| Madrid | ||
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| Wappen | Karte von Spanien | |
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| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | Madrid | |
| Provinz: | Madrid | |
| Comarca: | Metropolitana de Madrid | |
| Koordinaten | 40° 25′ N, 3° 42′ W40.4125-3.7038888888889667 Koordinaten: 40° 25′ N, 3° 42′ W |
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| Höhe: | 667 msnm | |
| Fläche: | 605,770 km² | |
| Einwohner: | 3.265.038 (1. Jan. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 5.389,9 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 28001–28080 | |
| Gemeindenummer (INE): | 28079 | |
| Nächster Flughafen: | Flughafen Madrid-Barajas (12 km vom Stadtzentrum) | |
| Verwaltung | ||
| Amtssprache: | Kastilisch | |
| Bürgermeister: | Ana Botella (PP) | |
| Offizielle Webpräsenz | ||
| Lage der Stadt | ||
Madrid (dt. [maˈdʁɪt], span. [maˈðɾið]) ist die Hauptstadt Spaniens und der Autonomen Gemeinschaft Madrid.
Der Großraum Madrid zählt mit etwa sechs Millionen Einwohnern zu den größten Metropolen Europas. Madrid ist (ohne Vororte) mit rund 3,3 Millionen Einwohnern nach London und Berlin die drittgrößte Stadt der Europäischen Union und die größte Stadt Südeuropas.
Madrid ist seit Jahrhunderten der geografische, politische und kulturelle Mittelpunkt Spaniens (siehe Kastilien) und der Sitz der spanischen Regierung. Hier residieren auch der König, ein katholischer Erzbischof sowie wichtige Verwaltungs- und Militärbehörden. Als Handels- und Finanzzentrum hat die Stadt nationale und internationale Bedeutung.
In Madrid befinden sich sechs öffentliche Universitäten sowie verschiedene andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen.
Die Einwohner Madrids nennt man „Madrilenen“ (span. madrileños) oder „Madrider“.
Madrid befindet sich im Zentrum Spaniens 667 m ü. NN und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt der Europäischen Union. Die vom kleinen Fluss Manzanares durchflossene Stadt gehört zur historischen Landschaft Kastilien und liegt inmitten der Meseta, der Hochebene von Kastilien. Nordwestlich der Stadt erheben sich die Berge der Sierra de Guadarrama, die im Peñalara bis 2429 m hoch aufragen. Nach Osten öffnet sich das Tal des Henares, in dem Eisen- und Autobahnen nach Saragossa und Barcelona verlaufen. Etwa 70 km südlich, am Tajo (spr. Tacho), liegt die alte kastilische Hauptstadt Toledo, die heute Hauptstadt der autonomen Region Castilla-La Mancha ist.
Durch seine Höhenlage auf 667 Meter über dem Meeresspiegel und das kontinentale Klima sind die Sommer in Madrid heißer und trockener, die Winter jedoch deutlich kälter als etwa in den Städten am Mittelmeer. Die durchschnittliche Temperatur im Januar liegt bei etwa 6,1 °C, im Juli bei etwa 24,2 °C. Dabei ist es dann meist sehr trocken und heiß.
| Madrid | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Madrid
Quelle: Agencia Estatal de Meteorología
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In den Jahren 852 bis 886 wurde eine maurische Burg (alcázar) an der Stelle des heutigen Madrider Königspalastes errichtet. Die umgebende Anlage wurde magerit genannt, und ab 939 Madschrit / مجريط / Maǧrīṭ. 1083 wurde Madrid kastilisch. Die Stadt wurde 1109 durch den Almoravidenherrscher Ali ibn Yusuf erfolglos belagert. Ein kleiner Teil der aus der Zeit der arabischen Herrschaft über Spanien stammenden Stadtmauern ist neben der Kathedrale immer noch vorhanden. 1309 wurde unter Fernando IV. die Ständeversammlung (Cortes) des Königreichs Kastilien erstmals nach Madrid einberufen.
