Der Nobelpreis für Literatur wird seit 1901 jährlich vergeben und ist seit 2001 mit rund 10 Millionen Schwedischen Kronen dotiert. Für die Auswahl der Laureaten ist die Schwedische Akademie verantwortlich. Alfred Nobel, der Stifter der fünf verschiedenen Nobelpreise, verfügte in seinem Testament, dass der Preisträger für Literatur „das Beste in idealistischer Richtung geschaffen“ haben soll.[1] Die Auszeichnung wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, durch den schwedischen König vergeben.
Seit der ersten Verleihung haben insgesamt 108 Schriftsteller den Literatur-Nobelpreis erhalten. Darunter befinden sich 96 Männer (88,9 %) und zwölf Frauen (11,1 %). Bisher wurde noch niemand mehrfach mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Von 1901 bis 2011 wurde der Preis 100 mal ungeteilt an eine Person vergeben. Erst viermal wurde der Preis zwischen zwei Personen aufgeteilt (1904, 1917, 1966 und 1974), nie jedoch zwischen drei Personen, obwohl dies laut Satzung möglich wäre. Siebenmal wurde der Preis nicht verliehen, zuletzt 1943.
Die nun folgende Liste enthält alle Träger des Nobelpreises für Literatur in chronologischer Reihenfolge mit der Begründung des Nobelkomitees. Eine alphabetische Übersicht bietet die Kategorie Nobelpreisträger für Literatur.
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1901 |
Sully Prudhomme
(1839–1907) |
Frankreich Frankreich |
„als Anerkennung seiner ausgezeichneten, auch noch in späteren Jahren an den Tag gelegten Verdienste als Schriftsteller und besonders seiner Dichtungen, die hohen Idealismus, künstlerische Vollendung und eine seltene Vereinigung von Herz und Geist bezeugen“ |
 |
| 1902 |
Theodor Mommsen
(1817–1903) |
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Garding, Herzogtum Schleswig, Danemark Dänemark) |
„dem gegenwärtig größten lebenden Meister der historischen Darstellungskunst, mit besonderer Berücksichtigung seines monumentalen Werkes ‚Römische Geschichte‘“ |
 |
| 1903 |
Bjørnstjerne Bjørnson
(1832–1910) |
Norwegen Norwegen |
„als ein Beweis der Anerkennung für seine edle, großartige und vielseitige Wirksamkeit als Dichter, die immer durch einmalige Frische der Eingebung und durch eine seltene Seelenreinheit ausgezeichnet war“ |
 |
| 1904 |
Frédéric Mistral
(1830–1914) |
Frankreich Frankreich |
„mit Bezug auf die frische Ursprünglichkeit, das Geistreiche und Künstlerische in seiner Dichtung, die Natur und Volksleben seiner Heimat getreu widerspiegelt, sowie auf seine bedeutungsvolle Wirksamkeit als provenzalischer Philologe“ |
 |
| José Echegaray
(1832–1916) |
Spanien 1875 Spanien |
„mit Bezug auf seine umfassende und geistreiche Verfasserschaft, die auf selbständige und originelle Weise die großen Traditionen des spanischen Schauspiels wiederbelebt hat“ |
 |
| 1905 |
Henryk Sienkiewicz
(1846–1916) |
„Polen“[2] (damals historische Landschaft, keine teilstaatliche oder Verwaltungseinheit von Russisches Kaiserreich 1883 Russland) |
„auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller“ |
 |
| 1906 |
Giosuè Carducci
(1835–1907) |
Italien 1861 Italien (geboren in Valdicastello, Großherzogtum Toskana, heute Italien Italien) |
„nicht nur in Anerkennung seiner reichen Gelehrsamkeit und seiner kritischen Forschungen, sondern vor allem als eine Huldigung für die plastische Energie, die Frische des Stils und die lyrische Kraft, die seine poetischen Meisterwerke auszeichnen“ |
 |
| 1907 |
Rudyard Kipling
(1865–1936) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Bombay, Britisch-Indien) |
„in Anerkennung der Beobachtungsgabe, der ursprünglichen Einbildungskraft sowie der männlichen Stärke in Auffassung und Schilderungskunst, die die Schöpfungen dieses weltberühmten Schriftstellers auszeichnen“ |
 |
| 1908 |
Rudolf Eucken
(1846–1926) |
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Aurich, Königreich Hannover, Deutscher Bund) |
„auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat“ |
 |
| 1909 |
Selma Lagerlöf
(1858–1940) |
Schweden Schweden |
„auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“ |
 |
| 1910 |
Paul Heyse
(1830–1914) |
