Montag, 28. Mai 2012

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Lutz Taufer

Lutz Manfred Taufer (* 26. März 1944) ist ein ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF).

Leben

Taufer war seit 1970 Mitglied des SPK in Heidelberg, hatte sich seit 1971 der RAF angeschlossen und beteiligte sich am 25. April 1975 an der Aktion des Kommando Holger Meins, der Geiselnahme von Stockholm, bei welcher die zwei Botschaftsmitglieder Andreas von Mirbach und Heinz Hillegaart erschossen wurden sowie die beiden Terroristen Ulrich Wessel und Siegfried Hausner starben. Die vier überlebenden Kommandomitglieder Karl-Heinz Dellwo, Hanna Krabbe, Bernd Rössner und Lutz Taufer wurden verhaftet; sie wurden alle jeweils am 20. Juli 1977 zu zweimal lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Taufer wurde unter anderem wegen zweifachen gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit Geiselnahme verurteilt und saß seine Strafe in Celle und der JVA Schwalmstadt ab, wo er von der späteren Terroristin Eva Haule als Häftlingsbetreuerin betreut wurde, und wurde 1996 aus der Haft entlassen. Wie alle RAF-Mitglieder weigert sich Taufer bis heute, die Namen der Todesschützen preis zu geben.[1]

Ca. 1999 zog Taufer zu seiner Schwester nach Brasilien und arbeitete dort zehn Jahre in Slums nahe der Brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro. Anfang 2012 kehrte er nach Deutschland zurück und lebt heute in Berlin.[2][3]

Taufer gehörte zu den RAF-Mitgliedern, die 1992 ein Gewaltmoratorium verkündet hatten und damit halfen, das Ende der RAF herbeizuführen: Karl-Heinz Dellwo hatte im Namen weiterer sieben RAF-Gefangener, darunter Lutz Taufer und Knut Folkerts, die Absicht erklärt, den bewaffneten Kampf nach ihrer Freilassung nicht fortzusetzen. Diese Erklärung zum Gewaltverzicht wurde von der Bundesanwaltschaft als positiv bewertet.

Trotzdem lehnte das Oberlandesgericht Düsseldorf am 11. Februar 1993 die Aussetzung der Strafen von Karl-Heinz Dellwo, Hanna Krabbe und Lutz Taufer zur Bewährung ab, da die Verurteilten sich geweigert hatten, sich vor ihrer mündlichen Anhörung einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen.

Einzelnachweise

  1. Radiointerview in SWR1 Baden Württemberg vom 30.3.2012
  2. Kurzbiografie bei rafinfo.de
  3. Radiointerview in SWR1 Baden Württemberg vom 30.3.2012
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Diese Seite wurde zuletzt am 31. März 2012 um 15:05 Uhr geändert.

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