Ma'ale Adumim (hebräisch מעלה אדומים, arabisch معاليه أدوميم; auch Maaleh Adumim; übersetzt "Steige von Adumim") ist die größte israelische Stadt sowie israelische Siedlung im Westjordanland[1]. Sie liegt östlich von Ostjerusalem, wurde 1975 gegründet[2] und hat rund 40.000 Einwohner (September 2010).[1] Der Name wurde aus der Bibel (Josua 18,17) entnommen, und die Steige wird dort als die Grenze zwischen den Stämmen Juda und Benjamin erwähnt.
Die Bevölkerung des 50 km² großen Ortes ist hauptsächlich in Jerusalem beschäftigt.
Ein von Ariel Scharon geplantes Projekt (East-1, kurz: E-1), das Gebiet zwischen Ma'ale Adumim und Jerusalem zu bebauen und so die Siedlung mit Jerusalem zu verbinden, wurde außer von der Palästinensischen Autonomiebehörde unter anderem auch von Condoleezza Rice und George W. Bush kritisiert. Scharon hatte deswegen auf die Bebauung verzichtet. Die Obama-Regierung bezeichnete das Projekt E-1 als Gefahr für die Zwei-Staaten-Lösung.[3] Viele israelische Politiker – wie die Ministerpräsidenten Ehud Olmert und Benjamin Netanjahu – brachten jedoch wiederholt in Interviews zum Ausdruck, dass die Siedlung selbst unteilbarer Bestandteil Israels sei.
Inzwischen wurden Vorarbeiten in einem geschätzten Umfang von 40 Millionen Euro durchgeführt, z. B. wurde eine Umgehungsstraße gebaut sowie eine Polizeiwache in dem freien Gebiet errichtet.[3]
In dem vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert 2006 vorgestellten Konvergenz-Plan gehört Ma'ale Adumim zu einer der drei großen Siedlungsareale jenseits der Grünen Linie im Westjordanland, die Israel für sich beansprucht.
Der Friedensplan der israelisch-palästinensischen Genfer Initiative sieht vor, dass Ma'ale Adumim mit zwei weiteren Großsiedlungen im Rahmen eines abschließenden Friedensvertrages durch Gebietstausch zu Israel kommt.
Die israelische Friedensorganisation Schalom Achschaw veröffentlichte im November 2006 eine Studie, wonach 86,38 Prozent des Bodens von Ma'ale Adumim palästinensischer Privatbesitz seien[4][5] und daher dort auch nach israelischer Rechtsauffassung nicht hätte gebaut werden dürfen.[6][7][8] Die israelfreundliche US-Nichtregierungsorganisation Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA) warf daraufhin Schalom Achschaw eine Reihe von Fehlern vor[9] und kam anhand von Akten des israelischen Militärs, die durch eine Petition von Schalom Achschaw herausgegeben werden mussten, zu dem Schluss, dass nur 0,5 % von Ma’ale Adumim auf privatem palästinensischen Land gebaut worden seien, woraufhin auch Schalom Achschaw seine Zahlen korrigieren musste.[10] Laut CAMERA handle es sich in allen beanstandeten Fällen um Land in staatlichem Eigentum, für das eingeschränkte private Nutzungsrechte bestanden hätten, und nicht um Privateigentum.[11]
Der Europäische Gerichtshof entschied am 25. Februar 2010, dass auf den Import von in Ma'ale Adumim hergestellten Waren Zoll zu erheben sei.[12] In dem vom Finanzgericht Hamburg vorgelegten Fall hatte die Firma Brita in Ma'ale Adumim gefertigte Flaschen von Soda-Club als israelische Produkte deklariert und damit zollfrei einführen wollen. Das Zollamt Hamburg verweigerte dies, Brita zog dagegen erfolglos vor Gericht. Aus dem Urteil können Rückschlüsse auf die völkerrechtliche Bewertung der israelischen Siedlungspolitik durch die Europäische Union gezogen werden.[13][14]
31.77743055555635.297933333333
Koordinaten: 31° 47′ N, 35° 18′ O
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