Der Lotus Elise ist ein Sportwagen von Lotus Cars.
Er wurde erstmals 1995 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main gezeigt. Das Konzept war ungewöhnlich: Geringe Abmessungen, ein kleiner Mittelmotor und der Verzicht auf jeglichen Komfort ergaben in Verbindung mit hochwertiger Leichtbauweise einen Sportwagen mit exzellenten Fahrleistungen zum halben Preis eines Porsche 911. Die Elise steht damit in der Tradition klassischer Roadster.
Innovatives Kernelement der Elise ist ihr Fahrgestell, das vom Lotusmitarbeiter Richard Rackham konzipiert, bei Lotus zur Serienreife entwickelt und vom dänischen Zulieferer Hydro Aluminium produziert wurde. Es besteht aus einer Aluminiumlegierung, wiegt lediglich 65 kg und ist nicht durch Schweißen, sondern durch Kleben und Nieten zusammengefügt, wobei die Nieten nicht der Befestigung dienen, sondern im Falle eines Aufpralls zusätzlich Energie absorbieren, und so eine übermäßige Verschiebung (und letztlich einen Abriss) an der viskosen Klebestelle verhindern.[1] Die Karosserie der Elise besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Eine geschlossene, vom Rennsport abgeleitete Variante wird als Exige angeboten.
Namensgeber der Elise war Elisa, Enkelin von Romano Artioli, Vorstandsvorsitzender zum Zeitpunkt der Erstvorstellung, und damaliger Inhaber von Lotus.[2]
| Elise S1 | |
|---|---|
| Produktionszeitraum: | 1996–2000 |
| Motoren: | Ottomotoren: 1,8 l (88–162 kW) |
| Länge: | 3726 mm |
| Breite: | 1701 mm |
| Höhe: | 1201 mm |
| Radstand: | 2300 mm |
| Leergewicht: | 723–770 kg |
Die Elise S1, die ab 1996 verkaufte erste Serie der Elise, war ein Verkaufsschlager. Sie wurde mit dem verbreiteten 1,8-Liter-Motor aus der K-Serie der MG Rover Group geliefert. In der Standardausführung Elise 111 leistet der Vierzylinder 90 kW (122 PS).
Ab 1998 war die Elise 111S lieferbar, deren Motor mit variabler Ventilsteuerung ausgerüstet ist und 107 kW (145 PS) leistet.
Daneben bot Lotus einige Sondermodelle mit leistungsgesteigerten Motoren an. Zwischen 1998 und der Einstellung der S1 im Jahr 2000 gab es folgende Sondereditionen:
Diese Modelle besitzen zusätzlich Modifikationen am Fahrwerk und der Karosserie, um der höheren Leistung gerecht zu werden.
Gebaute Stückzahlen:
Gesamtstückzahlen:
Sondermodelle (49er, JPS, Millenium, 50th etc.) sind in den Stückzahlen der Typen enthalten.
Das extremste und leichteste Modell der Elise debütierte 2000 mit dem 340R mit 130 kW (177 PS). Es hat kein Dach, geschlossene Flanken ohne Türen, freistehende Räder und ein gekürztes Heck. Ursprünglich sollte sich der Name 340R auf den Wert PS/t beziehen. Da aber nur 262 PS/t erreicht wurden, wurde die Zahl in Bezug zur geplanten Stückzahl gesetzt. Sein Gewicht liegt bei 635 kg. Eine britische Autozeitschrift ermittelte im Standardslalom mit einem Leitkegelabstand von 18 m die bislang höchste von einem Serienfahrzeug erreichte Geschwindigkeit von 78,4 km/h.
| Elise S2 | |
|---|---|
| Produktionszeitraum: | seit 2000 |
| Motoren: | Ottomotoren: 1,6–1,8 l (90–163 kW) |
| Länge: | 3785 mm |
| Breite: | 1719 mm |
| Höhe: | 1143 mm |
| Radstand: | 2300 mm |
| Leergewicht: | 740–950 kg |
Die zweite Generation der Elise kam 2000 mit retuschierter Optik und überarbeitetem Fahrwerk auf den Markt. Die leichte Gewichtszunahme wurde zumindest bei der Elise 111S durch die höhere Motorleistung von 116 kW (158 PS) wettgemacht. Später wurde die Variante 111R nachgeschoben, deren direkteinspritzender 1,8-l-Motor von Toyota 141 kW (192 PS) leistet.
