Dienstag, 29. Mai 2012

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Mercedes-Benz SLS AMG

Mercedes-Benz
Mercedes-Benz SLS AMG (C 197) – Frontansicht geöffnet, 10. August 2011, Düsseldorf.jpg
SLS AMG
Hersteller: Mercedes-AMG
Produktionszeitraum: seit 2009
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Coupé, zweitürigRoadster, zweitürig
Motoren: 6,2 l V8-Ottomotor, 420 kW (571 PS)
Länge: 4638 mm
Breite: 1939 mm
Höhe: 1261–1262 mm
Radstand: 2680 mm
Leergewicht: 1620–1660 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Mercedes-Benz SLS AMG (interne Bezeichnung: C 197, SLS AMG Roadster: R 197) ist ein Gran-Turismo-Coupé mit Flügeltüren. Der Sportwagen von Mercedes-Benz wurde im September 2009 auf der IAA erstmals präsentiert und kam am 27. März 2010 in den Handel. Die Roadster-Variante SLS AMG Roadster wurde auf der IAA im Herbst 2011 offiziell vorgestellt und gelangte am 19. November 2011 in den Handel. Die Bezeichnung SLS ist die Kurzform für „Sport Leicht Super“.

Das Fahrzeug ist der erste Mercedes-Benz mit Flügeltüren seit dem 300 SLR (Uhlenhaut-Coupé) bzw. dem 300 SL, der von 1954 bis 1957 gebaut wurde und den Ruf des Unternehmens entscheidend prägte.

Es handelt sich um das erste von AMG eigenständig entwickelte Fahrzeug. Jeder Motor wird von einem einzelnen Arbeiter im AMG-Werk in Affalterbach von Hand zusammengesetzt und mit einer entsprechenden Plakette mit seiner gravierten Unterschrift dokumentiert.[1] Die Montage des Fahrzeugs erfolgt im Mercedes-Benz-Werk Sindelfingen. In der Formel 1 wird der SLS AMG seit der Saison 2010 als Safety Car eingesetzt.

Bis Ende 2011 wurden über 5000 Fahrzeuge verkauft.[2]

Karosserie und Innenraum

Der Karosserierohbau ist als Gitterrahmen aus Aluminium ausgeführt und wiegt 241 Kilogramm, die Außenhaut des Fahrzeugs besteht ebenfalls aus Aluminium. Die beiden Flügeltüren wiegen jeweils 18 kg und besitzen an den Türscharnieren kleine Sprengsätze. Diese ermöglichen das Absprengen der Türen nach einem Unfall, wenn das Fahrzeug auf dem Dach zum Liegen kommt. Den Rettungskräften wird so die Bergung Verletzter aus dem Innenraum erheblich erleichtert. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse steht im sportwagentypischen Verhältnis von 47 zu 53 Prozent. Als Entwicklungspartner bekam der österreichische Autozulieferer Magna Steyr den Auftrag die Karosserie zu produzieren und liefert sie ebenso wie Flügeltüren und Klappen fertig lackiert (mit Ausnahme einiger Sonderfarben) an AMG.[3]

Die Karosserie des Roadsters wurde im Schwellerbereich, am Windschutzscheibenrahmen und am Mitteltunnel verstärkt, um den Wegfall des Daches (und natürlich der Flügeltüren) zu kompensieren. Das Verdeck ist aus dreilagigem Stoff (in schwarz, beige oder rot erhältlich) und öffnet sich binnen 11 Sekunden, und zwar auch während der Fahrt bis 50 km/h.

Die Innenraumgestaltung des SLS AMG soll laut Hersteller Elemente aus der Gestaltung eines Flugzeug-Cockpits aufnehmen: zentral angeordnete Instrumente in Piloten-Optik, eine zum Fahrer geneigte Mittelkonsole als zentrale Bedieneinheit mit flugzeugtypischen Bedienelementen (der Schaltknüppel ähnelt dem Schubhebel eines Jets) und vier an Strahltriebwerke erinnernde Lüftungselemente.

Motor und Getriebe

Blick auf das Cockpit des SLS

Der Motor mit der AMG-internen Bezeichnung M 159 ist ein hinter der Vorderachse als Frontmittelmotor eingebauter V8-Saugmotor mit Trockensumpfschmierung und 6208 cm3 Hubraum. Durch die Trockensumpfschmierung wird eine besonders tiefe Einbaulage des Motors erreicht. Als Besonderheit gibt es einen neu entwickelten Ansaugtrakt. Die Motorhöchstleistung beträgt 420 kW (571 PS) bei einer Drehzahl von 6800 pro Minute. Der Motor entwickelt ein maximales Drehmoment von 650 Newtonmetern und wiegt 206 Kilogramm.

In Transaxle-Bauweise findet sich ein direkt an der Hinterachse montiertes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Dieses wird derzeit exklusiv im SLS eingebaut. Motor und Getriebe sind über eine sogenannte Torque Tube – ein einteiliges Rohr, in dem die 1640 mm lange, nur 4 kg schwere Transaxle-Welle aus CfK rotiert – starr miteinander verbunden. Ein mechanisches Sperrdifferential ist serienmäßig. Für die Getriebeabstimmung stehen vier verschiedene Fahrprogramme von „komfortabel“ bis „sportlich“ zur Verfügung. Eine sogenannte Race-Start-Funktion ermöglicht Starts mit optimalem Schlupf an der Hinterachse.