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Berlin,Preussen Konigreich Königreich Preußen, Deutscher Bund) |
„als Huldigungsbeweis für das vollendete und von idealer Auffassung geprägte Künstlertum, das er während einer langen und bedeutenden Wirksamkeit als Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen an den Tag gelegt hat“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1911 |
Maurice Maeterlinck
(1862–1949) |
Belgien Belgien |
„auf Grund seiner vielseitigen literarischen Wirksamkeit, besonders seiner dramatischen Schöpfungen, die sich durch Phantasiereichtum auszeichnen und durch einen poetischen Idealismus, der, mitunter in der verschleierten Form des Märchenspiels, tiefe Eingebung offenbart und auf geheimnisvolle Weise Gefühl und Ahnung des Lesers anredet“ |
 |
| 1912 |
Gerhart Hauptmann
(1862–1946) |
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Ober Salzbrunn,Preussen Konigreich Königreich Preußen, Deutscher Bund) |
„vornehmlich für seine reiche, vielseitige, hervorragende Wirksamkeit auf dem Gebiete der dramatischen Dichtung“ |
 |
| 1913 |
Rabindranath Tagore
(1861–1941) |
Britisch-Indien |
„auf Grund der tiefen und hohen Beziehung sowie der Schönheit und Frische seiner Dichtungen, die auf eine glänzende Weise sein dichterisches Schaffen auch in dessen eigentümlichem englischen Gewand der schönen Literatur des Abendlandes einverleibt“ |
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| 1914 |
nicht verliehen[3] |
|
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|
| 1915 |
Romain Rolland
(1866–1944)(verliehen 1916) |
Frankreich Frankreich |
„als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit, mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet“ |
 |
| 1916 |
Verner von Heidenstam
(1859–1940) |
Schweden Schweden |
„als eine Anerkennung seiner Bedeutung als Wortführer einer neuen Epoche in unserer schönen Literatur“ |
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| 1917 |
Karl Gjellerup
(1857–1919) |
Danemark Dänemark |
„für seine vielseitige, reiche und von hohen Idealen getragene Dichtung“ |
 |
| Henrik Pontoppidan
(1857–1943) |
Danemark Dänemark |
„für seine gehaltvolle Darstellung des heutigen dänischen Lebens“ |
 |
| 1918 |
nicht verliehen[3] |
|
|
|
| 1919 |
Carl Spitteler
(1845–1924)(verliehen 1920) |
Schweiz Schweiz |
„im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos ‚Olympischer Frühling‘“ |
 |
| 1920 |
Knut Hamsun
(1859–1952) |
Norwegen Norwegen |
„für sein monumentales Werk ‚Segen der Erde‘“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1921 |
Anatole France
(1844–1924) |
Frankreich Frankreich |
„als eine Anerkennung seiner glänzenden schriftstellerischen Tätigkeit, geprägt von edler Stilkunst, weitherziger Humanität, von Anmut und französischem Gemüt“ |
 |
| 1922 |
Jacinto Benavente
(1866–1954) |
Spanien 1875 Spanien |
„für die glückliche Weise, in der er die ehrenvollen Traditionen des spanischen Dramas weitergeführt hat“ |
 |
| 1923 |
William Butler Yeats
(1865–1939) |
Irland Irland |
„für seine ständig beseelte Dichtung, die in der strengsten künstlerischen Form dem Geiste eines Volkes Ausdruck verleiht“ |
 |
| 1924 |
Władysław Reymont
(1867–1925) |
Polen Polen |
„für sein großes Nationalepos ‚Die Bauern‘“ |
 |
| 1925 |
George Bernard Shaw
(1856–1950)(verliehen 1926) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Dublin, Irland) |
„für seine sowohl von Idealismus als auch von Humanität getragene Verfasserschaft, deren frische Satire sich oft mit einer eigenartigen poetischen Schönheit vereint“ |
 |
| 1926 |
Grazia Deledda
(1871–1936)(verliehen 1927) |
Italien 1861 Italien (geboren in Nuoro, Sardinien) |
„für ihre von hohem Idealismus getragene Verfasserschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemeinmenschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt“ |
 |
| 1927 |
Henri Bergson
(1859–1941)(verliehen 1928) |
Frankreich Frankreich |
„als Anerkennung für seine reichen und belebenden Ideen und die glänzende Kunst, womit sie vorgetragen werden“ |
 |
| 1928 |
Sigrid Undset
(1882–1949) |
Norwegen Norwegen (geboren in Kalundborg, Danemark Dänemark) |
„vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens“ |
 |
| 1929 |
Thomas Mann
(1875–1955) |
Deutsches Reich Deutsches Reich |
„vornehmlich für seinen großen Roman ‚Buddenbrooks‘, der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat“ |
 |
| 1930 |
Sinclair Lewis
(1885–1951) |
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten |
„für seine starke und lebendige Schilderungskunst, nebst dem Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1931 |
Erik Axel Karlfeldt
(1864–1931) |
Schweden Schweden |
„Erik Axel Karlfeldts Dichtung“ |
 |
| 1932 |
John Galsworthy
(1867–1933) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich |
„für die vornehme Schilderungskunst, die in ‚The Forsyte Saga‘ ihren höchsten Ausdruck findet“ |
 |
| 1933 |
Iwan Bunin
(1870–1953) |
Staatenlos, wohnhaft in Frankreich Frankreich (geboren in Woronesch, Russisches Kaiserreich 1858 Russland)[4] |
„für die strenge Künstlerschaft, womit er die klassische russische Linie in der Prosadichtung vertritt“ |
 |
| 1934 |
Luigi Pirandello
(1867–1936) |
Italien 1861 Italien |
„für seine kühne und sinnreiche Neuschöpfung von Drama und Bühnenkunst“ |
 |
| 1935 |
nicht verliehen[5] |
|
|
|
| 1936 |
Eugene O’Neill
(1888–1953)(verliehen 1937) |
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten |
„für seine von Kraft, Ehrlichkeit und starkem Gefühl sowie von selbständiger Auffassung des Tragischen geprägte dramatische Dichtung“ |
 |
| 1937 |
Roger Martin du Gard
(1881–1958) |
Frankreich Frankreich |
„für die künstlerische Kraft und Wahrheit, womit er in der Romanserie ‚Les Thibault‘ menschliche Gegensätze und wesentliche Seiten des gegenwärtigen Lebens darstellte“ |
 |
| 1938 |
Pearl S. Buck
(1892–1973) |
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten |
„für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke“ |
 |
| 1939 |
Frans Eemil Sillanpää
(1888–1964) |
Finnland Finnland |
„für die tiefe Auffassung und die erlesene Stilkunst, womit er das Bauernleben und die Natur seines Heimatlandes in ihrem gegenseitigen Zusammenhang schildert“ |
 |
| 1940 |
nicht verliehen[5] |
|
|
|
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1941 |
nicht verliehen[5] |
|
|
|
| 1942 |
nicht verliehen[5] |
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|
|
| 1943 |
nicht verliehen[5] |
|
|
|
| 1944 |
Johannes Vilhelm Jensen
(1873–1950) |
Danemark Dänemark |
„für die seltene Kraft und Fruchtbarkeit seiner Dichterphantasie, verbunden mit umfassendem Intellekt und kühner schöpferischer Stilkunst“ |
 |
| 1945 |
Gabriela Mistral
(1889–1957) |
Chile Chile |
„für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat“ |
 |
| 1946 |
Hermann Hesse
(1877–1962) |
Schweiz Schweiz (geboren in Calw, Württemberg, Deutsches Reich Deutsches Reich) |
„für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt“ |
 |
| 1947 |
André Gide
(1869–1951) |
Frankreich Frankreich |
„für seine weitumfassende und künstlerisch bedeutungsvolle Verfasserschaft, in welcher Fragen und Verhältnisse der Menschheit mit unerschrockener Wahrheitsliebe und psychologischem Scharfsinn dargestellt werden“ |
 |
| 1948 |
Thomas Stearns Eliot
(1888–1965) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in St. Louis, Missouri, Vereinigte Staaten 38 Vereinigte Staaten) |
„für seine bemerkenswerte Leistung als Bahnbrecher in der heutigen Poesie“ |
 |
| 1949 |
William Faulkner
(1897–1962)(verliehen 1950) |
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten |
„für seine kraftvolle und künstlerisch selbständige Leistung in Amerikas Romanliteratur“ |
 |
| 1950 |
Bertrand Russell
(1872–1970) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich |
„als eine Anerkennung für seine vielseitige und bedeutungsvolle Verfasserschaft, worin er als Vorkämpfer der Humanität und Gedankenfreiheit hervortritt“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1951 |
Pär Lagerkvist
(1891–1974) |
Schweden Schweden |
„für die künstlerische Kraft und tiefe Selbständigkeit, womit er in seiner Dichtung die Antwort auf die ewigen Fragen des Menschen sucht“ |
 |
| 1952 |
François Mauriac
(1885–1970) |
Frankreich Frankreich |
