Dienstag, 29. Mai 2012

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Matthias Altenburg

Matthias Altenburg während einer Lesung 2008

Matthias Altenburg (* 1958 in Fulda), Pseudonym: Jan Seghers, ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben

Matthias Altenburg wuchs auf im nordhessischen Baunatal. Er legte sein Abitur an einem Gymnasium in Kassel ab. Anschließend studierte er Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Göttingen. Von 1987 bis 1996 war er als Lektor im Frankfurter Verlag der Autoren tätig; heute ist er freier Schriftsteller und Journalist. 1993 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Altenburg lebt in Frankfurt am Main und ist leidenschaftlicher Fahrradfahrer.

Matthias Altenburg wurde bekannt als Verfasser pointierter Essays und Kritiken, in denen er häufig gegen Erscheinungen des Zeitgeistes polemisiert. Unter dem Titel Kampf den Flaneuren veröffentlichte er 1992 eine scharfe Generalabrechnung mit den Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, denen er vorwarf, eine Literatur fern der Lebenswirklichkeit zu produzieren. Altenburg erfüllte in den folgenden Jahren die von ihm erhobene Forderung nach einem neuen Realismus mit seinen eigenen erzählerischen Werken, in deren Mittelpunkt häufig gesellschaftliche Außenseiter stehen. Unter dem Pseudonym Jan Seghers hat er 2004 begonnen, Kriminalromane nach dem Vorbild skandinavischer Autoren wie Henning Mankell und Sjöwall-Wahlöö zu veröffentlichen.

Ebenfalls unter seinem Pseudonym schreibt Matthias Altenburg seit Mai 2006 auf www.janseghers.de regelmäßig sein Internet-Tagebuch Geisterbahn. Tagebuch mit Toten, das 2012 auch in Buchform erscheint. Sein Pseudonym ist eine Hommage an Anna Seghers und einen einstmals populären Radrennsportler.

Matthias Altenburg erhielt 1995 ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds sowie 1998 den Marburger Literaturpreis. Im Oktober 2008 wurde er ausgezeichnet mit dem Offenbacher Literaturpreis „Schriftsteller im Bücherturm“. Im November 2008 wurde ihm die Schweizer Auszeichnung für Kriminalliteratur, der Burgdorfer Krimipreis verliehen.

Werke

  • 1995 Alles wird gut. Eine Sommerkomödie (Theaterstück), Frankfurt am Main: Verlag der Autoren, Frankfurt/M.
  • 1999 Landschaft mit Wölfen (Roman), München: Dtv. ISBN 3-423-12715-5.
  • 2002 Irgendwie alles Sex (journalistische Texte), Köln: Kiepenheuer & Witsch. ISBN 3-462-03100-7
  • 2002 Die Liebe der Menschenfresser (Roman), Köln: Kiepenheuer & Witsch. ISBN 3-462-03074-4.
  • 2003 Die Toten von Laroque (Roman), Köln: Kiepenheuer & Witsch. ISBN 3-462-03321-2.
  • 2002 Partisanen der Schönheit (Essay), Münster: Oktober. ISBN 3-935792-26-3
  • 2009 Ein kleiner Abend Glück (Literatur und Musik / zusammen mit Atilla Korap (Gitarre)) Compact Disc. Frankfurt am Main: Stalburg Theater Tronträgerei. ISBN 978-3-9812882-0-9
  • 2012 Jan Seghers’ Geisterbahn: Tagebuch mit Toten (Blog/Tagebuch). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. ISBN 978-3498000844

Unter dem Pseudonym Jan Seghers

Als Herausgeber

  • 1985 Fremde Mütter, fremde Väter, fremdes Land. Gespräche mit Franz Degenhardt ...., Hamburg: Konkret-Literatur-Verlag. ISBN 3-922144-50-0.
  • 1986 Goethe für Anfänger. Ein Lesebilderbuch, Frankfurt am Main: Edition Momos. ISBN 3-923597-18-5
  • 2008 Der Tod hat 24 Türchen: Ein mörderischer Adventskalender ("Hg. Jan Seghers"). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 978-3499248641

Weblinks

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