Am 21. Februar 2011 wurden die Ausgrabungsarbeiten in der Umgebung des Königspalastes (Palacio Real) abgeschlossen. Von Wohnhäusern aus dem neunten Jahrhundert hatte man keine Spuren gefunden. Gebäudereste aus dem zwölften Jahrhundert stellen vielmehr die ältesten Zeugen für eine städtische Ansiedlung dar. Madrid ist damit etwa 300 Jahre jünger, als man bisher angenommen hat.[2][3]
1561 verlegte Philipp II. den königlichen Hof nach Madrid, womit der Aufstieg der Stadt begann. Sie wurde faktisch zur Hauptstadt Spaniens, was sie abgesehen von einer kleinen Unterbrechung von 1601 bis 1606 bis zum heutigen Tag ist. Der Teil von Madrid, der unter den Spanischen Habsburgern errichtet wurde, nennt sich bis heute „El Madrid de los Austrias“ (Das Madrid der Österreicher). In dieser Zeit wurden die Puerta del Sol, das Kloster der Descalzas Reales, der Palacio de Uceda, die Plaza de la Villa, die Plaza Mayor sowie die Colegiata de San Isidro erbaut.
1701 brach der Spanische Erbfolgekrieg aus, der 1706 zur englisch-portugiesischen Besetzung der Stadt führte. Er endete 1714 mit der Übernahme des spanischen Throns durch die Bourbonen. Unter ihrer Herrschaft entstand der heutige Königspalast. Insbesondere in der Regierungszeit Karls III., der deswegen im Volksmund auch als der "beste Bürgermeister von Madrid" bezeichnet wird, wurden die öffentliche Infrastruktur der Stadt (Straßen, Plätze, Parks, Wasserversorgung, etc.) modernisiert und zahlreiche öffentliche Bauten errichtet.
Von 1808 bis 1813 war Madrid von den Franzosen besetzt, wobei Napoleons Bruder Joseph Bonaparte König wurde. Die Besatzer ließen Klöster und ganze Stadtviertel niederreißen, um neuen Platz zu schaffen. Mit dem Aufstand vom 2. Mai 1808 wurden weitere Erhebungen im gesamten Land hervorgerufen, in Madrid ist der 2. Mai daher heute arbeitsfreier Stadtfeiertag.
Von 1833 bis 1876 fanden die Karlistenkriege statt. Dabei wütete auch eine Choleraepidemie in Madrid. 1873 wurde die erste Republik durch den liberalen Politiker und Schriftsteller Emilio Castelar ausgerufen, und 1923 folgte die Militärdiktatur unter General Miguel Primo de Rivera. Am 14. April 1931 wurde in Madrid die Zweite Republik ausgerufen. Im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 war Madrid bis zuletzt, und zwar bis zum 28. März, republikanisch und erlitt durch deutsche und italienische Bombardements schwere Zerstörungen (Belagerung von Madrid). Nachdem sich die Nationalisten um den General Francisco Franco durchgesetzt hatten, prägte dessen Diktatur bis 1975 die Stadt. 1965 bis 1973 fanden zahlreiche Streiks und Studentenproteste statt.
Nach dem Tod Francos im Jahre 1975 gab es in Madrid eine Kulturbewegung, die Movida madrileña. Juan Carlos I. wurde König und leitete die Demokratisierung (Transición) ein, die jedoch am 23. Februar 1981 (23-F) durch einen Putschversuch einiger Offiziere der Guardia Civil und des Militärs noch einmal gefährdet wurde. Einige davon hatten auch schon bei der Operación Galaxia 1978 mitgemacht. 1992 war Madrid „Kulturstadt Europas“. Erst 1993 wurde die Kathedrale des Erzbistums Madrid Santa María la Real de La Almudena fertiggestellt. Am 11. März 2004 wurden bei islamistisch motivierten Terroranschlägen auf vier voll besetzte Nahverkehrszüge 191 Menschen getötet.
1982 wurde Italien in Madrid im Endspiel gegen Deutschland Fußball-Weltmeister. Im Jahr 2005 scheiterte Madrid mit der Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2012. Die neuerliche Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2016 scheiterte 2009 erst in der letzten Runde des Auswahlverfahrens (gegen Rio de Janeiro).
Siehe auch: Geschichte Spaniens
Madrid ist in 21 Stadtbezirke (distritos) unterteilt, die ihrerseits wiederum in verschiedene Stadtteile (barrios) gegliedert sind:
Beschreibung: Im silbernen Feld, das von einem blauen Bord mit sieben silbernen sechszackigen Sternen belegt ist, steht auf grünem Schildfuß ein Erdbeerbaum mit grüner Laubkrone und roten Früchten an dem sich ein schwarzer Bär aufrichtet.
Über dem Wappenschild ruht die goldene Krone.
Das Wappen der Stadt Madrid zeigt einen Braunbär (oso pardo), der sich gegen einen Erdbeerbaum reckt. Eine mögliche Deutung dieser Symbolik ist die Einigkeit und Bedeutung von Klerus (dargestellt durch den Baum) und Adel (der Bär), die im Mittelalter das Land in und um Madrid zwischen sich aufgeteilt haben. Es findet sich auch im Wappen des Fussballvereins Atlético Madrid wieder.