Technische Daten

Allgemeine Daten

  • Preis: ab 186.830,00 (Coupé), ab 195.160 € (Roadster)
  • Radstand: 2680 mm
  • Maße L × B × H: 4638 × 1939 × 1262 mm
  • Leergewicht: 1620 kg (Coupé), 1660 kg (Roadster)
  • Tankinhalt 85 l
  • Kofferraumvolumen: 176 l (Flügeltürer), 173 l (Roadster)
  • Flügeltüren mit 70° Öffnungswinkel, 1500 mm Türhöhe
  • Heckspoiler (fährt ab 120 km/h aus)
  • Höchstgeschwindigkeit: 317 km/h (elektronisch abgeregelt)
  • Leistungsgewicht: 2,78 kg/PS
  • Beschleunigung, 0–100 km/h: 3,8 s
  • Beschleunigung, 0–200 km/h: 12,0 s
  • Verbrauch: 13,2 l Super Plus pro 100 km (kombiniert, nach Richtlinie 80/1268/EWG)
  • Abgasnorm: Euro 5
  • CO2-Ausstoß: 314 g/km.

Motor

  • M 159 E 63, flüssigkeitsgekühlter V8-Viertakt-Ottomotor, 90° Zylinderbankwinkel, Kurbelgehäuse und Zylinderköpfe aus Aluminium
  • geschmiedete und feingewuchtete Kurbelwelle aus Stahl
  • Schmierung: Trockensumpfschmierung
  • DOHC, elektrohydraulisch verstellbare Nockenwellen, Tassenstößel, vier Ventile je Zylinder, hydraulischer Ventilspielausgleich
  • elektronische Benzineinspritzung, Motorsteuerung Bosch ME 9.7
  • zwei 74 mm-Drosselklappen
  • Magnesium-Saugrohr
  • Schmiedekolben
  • zweiflutige Abgasanlage mit Fächerkrümmern
  • Hubraum: 6208 cm3
  • Bohrung × Hub: 102,2 × 94,6 mm
  • Leistung: 420 kW (571 PS) bei 6800 min−1
  • Literleistung: 67,6 kW (92,0 PS)
  • Drehmoment: 650 Nm bei 4750 min−1
  • Spezifisches Drehmoment: 104,7 Nm/1000 cm3
  • Maximaldrehzahl: 7200 min−1
  • Gewicht: 206 kg

Kraftübertragung

  • AMG Speedshift DCT, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Bauweise
  • Vier Schaltprogramme inklusive Race Start-Funktion
  • Hinterradantrieb
  • Sperrdifferenzial
  • E-Select, die elektronische Schaltung steuert das Getriebe über das Drive-by-Wire-Prinzip an, d. h. ohne mechanische Kraftübertragung der Bedienelemente zu den entsprechenden Stellelementen.

Räder

vordere Alufelge
  • Felge: geschmiedete Leichtmetallfelgen in den Dimensionen 9.50 × 19 Zoll (vorn) und 11 × 20 Zoll (hinten)
  • Reifen: 265/35 R 19 (vorn), 295/30 R 20 (hinten)

Fahrwerk/Lenkung/Bremsen

  • Aluminium-Spaceframe aus Gussbauteilen und 146 Strangpressprofilen
  • Zahnstangenlenkung mit konstanter Übersetzung, Lenkungsdämpfer
  • Bremsen: schwimmend gelagerte, innenbelüftete und gelochte Grauguss-Scheibenbremsen, vorn 390 mm, hinten 360 mm Durchmesser, 6-Kolben-Aluminium-Festsättel vorn, 4-Kolben-Festsättel hinten, optional schwimmend gelagerte Keramik-Verbund-Bremsscheiben, vorn 402 mm, hinten 360 mm Durchmesser, 6-Kolben-Aluminium-Festsättel vorn, 4-Kolben-Festsättel hinten
  • Aluminium-Doppelquerlenker-Vorderachse mit einstellbaren, horizontal liegenden Schraubenfeder-Gasdruckdämpfer-Einheiten, Pushrods
  • Aluminium-Doppelquerlenker und Schraubenfeder-Gasdruckdämpfer-Einheiten hinten

Elektronik und Assistenzsysteme

SLS AMG GT3 auf der Nordschleife

Weitere Modellvarianten

  • SLS AMG GT3: Rennsportvariante nach GT3-Reglement der FIA.
  • SLS AMG E-Cell: Derzeit in der Erprobung befindliches Modell mit Elektroantrieb, die Markteinführung ist für 2013 geplant.

Einzelnachweise

  1. http://www.sls-amg-special.com/
  2. Mercedes-Benz Cars verkauft 2011 mit 1.362.908 Einheiten so viele Autos wie nie zuvor daimler.de, 5. Januar 2012
  3. Neuer Auftrag für Magna Steyr: Entwicklungspartner und Produzent der Aluminiumkarosserie für den neuen Mercedes-Benz SLS AMG

Weblinks

 Commons: Mercedes-Benz SLS AMG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Diese Seite wurde zuletzt am 27. Mai 2012 um 00:23 Uhr geändert.

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