Zum Modelljahr 2006 wurden die Elise 111 und Elise 111S eingestellt, die Elise 111R in Elise R umbenannt und die Elise S als Basismodell mit 100 kW (136 PS) vorgestellt. Deren Triebwerk stammt ebenfalls von Toyota, da der alte Motorenlieferant Rover insolvent wurde und keine Euro-3-Motoren mehr liefern konnte.
Das neue Topmodell 2007 heißt Elise SC (engl. „supercharged“ = aufgeladen) und leistet 163 kW (222 PS). Das ergibt bei 903 kg Leergewicht ein Leistungsgewicht von 4,1 kg/PS. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h benötigt diese Elise 4,6 Sekunden.
Die Eco Elise ist ein Konzeptfahrzeug, das den Umweltschutz nicht in Bezug auf den CO2-Ausstoß des Motors angeht, sondern über die beim Fahrzeugbau verwendeten Materialien. Es wurden umweltfreundliche Materialien wie Hanf, Bio-Wolle, Sisal und ähnliches für die Karosserieteile verwendet, die – in Verbindung mit neuartigen wasserbasierten Lacken – neue bezahlbare umweltfreundliche Technologien aufzeigt. Das Fahrzeug verfügt zudem über eine Schaltempfehlungsanzeige. Der Wagen basiert auf einer 111S, wiegt aber 32 kg weniger als diese. Allein die Leichtbaufelgen wiegen 15,8 kg weniger als die ohnehin leichten Standard-Elise-Felgen. Weiteres Gewicht wird durch ein leichtgewichtiges Audiosystem von Alpine gespart, das durch die Verwendung von leichtgewichtigen Lautsprechern und einem leichteren Bedienteil 1,5 kg weniger wiegt als eine normale Anlage.
Zum 60. Firmenjubiläum im Jahr 2007 fertigte Lotus für das Modelljahr 2008 eine Sonderversion der Elise S. Diese setzt sich durch zahlreiche Details von der normalen Elise S des aktuellen Modelljahres ab. Dazu zählen die Sonderfarbe Burnt Orange, das serienmäßige Hardtop, ein lackierter Heckdiffusor und schwarz lackierte Felgen, die Leder-Ausstattung mit orangefarbenen Nähten, die in Wagenfarbe lackierte Mittelkonsole sowie die ebenfalls in Wagenfarbe lackierten Außenteile. Die orangefarbig lackierten Bremssättel sind ein weiteres Merkmal des Sondermodells, ebenso wie eine Plakette im Innenraum, auf der die Fahrzeugnummer und die Gesamtstückzahl des Sondermodells notiert sind. Weiter sind auch länderspezifische Aufkleber erhältlich.
Die insgesamt 50 Fahrzeuge werden in folgender Stückzahl auf die einzelnen Staaten verteilt:
Um das 60-jährige Jubiläum und den erneuten Absatzanstieg um 9 % zu feiern, wird das Fahrzeug mit einem Preisvorteil von 10 % verkauft werden. Die einzigen erhältlichen Extras sind eine Klimaanlage und die Lotus-Traktionskontrolle. Die Verkaufspreise enthalten lokale Steuern und Auslieferungskosten:
Auf Basis der Elise S bietet Lotus zum Modelljahr 2010 den „Elise Club Racer“ an. Das Sondermodell ist in vier Farbkombinationen zu haben, die es bei Lotus schon in den 1960er-Jahren gab: Elite Yellow, Carbon Grey, Sky Blue und Old English White. Der Club Racer rollt auf anthrazitfarben eloxierten Sechs-Speichen-Felgen. In Deutschland wird das Lotus-Sondermodell 33.125 Euro kosten.
Seit April 2010 gibt es eine modifizierte Elise S2, deren wesentliche Neuerungen ein leichtes Facelift und serienmäßige LED-Tagfahrscheinwerfer sind.
Es werden drei Modelle angeboten: das neue Einstiegsmodell Elise 1.6 hat nun nur noch 1,6 l Hubraum bei gleicher Leistung wie die vorige Elise S (100kW/136 PS), das Sportmodell mit Kompressor Elise S ersetzt die Elise SC (162 kW/220 PS), dazwischen ist das gewichtsreduzierte Modell Elise CR mit dem Motor der Elise 1.6 angesiedelt.
Die Elise ist technische Basis für eine Reihe von Modellen verschiedener Marken:
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