Margaret Chan Fung Fu-chun (chinesisch 陳馮富珍 / 陈冯富珍; * 1947 in Hong Kong) ist Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie ist die erste Chinesin, die einer UN-Sonderorganisation vorsteht.
Margaret Chan schloss ihr Medizinstudium an der kanadischen Universität von West-Ontario ab. Zurückgekehrt nach Hongkong, trat sie 1978 in die Gesundheitsbehörde der damaligen britischen Kronkolonie ein. Von 1994 bis 2003 war sie Gesundheitsdirektorin in der Regierung von Hong Kong. In dieser Funktion war sie auch verantwortlich für die Bekämpfung der Vogelgrippe (1997) und von SARS im Jahr 2003, dessen Ausbruch in Hongkong fast 300 Todesopfer forderte. Für ihre zögerliche Haltung bei der Bekämpfung von SARS wurde sie dann auch von der Öffentlichkeit und vom Parlament kritisiert.
Noch im selben Jahr verließ sie ihr Amt, um bei der WHO eine Stelle als Direktorin der Abteilung zum Schutz der menschlichen Umwelt anzunehmen. Im Jahr 2005 wurde sie Direktorin der WHO-Abteilung für die Überwachung und Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten, sowie Stellvertreterin des Generaldirektors für den Bereich Grippe-Pandemie.
Anlässlich einer Sondersitzung der Weltgesundheitsversammlung wurde sie am 9. November 2006 für eine Amtszeit bis zum Juni 2012 gewählt.
Sie wurde wegen ihrer Bewilligung zur Einstufung des H1N1-Virus als Pandemie stark kritisiert, da für dieses Virus die Kriterien für eine Pandemie heruntergesetzt wurden[1]. Die Vorwürfe einer überhasteten Vorgehensweise wurden von der WHO zurückgewiesen.[2].
Mitglieder des Europarates kritisierten Chan ebenfalls; allen voran der deutsche Politiker Wolfgang Wodarg (SPD), Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.[3]
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