Die Merckle Unternehmensgruppe ist die durch Adolf Merckle gegründete Unternehmensgruppe. 2008 hatte die Merckle Gruppe etwa 100.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro.[1]
Keimzelle der Unternehmensgruppe ist die Merckle GmbH; im Jahr 1967 erbte Adolf Merckle das Unternehmen von seinem Vater. Der Betrieb beschäftigte damals 80 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von vier Millionen Deutsche Mark pro Jahr. Kurz nach dem Antritt des Erbes begann Merckle mit dem Ausbau des Pharmaunternehmens zu einem weit verzweigten Konzern. 1974 gründete er in Blaubeuren das heute in Ulm ansässige Unternehmen Ratiopharm, das Generika herstellt. 1994 erfolgte unter ihm die Gründung des Pharmagroßhandels Phoenix Pharmahandel, zu der auch die UTA Pharma Beteiligungen gehört, die seit 1999 in Ungarn, Tschechien und Polen Apothekenketten aufbaut.
Merckles unternehmerisches Engagement war breit gefächert. Er verfügte über ein umfangreiches und vielfältiges Geflecht an Beteiligungen – von der HeidelbergCement über den Pistenraupenhersteller Kässbohrer, die Metallwerke der Zollern GmbH, die Gruschwitz Textilwerke bis hin zum Skilift im Kleinwalsertal. Über seine Mehrheitsbeteiligung am Elektromaschinenbauunternehmen VEM Sachsenwerk war er auch im Windkraftanlagengeschäft präsent.
Die Gruppe wird seit 1997 von Ludwig Merckle geleitet, der diese nach der Übergabe der Geschäfte von Adolf Merckle führt.
Die Gruppe verlor an der Börse im Laufe des Jahres 2008 und 2009 mit Spekulationsgeschäften an mehreren Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag und litt infolge dessen an Überschuldung. Aufgrund dieser „wirtschaftlichen Notlage seiner Unternehmen“ und der „Ohnmacht, nicht mehr handeln zu können“ hat Adolf Merckle am 5. Januar 2009 seinem Leben selbst ein Ende gesetzt.[2] Kurz danach wurde im Januar 2009 mit den rund 40 Banken eine Einigung über die Stabilisierung der Gruppe erreicht. Teil dieser Einigung mit den Banken war die Ernennung von Treuhändern, die eine Restrukturierung der Gruppe, bzw. den Verkauf von Vermögensgegenständen betreuen sollen. Die Ratiopharm Gruppe wurde an Teva Pharmaceutical Industries verkauft.
Im Rahmen der Restrukturierung, wurde der Anteil an HeidelbergCement im September 2009 auf 24,4% reduziert. Im Februar 2010 wurde der Verkauf der Beteiligung an Mepha bekannt gegeben.
Die Merckle Unternehmensgruppe umfasst folgende Bereiche:
Die Unternehmensgruppe wird über verschiedene Beteiligungsgesellschaften verwaltet.
| Anteile* in % | Unternehmen | Umsatz in Mio. Euro | Mitarbeiter | |
|---|---|---|---|---|
| 79,1 %[4] | HeidelbergCement (Zement, Baustoffe) | 10.862 | 67.920 | |
| 100 % | Phoenix Pharmahandel (Pharmagroßhandel) | 21.593 | 21.940 | |
| 100% | ratiopharm (generische Arzneimittel) | 1.819 | 5.420 | |
| 100% | UTA Pharma Beteiligungen (Apothekenketten in Ungarn, Tschechien, Polen etc.) | 4502004 | ca. 2.000 | |
| 50% | Zollern-Gruppe (Gießerei-, Antriebstechnik, Maschinenbau) | 533 | 2.900 | |
| 100% | VEM Gruppe (Antriebstechnik, Gießerei) | 279 | 1.520 | |
| >50%[5] | mepha-Gruppe CH (generische Arzneimittel) | 207 | 510 | |
| 89,1% | Kässbohrer Geländefahrzeug (Pistenfahrzeuge) | 183 | 455 | |
*z.T. über die zentrale Holdinggesellschaft Spohn Cement, VEM Vermögensverwaltung und Kötitzer Ledertuch- und Wachstuchwerke
Diese Liste nennt nur die größten und wichtigsten bekannten Beteiligungen der Familie Merckle; insgesamt gehören bis zu 100 Beteiligungen an Unternehmen zu dem Geflecht.
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