„für die durchdringende Seelenkenntnis und künstlerische Kraft, womit er in der Form des Romans das Drama des menschlichen Lebens deutet“ |
 |
| 1953 |
Winston Churchill
(1874–1965) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich |
„für seine Meisterschaft in der historischen und biographischen Darstellung sowie für die glänzende Redekunst, mit welcher er als Verteidiger von höchsten menschlichen Werten hervortritt“ |
 |
| 1954 |
Ernest Hemingway
(1899–1961) |
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten |
„für seine kraftvolle und innerhalb der heutigen Erzählkunst stilbildende Meisterschaft, jüngst an den Tag gelegt in ‚The Old Man and the Sea‘“, dt. Der alte Mann und das Meer |
 |
| 1955 |
Halldór Laxness
(1902–1998) |
Island Island |
„für seine anschauliche Epik, die die große isländische Erzählkunst erneuert“ |
 |
| 1956 |
Juan Ramón Jiménez
(1881–1958) |
Spanien 1945 Spanien |
„für seine lyrische Dichtung, die in spanischer Sprache ein Vorbild von hoher Geistigkeit und künstlerischer Reinheit bildet“ |
 |
| 1957 |
Albert Camus
(1913–1960) |
Frankreich Frankreich (geboren in Mondovi, Algerien) |
„für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet“ |
 |
| 1958 |
Boris Pasternak
(1890–1960)(nicht angenommen)[6] |
Sowjetunion Sowjetunion |
„für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition“ |
 |
| 1959 |
Salvatore Quasimodo
(1901–1968) |
Italien Italien |
„für seine lyrische Dichtung, die mit klassischem Feuer das tragische Lebensgefühl der Gegenwart ausdrückt“ |
 |
| 1960 |
Saint-John Perse
(1887–1975) |
Frankreich Frankreich (geboren auf Guadeloupe) |
„für den hohen Flug und die bildschöpferischen Phantasien seiner Dichtung, die die Zeitlage visionär widerspiegelt“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1961 |
Ivo Andrić
(1892–1975) |
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (geboren in Travnik, Bosnien) |
„für die epische Kraft, mit der er Motive und Schicksale aus der Geschichte seines Landes gestaltet“ |
 |
| 1962 |
John Steinbeck
(1902–1968) |
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten |
„für seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn“ |
 |
| 1963 |
Giorgos Seferis
(1900–1971) |
Griechenland Griechenland (geboren in Smyrna, Osmanisches Reich) |
„für seine hervorragende lyrische Dichtung, inspiriert von tiefem Gefühl für die hellenische Kulturwelt“ |
 |
| 1964 |
Jean-Paul Sartre
(1905–1980)(nicht angenommen) |
Frankreich Frankreich |
„in Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluss auf unser Zeitalter ausgeübt hat“ |
 |
| 1965 |
Michail Scholochow
(1905–1984) |
Sowjetunion Sowjetunion |
„für seine künstlerische Kraft und Ehrlichkeit, womit er in seinem Don-Epos einen geschichtlichen Zeitabschnitt aus dem russischen Volksleben gestaltet hat“ |
 |
| 1966 |
Samuel Agnon
(1888–1970) |
Israel Israel (geboren in Buczacz, Galizien, heute Ukraine[7]) |
„für seine tiefgründige charakteristische Erzählkunst mit Motiven aus dem jüdischen Volk“ |
 |
| Nelly Sachs
(1891–1970) |
Schweden Schweden (geboren in Berlin, Deutsches Reich Deutsches Reich) |
„für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren“ |
 |
| 1967 |
Miguel Ángel Asturias
(1899–1974) |
Guatemala Guatemala |
„für seine in volkstümlicher Eigenart und indianischen Traditionen (Lateinamerikas) verwurzelte farbenreiche Dichtung“ |
 |
| 1968 |
Yasunari Kawabata
(1899–1972) |
Japan Japan |
„für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt“ |
 |
| 1969 |
Samuel Beckett
(1906–1989) |
Irland Irland |
„für eine Dichtung, die in neuen Formen des Romans und des Dramas die künstlerische Aufrichtung des Menschen aus seiner Verlassenheit erreicht“ |
 |
| 1970 |
Alexander Solschenizyn
(1918–2008) |
Sowjetunion Sowjetunion |
„für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1971 |
Pablo Neruda
(1904–1973) |
Chile Chile |
„für eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht“ |
 |
| 1972 |
Heinrich Böll
(1917–1985) |
Deutschland Deutschland |
„für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat“ |
 |
| 1973 |
Patrick White
(1912–1990) |
Australien Australien (geboren in London, Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich |
„für seine epische und psychologische Erzählkunst, durch die der Literatur ein neuer Erdteil zugeführt worden ist“ |
|
| 1974 |
Eyvind Johnson
(1900–1976) |
Schweden Schweden |
„für seine Kunst des Erzählens, die, weit über Länder und Zeiten blickend, im Dienste der Freiheit steht“ |
 |
| Harry Martinson
(1904–1978) |
Schweden Schweden |
„für ein dichterisches Werk, das den Tautropfen einfängt und den Kosmos widerspiegelt“ |
 |
| 1975 |
Eugenio Montale
(1896–1981) |
Italien Italien |
„für seine besonders geprägte Dichtung, welche mit großer künstlerischer Feinfühligkeit menschliche Werte als Ausdruck einer illusionsfreien Lebensanschauung deutet“ |
 |
| 1976 |
Saul Bellow
(1915–2005) |
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (geboren in Montreal, Kanada 1868 Kanada) |
„für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind“ |
 |
| 1977 |
Vicente Aleixandre
(1898–1984) |
Spanien 1977 Spanien |
„für seine schöpferische Dichtung, die die Verhältnisse des Menschen im Kosmos und in der heutigen Gesellschaft beleuchtet und gleichzeitig die Erneuerung der traditionellen spanischen Poesie zwischen den Kriegen repräsentiert“ |
 |
| 1978 |
Isaac Bashevis Singer
(1902–1991) |
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (geboren in Leoncin, Polen[8]) |
„für seine eindringliche Erzählkunst, die mit ihren Wurzeln in einer polnisch-jüdischen Kulturtradition universale Bedingungen des Menschen lebendig werden lässt“ |
 |
| 1979 |
Odysseas Elytis
(1911–1996) |
Griechenland Griechenland |
„für seine Poesie, die, in der griechischen Tradition fußend, mit sinnlicher Kraft und intellektueller Klarsicht den Kampf eines modernen Menschen für die Freiheit gestaltet“ |
 |
| 1980 |
Czesław Miłosz
(1911–2004) |
Polen Polen und Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten |
„der mit kompromißloser Klarsicht der Stellung des Menschen in einer Welt von schweren Konflikten Ausdruck verleiht“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1981 |
Elias Canetti
(1905–1994) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Russe, Bulgarien Bulgarien) |
„für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft“ |
 |
| 1982 |
Gabriel García Márquez
(* 1927) |
Kolumbien Kolumbien |
„für seine Romane und Erzählungen, in denen sich das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten Welt der Dichtung vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents widerspiegeln“ |
 |
| 1983 |
William Golding
(1911–1993) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich |
„für seine Romane, die mit der Anschaulichkeit realistischer Erzählkunst und der vieldeutigen Allgemeingültigkeit des Mythos menschliche Bedingungen in der heutigen Welt beleuchten“ |
|
| 1984 |
Jaroslav Seifert
(1901–1986) |
Tschechoslowakei Tschechoslowakei |
„für seine Dichtung, die mit frischer Sinnlichkeit und reicher Erfindungsgabe ein befreiendes Bild menschlicher Unbeugsamkeit und Vielfalt gibt“ |
 |
| 1985 |
Claude Simon
(1913–2005) |
Frankreich Frankreich |
„der in seinen Romanen das Schaffen eines Dichters und Malers mit vertieftem Zeitbewußtsein in der Schilderung menschlicher Grundbedingungen vereint“ |
|
| 1986 |
Wole Soyinka
(* 1934) |
Nigeria Nigeria |
„der in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins gestaltete“ |
 |
| 1987 |
Joseph Brodsky
(1940–1996) |
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (geboren in Leningrad, Sowjetunion Sowjetunion) |
„für ein literarisches Schaffen von umfassender Breite, geprägt von gedanklicher Schärfe und dichterischer Ausdrucksstärke“ |
|
| 1988 |
Nagib Mahfuz
(1911–2006) |
Agypten Ägypten |
„Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst zwischen Tradition und Moderne“ |
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| 1989 |
Camilo José Cela
(1916–2002) |
Spanien Spanien |
„für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet“ |
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| 1990 |
Octavio Paz
(1914–1998) |
Mexiko Mexiko |
