Martin Gilbert (* 25. Oktober 1936 in London) ist ein britischer Historiker. Gilbert wurde vor allem als Co-Autor der offiziellen Biografie des britischen Staatsmannes Sir Winston Churchill bekannt, die er nach dem Ableben von Churchills Sohn Randolph, der das Werk begonnen hatte, zu Ende führte.
Gilbert wuchs in London und teilweise in Kanada auf. Nach dem Besuch der Highgate School studierte er Neueste Geschichte am Magdalen College der Universität Oxford, das er 1960 mit dem Bachelor abschloss.
Ende der 1960er Jahre übernahm Gilbert das von Randolph S. Churchill begonnene Mammutprojekt einer breit angelegten vielbändigen Monumentalbiografie seines Vaters Winston Churchill, die bis heute Gilberts bekanntestes Werk geblieben ist. Weitere Forschungsbereiche, in denen Gilbert sich hervorgetan hat, sind die Untersuchung des Holocaust sowie die Geschichte des Judentums in Osteuropa und in der arabisch-islamischen Welt bis in die Gegenwart.
Sein 1982 erschienener und mit 314 Karten ausgestatteter Atlas of the Holocaust wurde noch im selben Jahr von Nikolaus Hansen für die von Freimut Duve herausgegebene Reihe rororo aktuell ins Deutsche übersetzt. Die Arbeit an diesem Atlas hatte Gilbert 1974 begonnen.
Seine Leistungen als Fachhistoriker brachten Gilbert unter anderem die Ehrungen ein, zum Honorary Fellow am Merton College (Fellow 1962) der Oxford University und zum Distinguished Fellow am Hillsdale College (2002), Michigan, bestellt zu werden.
Im Juni 2009 wurde er als Mitglied einer Untersuchungskommission der britischen Regierung berufen, welche die Rolle des Landes im Irakkrieg überprüfen soll; Vorsitzender der Kommission ist Sir John Chilcot.[1]
Gegenwärtig lebt Gilbert, der verheiratet ist und zwei Söhne hat, in London.
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