Michael Bothe (* 11. Juni 1938 in Berlin) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist der Bereich des Völkerrechts, insbesondere die Themen Friedenssicherungsrecht, Rüstungskontrolle, humanitäres Völkerrecht, internationales Umweltrecht und vergleichendes Staats- und Verfassungsrecht.
Michael Bothe wurde 1938 in Berlin geboren und studierte ab 1957 Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen an den Universitäten Heidelberg, Hamburg und Genf. Im Jahr 1961 legte er in Heidelberg das erste und fünf Jahre später in Stuttgart das zweite juristische Staatsexamen ab. Ebenfalls 1966 erhielt er ein Diplom vom Institut universitaire de hautes études internationales (Institut für Internationale Studien) in Genf. Im folgenden Jahr promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit zu Streitkräften internationaler Organisationen.
Von 1964 bis 1979 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Mit einer staatsrechtlichen Schrift erlangte er im Jahr 1974 an der Universität Heidelberg die Habilitation. Während der internationalen diplomatischen Konferenz in Genf, die von 1974 bis 1977 die ersten beiden Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen von 1949 ausarbeitete, gehörte er der Delegation des Deutschen Roten Kreuzes an. Von 1977 bis 1979 war er außerplanmäßiger Professor an der Universität Heidelberg, anschließend bis 1983 ordentlicher Professor an der Universität Hannover. 1983 wechselte er auf den Lehrstuhl für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er von 1993 bis 1994 auch als Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft fungierte und bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 tätig war. Er war darüber hinaus Gastprofessor an verschiedenen ausländischen Universitäten und im Jahr 1994 Leiter des Forschungszentrums der Haager Akademie für Völkerrecht.
Michael Bothe leitet seit 1995 den „Fachausschuss Humanitäres Völkerrecht“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und war von 2001 bis 2005 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht. Er gehört außerdem seit dem Jahr 2001 der Internationalen humanitären Ermittlungskommission an und ist seit 2007 deren Präsident. Von 2002 bis 2006 war er Forschungsgruppenleiter bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung.
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