„in Würdigung seiner leidenschaftlichen Dichtung mit weiten Horizonten, geprägt von sinnlicher Intelligenz und humanistischer Integrität“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 1991 |
Nadine Gordimer
(* 1923) |
Südafrika |
„für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen zu formen“ |
 |
| 1992 |
Derek Walcott
(* 1930) |
St. Lucia St. Lucia |
„für eine Dichtung von großer Leuchtkraft, getragen von einer historischen Vision, die aus einer multikulturellen Verpflichtung emporgewachsen ist“ |
 |
| 1993 |
Toni Morrison
(* 1931) |
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten |
„für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz“ |
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| 1994 |
Kenzaburō Ōe
(* 1935) |
Japan Japan |
„für seine Erschaffung einer Welt im Werk, in der sich Leben und Mythos zu einem erschütternden Bild des Menschen in der Gegenwart verdichten“ |
 |
| 1995 |
Seamus Heaney
(* 1939) |
Irland Irland |
„in Würdigung der lyrischen Schönheit und ethischen Tiefe seines Gesamtwerks“ |
 |
| 1996 |
Wisława Szymborska
(1923–2012) |
Polen Polen |
„für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt“ |
 |
| 1997 |
Dario Fo
(* 1926) |
Italien Italien |
„für sein volkstümlich-politisches Agitationstheater“ |
 |
| 1998 |
José Saramago
(1922–2010) |
Portugal Portugal |
„für sein Werk, dessen Parabeln die Menschen die trügerische Wirklichkeit fassen lassen“ |
 |
| 1999 |
Günter Grass
(* 1927) |
Deutschland Deutschland (geboren in Danzig) |
„weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“ |
 |
| 2000 |
Gao Xingjian
(* 1940) |
Frankreich Frankreich (geboren in Ganzhou, China Republik 1928 Republik China) |
„für sein Werk von universaler Gütigkeit, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum“ |
 |
| Jahr |
Person |
Land[2] |
Begründung für die Preisvergabe |
Bild |
|---|
| 2001 |
V. S. Naipaul
(* 1932) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren auf Trinidad) |
„für seine Werke, die hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten vereinen, und uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichte zu sehen“ |
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| 2002 |
Imre Kertész
(* 1929) |
Ungarn Ungarn |
„für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“ |
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| 2003 |
J. M. Coetzee
(* 1940) |
Sudafrika Südafrika |
„der in zahlreichen Verkleidungen die überrumpelnde Teilhabe des Außenseitertums darstellt“ |
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| 2004 |
Elfriede Jelinek
(* 1946) |
Osterreich Österreich |
„für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“ |
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| 2005 |
Harold Pinter
(1930–2008) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich |
„der in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht“ |
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| 2006 |
Orhan Pamuk
(* 1952) |
Turkei Türkei |
„der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Zusammenstoß und Verflechtung der Kulturen gefunden hat“ |
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| 2007 |
Doris Lessing
(* 1919) |
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Kermānschāh, Persien , Persien) |
„der Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat“ |
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| 2008 |
Jean-Marie Gustave Le Clézio
(* 1940) |
Frankreich Frankreich / Mauritius Mauritius |
„dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation“ |
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| 2009 |
Herta Müller
(* 1953) |
Deutschland Deutschland (geboren in Nitzkydorf, Banat, Rumänien 1952 Rumänien) |
„die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet“ |
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| 2010 |
Mario Vargas Llosa
(* 1936) |
Peru Peru / Spanien Spanien |
„für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage“ |
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Sind bei einer Person zwei Länder angegeben, so zählt dies bei beiden Ländern als halber Punkt.
Diese Seite wurde zuletzt am 4. Mai 2012 um 11:55 Uhr geändert.