Microsoft Word (oft auch kurz MS Word oder Word genannt) ist ein 1983 eingeführtes Textverarbeitungsprogramm der Firma Microsoft, ursprünglich für die Xenix-Plattform. Word wurde auf IBM PC-DOS (1983), Apple Macintosh (1984), AT&T Unix (1985), Atari ST (1986), SCO UNIX, OS/2, und Microsoft Windows (1989) portiert. Heute ist es Teil der Office-Suite Microsoft Office sowie der auf private Nutzer zugeschnittenen Programmsammlung Microsoft Works Suite, wird aber auch als Word 2010 für Windows und Word 2011 für Mac einzeln verkauft.
Microsoft Word basierte auf dem Konzept der GUI-Textverarbeitung Bravo, die auf dem Xerox Alto lief. Der Autor von Bravo, Charles Simonyi wechselte 1981 von PARC zu Microsoft und wurde der leitende Entwickler von Multi-Tool Word. 1983 wurde Multi-Tool Word für Xenix und MS-DOS angekündigt. Werbung wurde gemacht, indem in diesem Jahr Demonstrationsdisketten zusammen mit der Novemberausgabe der US-amerikanischen Computerzeitschrift PC-World verteilt worden sind. Word wurde mit der stetigen Weiterentwicklung zu einer weit verbreiten Software, nachdem es unter MS-DOS anfänglich unter der ungewöhnten Bedienung im Vergleich zu WordPerfect unpopulär war. Bereits in der ersten Version wurde Word für die Bedienung mit einer Maus konzipiert und konnte in Verbindung mit einer Grafikkarte, die Grafikausgabe erlaubte (wie CGA oder Hercules), auf IBM-kompatiblen Geräten Textauszeichnungen wie Fett oder Kursiv, nicht aber die Schriftart oder Schriftgrössen, direkt darstellen. 1985 erschien die Portierung auf den Macintosh. Im Gegensatz zur DOS-Version unterstützte die Macintosh-Version ähnlich wie die Apple-eigene Textverarbeitung MacWrite echtes WYSIWYG. Die Version 1.05 wurde in Zusammenarbeit mit Atari für den Atari ST portiert. Die unter dem Namen Microsoft Write verkaufte Version wurde nicht mehr aktualisiert. Während die DOS-Variante mehrere Konkurrenten wie WordStar, WordPerfect oder IBM PC Text hatten, wurde Word für Macintosh spätestens mit der Version 5.1 im Jahre 1992 marktbeherrschend. Die Macintosh-Version blieb so auch für Jahre teurer als die DOS-Variante. Die erste Windows-Version erschien 1989, die zweite 1991. Mit Word 5.5 für MS-DOS glich Microsoft die Bedienung der DOS-Version an die Windows-Version, welche zu diesem Zeitpunkt die Version 2.0 hatte, an. Dies bewerkstelligte man, indem die DOS-Variante ebenfalls über Pulldown-Menüs und einer Symbolleiste verfügte und über Dialoge bedient werden konnte. Vom Funktionsumfang her dagegen glich Word 5.5 annähernd der Version 5.0; welches ein eigenes, auch mausbasiertes, Bedienerkonzept hatte. