Maurice Bourgès-Maunoury (* 19. August 1914 in Luisant, Eure-et-Loir; † 10. Februar 1993 in Paris) war ein französischer Politiker der Radikalen Partei.
Maurice Bourgès-Maunoury studierte an der École polytechnique.
Er gehörte der Résistance an, wo er Jacques Chaban-Delmas und Félix Gaillard nahestand. Er wurde am 2. September 1944 verletzt und von Charles de Gaulle ausgezeichnet. 1945 wird er Repräsentant der Provisorischen Regierung in Bordeaux.
Er schließt sich der Radikalen Partei an, zu deren rechtem Flügel er zählt.
Von 1946 bis 1958 vertritt der das Département Haute-Garonne in der Nationalversammlung. In dieser Zeit ist er wiederholt Minister und 1957 für kurze Zeit Ministerpräsident. 1973 scheitert sein Versuch, als Abgeordneter in die Nationalversammlung zurückzukehren.
Vor und nach seiner Amtszeit als Ministerpräsident (13. Juni 1957–30. September 1957) bekleidete Maurice Bourgès-Maunoury folgende Ministerämter:
Maurice Bourgès-Maunoury ist Anhänger einer militärischen Lösung des Algerienkriegs und widersetzt sich während der Sueskrise der Evakuierung von Port Said.
1954 vereinbart Maurice Bourgès-Maunoury als Innenminister mit Shimon Peres (damals Generaldirektor im israelischen Verteidigungsministerium) eine Zusammenarbeit der Geheimdienste Frankreichs und Israels, die insbesondere gegen den gemeinsamen Gegner Ägypten gerichtet ist.
Als Verteidigungsminister zeichnet Maurice Bourgès-Maunoury verantwortlich für eine enge Zusammenarbeit im Rüstungsbereich, u.a. beim Bau des Reaktors von Dimona und bei der Ausrüstung der israelischen Luftstreitkräfte durch den französischen Flugzeugbauer Dassault.
Als Reaktion auf das Scheitern des Vertrags über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft tritt Maurice Bourgès-Maunourys 1954 als Handels- und Industrieminister zurück.
Während der Regierungszeit Maurice Bourgès-Maunourys ratifiziert Frankreich die Römischen Verträge.
Maurice Bourgès-Maunoury ist ein Gegner der Rückkehr de Gaulles an die Macht und er wirbt für die Ablehnung der Verfassung der V. Republik.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Guy Mollet | Ministerpräsident der Vierten Republik13. Juni 1957–30. September 1957 | Félix Gaillard |
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