Michelle LaVaughn Robinson Obama (* 17. Januar 1964 in Chicago, Illinois) ist eine US-amerikanische Anwältin und die Ehefrau des 44. US-Präsidenten Barack Obama. Sie ist die erste afroamerikanische First Lady der USA.
Michelle Robinson wurde 1964 als Tochter des Maschinisten Fraser Robinson (* 1935; † 1991) und der Sekretärin Marian Robinson (geb. Shields; * 1937) im Süden Chicagos geboren, wo sie in einfachen Verhältnissen aufwuchs.
Anders als ihr Mann hat Michelle afrikanisch-stämmige Vorfahren, die als Sklaven nach Amerika gebracht wurden. Zugleich hat sie auch einen Weißen in ihrer Erblinie. Ihre Altgroßmutter mütterlicherseits, Melvinia Shields, wurde von einem weißen Mann schwanger und gebar Michelles Altvater, Dolphus Theodor Shields.[1]
Ihren späteren Mann Barack Obama traf Michelle Robinson zum ersten Mal, als dieser als Praktikant eine Sommervertretung übernahm in jener Anwaltskanzlei, in der auch sie nach Abschluss ihres Studiums arbeitete. Michelle und Barack Obama heirateten im Oktober 1992. Das Ehepaar hat zwei Töchter: Malia Ann (* 1998) und Natasha („Sasha“, * 2001).
Aufgrund herausragender schulischer Leistungen konnte Michelle Robinson früh eine Klasse überspringen, so dass sie bereits 1981 ihren Abschluss an der Whitney Young Magnet High School machte. Anschließend begann sie mit dem Hauptfach Soziologie und dem Nebenfach Afroamerikanische Studien an der Princeton University ihr Studium, das sie cum laude abschloss. Unmittelbar danach wechselte Michelle Robinson zur Harvard University, wo sie 1988 mit dem akademischen Grad Juris Doctor ihre Ausbildung beendete.
Nach dem Studium in Harvard war Michelle Robinson Mitglied des Chicagoer Büros der Anwaltskanzlei „Sidley & Austin“, wo sie schwerpunktmäßig zum Thema Eigentumsrechte und Marketing arbeitete. Nach ihrem Ausscheiden aus der Kanzlei wechselte sie als Beraterin des Bürgermeisters und Hilfsbevollmächtigte für Planung und Stadtentwicklung zur Stadtverwaltung Chicago. Die heutige Präsidentenberaterin Valerie Jarrett war damals ihre Vorgesetzte. Parallel dazu wurde die unterdessen verheiratete Michelle Obama 1993 Executive Director des Chicagoer Büros der Nichtregierungsorganisation „Public Allies“.
Ein weiterer Einschnitt in ihrem beruflichem Werdegang fand 1996 statt. Sie wechselte von der Stadtverwaltung zur University of Chicago, wo sie zunächst für die Entwicklung des „University Community Service Center“ zuständig war, ehe sie als Executive Director und später als Vice President for Community and External affairs mehr Verantwortung übernahm. Gleichzeitig war sie im Aufsichtsrat von TreeHouse Foods Inc. tätig.
Drei Monate nach Ankündigung der Präsidentschaftskandidatur von Barack Obama unterbrach Michelle Obama erst einmal ihre eigene berufliche Karriere und verpflichtete sich voll dem Wahlkampf ihres Mannes.
Im Rennen um die Kandidatur zur US-Präsidentschaft ihres Mannes hielt Michelle Obama Wahlkampfreden und erweckte durch zahlreiche Interviews und Auftritte im Fernsehen ein reges Medieninteresse an ihrer Person. Dabei fiel sie häufig auch durch mit Ironie gespickte Bemerkungen zum Familienleben der Obamas und mit Anekdoten über dieses auf. Nachdem sich die Chancen auf die amerikanische Präsidentschaft für Barack Obama erhöht hatten, hielt sich Michelle jedoch mit solchen Äußerungen weitgehend zurück.
In verschiedenen Interviews stellten sowohl Michelle als auch Barack Obama ihren politischen Einfluss auf ihren Mann heraus. So redigierte Michelle Obama etwa regelmäßig seine Reden und unterstützte ihn als Beraterin bei seiner Bewerbung um das Amt des Präsidenten.[2] Ende 2011 wurde sie zunehmend als Kritikerin dessen gesehen, wie die Dinge im Weißen Haus laufen.[3]
Aufgrund des regen Medieninteresses rangierte Michelle Obama im Dezember 2008 auf Rang 9 der einflussreichsten Absolventen der Harvard Law School.[4]
Nach der Wahl Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten fiel ihr die Rolle als neue First Lady im Weißen Haus zu. Während der repräsentativen Auftritte ihres Mannes findet sie sich stets an dessen Seite. Dabei findet sie bei der Presse große Beachtung wegen ihres als stilsicher und modisch geltenden Auftretens.[5][6]
Für das Cover der US-amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift Vogue vom März 2009 wurde Michelle Obama von Annie Leibovitz fotografiert. Mit Ausnahme von Bess Truman hat Vogue zwar seit 1929 jede First Lady in einem Bildbericht vorgestellt, Obama ist aber nach Hillary Clinton erst die zweite First Lady auf der Titelseite.[7]
In der Jugendserie iCarly spielt sie in der Folge I meet the First Lady sich selbst in einer Nebenrolle.
Im Wahlkampf der US-Vorwahlen 2008 war ihre Aussage über ihren Stolz auf die Vereinigten Staaten von Amerika umstritten.[8] Als Reaktion auf die republikanische Kritik an ihrer Äußerung, dass sie nun erstmals Stolz für ihr Land empfinde, betonte sie im weiteren Verlauf des Wahlkampfes, wie sehr sie ihr Land liebe.[9][10][11] Besonders ihre auf diese Kritik Bezug nehmende Rede vor der Democratic National Convention im August 2008 wurde zum großen Teil gut aufgenommen und erhielt überwiegend positive Kommentare.[12] Einer Umfrage von Rasmussen Reports zufolge erreichte sie unter den US-Amerikanern daraufhin erstmals Zustimmungswerte von 55 %.[13]
Laut Darstellung in einer im September 2010 erschienenen Biografie über Carla Bruni-Sarkozy (Carla et les ambitieux) soll Michelle Obama zu ihr gesagt haben, dass die Arbeit als First Lady für sie die „Hölle“ sei.[14][15] Sowohl durch die Pressesprecherin von Obama als auch durch die Französische Botschaft in Washington wurde die vermeintliche Aussage jedoch dementiert.[16] Zudem distanzierte sich Bruni-Sarkozy von den Autoren ihrer Biografie, welche nicht autorisiert gewesen sei.[17][18]
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