Ein Medium (lat.: medium = Mitte, Mittelpunkt, von altgr. μέσov méson: das Mittlere; auch Öffentlichkeit, Gemeinwohl, öffentlicher Weg) ist nach neuerem Verständnis ein Vermittelndes im ganz allgemeinen Sinn.
Der Plural Medien wird etwa seit den 1980er-Jahren für die Gesamtheit aller Kommunikationsmittel und Kommunikationsorganisationen verwendet und regt mit Schlagworten wie Medienkultur zu interdisziplinären Fragestellungen zwischen technischen, wirtschaftlichen, juristischen, sozialen oder psychologischen Sachverhalten an.
In der Begriffsgeschichte kann man drei deutlich verschiedene Bedeutungen unterscheiden:
Der ältere vorwissenschaftliche Medienbegriff bis etwa zum Ende des 18. Jahrhunderts bezieht sich auf magische Vermittlung (oder nüchterner gesagt: Vermittlung, die auf einer nicht nachvollziehbaren Macht oder Kompetenz beruht): Ein Medium als Person stellt einen Kontakt zu unerreichbaren Welten her. Der im 19. Jahrhundert entstehende technische Medienbegriff bezeichnet die Gesamtheit aller Träger physikalischer und chemischer Vorgänge. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert bildet sich der Begriff Massenmedium für technische Kommunikationsmittel wie Phonograph, Rundfunk, Kinematograph und später das Fernsehen unter Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekte.
Die neuste Entwicklung, die mit der Digitalisierung aller Kommunikation zusammenhängt, integriert diese drei Bedeutungen und macht sie zu einem dominanten Konzept der Kulturwissenschaften.[1]
Zwei Verwendungen des Begriffs sind unterscheidbar:
Der Begriff Medium hat darüber hinaus eine sehr wechselhafte Geschichte und wurde etwa in der Ästhetik, der Physik (etwa bei Aristoteles oder Newton), der Physiologie oder der Rechtsprechung in unterschiedlichen Hinsichten verwendet. Gemeinsam ist diesen Verwendungsweisen die Beschreibung einer Konstellation mehrere Elemente, zwischen denen ein Wechselspiel stattfindet, welches auch mit dem Begriff Kommunikation beschrieben wurde. (Hoffmann[2]) Aus begriffsgeschichtlicher Sicht kann deshalb in Frage gestellt werden, ob eine Definition dem Potential der Geschichte des Begriffs gerecht werden kann, oder ob sie nicht die Fülle seiner Bezüge zu verlieren droht.
Die medienphilosophische Perspektive differenziert, im Gegensatz zu den obigen Definitionen, bereits zwischen den Begriffen Vermittlung, Mittel und Medium, wobei das Medium nach Georg Rückriem lediglich ein Raum ist, innerhalb dessen die durch Mittel vermittelte Beziehung möglich wird.[3] "Mittel" bedeutet dann in diesem Zusammenhang, ein Instrument um einen Zweck zwischen 2 Größen zu ergeben. Dies ist oftmals optional zum Zwecke der Nutzenmaximierung. Damit wäre dem Beispiel oben folgend die Zeitung als stoffliches Medium nicht als solches, sondern als Mittel zu bezeichnen.
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