Dienstag, 29. Mai 2012

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Maschinenfabrik Reinhausen

MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH
Logo Maschinenfabrik Reinhausen.png
Rechtsform GmbH
Gründung 1868
Sitz Regensburg/Reinhausen
Leitung Dr. Nicolas Maier-Scheubeck, Dipl. Ing. Michael Rohde
Mitarbeiter Inland: ca. 1700, Ausland: ca. 700
Umsatz ca. 570 Mio. €
Branche Hochspannungstechnik
Website www.reinhausen.com

49.03165712.108243
Koordinaten:
49° 1′ 54″ N, 12° 6′ 30″ O
Die MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen, das sich bei der Produktion von Laststufenschaltern für Leistungstransformatoren als Weltmarktführer positioniert hat. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich im Regensburger Stadtteil Reinhausen.

Produkte

Laststufenschalter (On-Load Tap-Changer, kurz OLTC) für Regeltransformatoren
  • Vacutap® Laststufenschalter
  • Oiltap® Laststufenschalter
Elektronik
Umsteller
Zubehör
  • Ölfilteranlagen
  • Motorantriebe für Laststufenschalter
  • Ölstandanzeiger
  • mechanische und digitale Thermometer
  • Luftentfeuchter
  • Druckentlastungsventile
  • ReCoTec® Verbundisolatoren

Standorte und Tochtergesellschaften

Neben dem Hauptsitz in Regensburg besitzt die MR darüber hinaus weitere Standorte im In- und Ausland. Zu den Service- und Vertriebsgesellschaften gehören:

Zu den Produktionsgesellschaften zählen:

  • Messko GmbH (Oberursel)
  • MR do Brasil Indústria Mecánica Ltda. (São Paulo),
  • Reinhausen Manufacturing Inc. (Humboldt, Tennessee, USA),
  • Easun-MR Tap Changers (P) Ltd. (Chennai, Indien),
  • Guangdong MR OLTC Ltd. (Guangzhou, China) und
  • Jiangsu MR Manufacturing Co., Ltd. (Suzhou, China)

Im Rahmen der Prüf- und Messtechnik gehört das Unternehmen Highvolt (Dresden) zur MR Gruppe. Seit 2004 widmet sich die jüngste Tochtergesellschaft der MR, die Reinhausen Plasma GmbH, der Plasmabehandlung von dreidimensionalen Objekten bei Atmosphärendruck.

Geschichte

Frühe Gründungsphase

1868 wurde der Grundstein der MR mit der Gründung eines Reparaturbetriebs zur Herstellung von Voll- und Spaltgattersägen gelegt. Dieser Betrieb wurde am 24. Januar 1891 von Carl und Katharina Dänner erworben und in Carl Dänner Maschinenfabrik umbenannt. Nach dem Tod von Carl Dänner verkaufte die Witwe Katharina Dänner das Unternehmen zu gleichen Teilen an ihre Tochter Therese und deren Ehemann Andreas Scheubeck, einen in der Reparatur von Holzbearbeitungsmaschinen erfahrenen Mechaniker. Am 23. April 1901 erfolgte schließlich die Umfirmierung in Maschinenfabrik Reinhausen Andreas Scheubeck.

Patentierung des Widerstands-Schnellschalters und die Zusammenarbeit Scheubeck - Jansen

Die heutige Grundlage aller weltweit hergestellten Widerstands-Schnellschalter stellt das von Bernhard Jansen am 13. Juli 1926 angemeldete, aber erst am 6. April 1929 veröffentlichte Patent zur unterbrechungslosen Umschaltung unter Last durch zwei gegenläufig bewegte Leistungsschalter mit Vorkontakten dar. Zeitgleich mit der Veröffentlichung seiner grundlegenden Patente widmete sich Jansen dem Bau entsprechender Prototypen. Als Vorstandsmitglied der Oberpfalzwerke, ansässig in Regensburg, vergab er die Aufträge auch an Unternehmen in der Region. Angesichts der ungünstigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland und des zunehmenden Auslaufens der Spaltgatterproduktion widmeten sich die Gebrüder Scheubeck im Zuge dieser neuen Geschäftsverbindung verstärkt dem Stufenschalter. Nach Ende des 2. Weltkriegs bot Jansen der MR die Übernahme der Stufenschalterfertigung für die deutschen Transformatorenfabriken an. Am 28. Dezember 1951 kam es zum Abschluss des schriftlichen Lizenzvertrags zwischen Jansen und der MR. Mit dieser Vereinbarung wurde die MR damit zum ersten und einzigen vom Trafobau unabhängigen Lizenznehmer.