Am Paseo del Prado befinden sich im sogenannten Museumsdreieck in Gehweite von wenigen hundert Metern drei der wichtigsten Museen der Welt: Museo del Prado, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia und Museo de Arte Thyssen-Bornemisza
Der Flughafen Madrid-Barajas (MAD) ist mit rund 52 Mio. Passagieren (Stand 2007) einer der größten in Europa. Der Flughafen Madrid besitzt vier Start-/Landebahnen (4400, 4100, 3500, 3500 m). Die Letzteren beiden Bahnen sind „Neubaubahnen“, die erste Bahn ist die längste in Europa. Der neue Terminal (T4) wurde 2006 eröffnet und hat im Jahr 2007 aufgrund der Entfernung zum restlichen Flughafen gar eine eigene Metrostation erhalten. Alle Terminals (T1, T2, T3, T4) sind mit der Metro Linie 8 zu erreichen. Im November 2008 wurde der Flughafen Ciudad Real als erster privater Flughafen Spaniens zur Entlastung eröffnet. Bereits im November 2011 wurde er mangels Flugverkehr wieder geschlossen und gilt als eine der größten Investitionsruinen Spaniens
Das Spanische Oympische Komitee (Comité Olimpico Español, kurz COE) bestätigte am 20. Juli 2011 die Bewerbung Madrids für die Olympischen Sommerspiele 2020.[4] Für die spanische Landeshauptstadt ist es die insgesamt vierte Bewerbung, die dritte in Folge. Bei der Wahl für die Olympischen Spiele 1972 ging der Zuschlag letztlich an München, bei der Abstimmung für 2012 scheiterte Madrid in der dritten Runde knapp an Paris und dem späteren Ausrichter London, bei der Sitzung des IOC zur Ermittlung der Spiele 2016 erreichte die Kandidatur Madrids die Finalrunde, wo man Rio de Janeiro unterlag.
Die Region Madrid ist einer der führenden Wirtschafts- und Industriestandorte Spaniens und erwirtschaftet mit 17,7 % den höchsten Anteil am spanischen Bruttosozialprodukt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Dienstleistungssektor, der über 78 % des regionalen BIP generiert. Aufgrund seiner hervorragend geographischen Lage in der Mitte der iberischen Halbinsel haben sich dort Industrien aus dem Flugzeug-, Fahrzeug-, Textil-, chemische und Nahrungsmittelindustrien niedergelassen. Ein großer Teil der in Spanien niedergelassenen Banken und Versicherungskonzerne haben ihren Sitz in Madrid. Die wichtigste und einzig international bedeutende spanische Börse Spaniens befindet sich dort.
Ebenso haben zahlreiche Niederlassungen ausländischer Konzerne ihren Sitz und Produktionsstandort in Madrid (Siemens, Bosch, Software AG, Microsoft, Hewlett Packard, IBM, Porsche, L'Oreal, etc.)
Madrid ist Spaniens größter Verkehrs- und Eisenbahnknotenpunkt mit den wichtigsten Personenbahnhöfen Atocha und Chamartín. Das Netz der Madrider U-Bahn gehört zu den größten der Welt. In weniger dicht besiedelten Stadtteilen verkehrt die Stadtbahn Metro Ligero. Die Vororte werden mit dem Cercanías-Vorortbahnsystem erschlossen.
Der internationale Flughafen Madrids, Barajas, liegt im Nordosten der Stadt und ist mit der Metro schnell zu erreichen. Er ist mittlerweile der viergrößte Flughafen Europas und die Drehscheibe für alle Flüge nach Lateinamerika.
Zu den zahlreichen Bildungseinrichtungen gehören die Universität Complutense Madrid (UCM, 1508 in Alcalá de Henares eröffnet, 1836 nach Madrid verlegt) sowie die Universidad Comillas (1892), die Polytechnische Universität Madrid (UPM, 1971), Universidad Autónoma (UAM, 1968), die Universität Carlos III (UC3M, 1989) und die Universidad Rey Juan Carlos (1996). Die spanische Fernuniversität UNED (Universidad Nacional de Educación a Distancia) hat ihren Hauptsitz in Madrid. Ebenso befinden sich hier u. a. die Königlich Spanische Akademie sowie die Akademien der Schönen Künste, der Naturwissenschaften und der Sprachen. Siehe auch: Liste der Universitäten in Madrid
→ Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Madrid
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