soldstufe ist O-9, der NATO-Rangcode jedoch OF-8.
Ein Lieutenant General führt bei Bedarf operativ als größten Kampfverband der US Army ein Korps mit zwei oder mehr Divisionen. Ansonsten wird ein Lieutenant General als Kommandeur oder dessen Stellvertreter in Regionalkommandos und hohen Funktionalkommandos eingesetzt.
In Neufrankreich wurde der oberste Vertreter des französischen Monarchen auch als Generalleutnant (fr.: Lieutenant général) bezeichnet.
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