Unruhe in den frühen 1970er Jahren

Unter der Belegschaft versuchte in den frühen 1970er Jahren die Sozialistische Betriebsgruppe Regensburg bzw. in ihrer Nachfolge der Arbeiterbund Fuß zu fassen, indem mittels betrieblicher Agitationsschriften Anliegen der Belegschaft aufgegriffen wurden.[1]

Produktion auf Basis eigener Innovation und Gründung ausländischer Tochtergesellschaften

Nach dem unerwarteten Tod von Dr. Jansen übernahm die MR die Aufgabe der technischen Fortentwicklung des Widerstands- Schnellschalters selbst. Angesichts des bereits sehr hohen Exportanteils sowie besonderer Wachstumsperspektiven einzelner Auslandsmärkte wurde die Gründung von Tochtergesellschaften zum aktiven Strategieelement. Den Anfang machte 1980 die MR do Brasil. Acht Jahre darauf folgte Australien, gefolgt von Reinhausen Manufacturing (USA). Im wichtigen europäischen Markt Italien wurde 1993 die Servicevertretung übernommen, die seitdem als Reinhausen Italia firmiert. Weitere Meilensteine auf dem Weg zu einem global tätigen Unternehmen waren die Gründungen zweier Joint Venture Gesellschaften in China (Guangdong MR) und Indien (Easun-MR) im Jahre 1996. Zuletzt wurde 1997 in Malaysia die Reinhausen Asia-Pacific gegründet.

1989 eröffnete sich dann die Möglichkeit zur Übernahme der Stufenschalterfertigung von Siemens, einem der größten und traditionsreichsten Wettbewerber gegen Gewährung einer Minderheitsbeteiligung und gleichzeitiger Sicherstellung der Unabhängigkeit des Unternehmens. Bereits 1997 hatte die MR ein von Siemens auf Blindleistungskompensation spezialisiertes Ingenieurbüro in Erfurt übernommen, das zwischenzeitlich zum Geschäftsfeld Power Quality Management (PQM) ausgebaut worden ist. 1999 wurde zudem die Messko Albert Hauser GmbH & Co. KG, ein traditionsreicher Hersteller von Messgeräten für Trafos, erworben.

Reinhausen Plasma GmbH

2002 wurde zunächst die Reinhausen Service GmbH gegründet, die dann im März 2004 zur Reinhausen Plasma GmbH (RP) umfirmiert wurde und zu 100 % in MR-Besitz ist. Mit der Eröffnung einer eigenen Geschäftsstelle 2005 widmet sich RP der Entwicklung neuer Anwendungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Plasmatechnologie.

Aufgeteilt in die drei Geschäftsbereiche Plasma Coating, Plasma Systems und Consumer Applications, bietet RP kalt-aktive Plasmaanlagen für die industrielle Oberflächenbeschichtung, -vorbehandlung, Aktivierung und Reinigung von Oberflächen sowie den Einsatz von Plasmamodulen zur Geruchsneutralisierung und Entkeimung.

Ende 2009 begann die Markteinführung des plasmadust-Verfahrens. Erstmals können 2- und 3-dimensionale Bauteile aus nahezu allen Werkstoffen ohne Lösemittel (VOC-frei), energieeffizient direktbeschichtet und metallisiert werden.

Highvolt

Die Ursprünge der Highvolt Prüftechnik Dresden GmbH gehen auf die Gründung des Unternehmens „Spezialfabrik für wissenschaftliche Apparate und Instrumente“ (später Koch & Sterzel) durch Franz Joseph Koch und Karl August Sterzel im Jahre 1904 zurück. Basierend auf einigen Patenten zum Aufbau von ölpapierisolierten Hochspannungswicklungen entstand ein Unternehmen, das Hochspannungstransformatoren, Wandler und Transformatoren für Röntgenapparate lieferte. 1945 kam es zur Verstaatlichung der Koch & Sterzel AG in die VEB Transformatoren- und Röntgenwerk (TuR) „Hermann Matern. Nach dem Aufkauf der TuR durch die Siemens AG erfolgte die Ausgliederung der Hochspannungsprüftechnik unter dem Namen Highvolt Prüftechnik Dresden GmbH und die Eintragung ins Handelsregister im Jahre 1995. 2002 übernahm die Maschinenfabrik Reinhausen 75 % der Geschäftsanteile der HIGHVOLT und stockte diese zu Beginn des Jahres 2003 zu 100 % auf. Die Übernahme ermöglichte Highvolt expansiv auf den internationalen Markt zu gehen.

JE PlasmaConsult GmbH

Die JE PlasmaConsult GmbH wurde 1993 als Spin-Off des Forschungszentrums für Mikrostrukturtechnik - fmt - der Universität Wuppertal mit dem Ziel gegründet, die Plasmatechnologie als Verfahren zur industriellen Oberflächenbehandlung bereitzustellen. Schlüsselkomponenten hierfür sind (Niederdruck-)Plasmaanlagen und -quellen unterschiedlicher Konstruktionsprinzipien sowie Plasmadiagnostiksysteme wie Langmuir-Sonden und Mikrowellen-Interferometer. Weitere Geschäftsfelder sind die Lohnbeschichtung sowie die Prozessentwicklung im Bereich der Plasmatechnologie. Seit September 2006 ist die JE PlasmaConsult GmbH ein Tochterunternehmen der Maschinenfabrik Reinhausen.

Einzelnachweise

  1. Jürgen Schröder: Regensburg - MF Reinhausen (Scheubeck) – Materialien zur Analyse von Opposition

Weblinks

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Diese Seite wurde zuletzt am 23. März 2012 um 15:22 Uhr geändert.

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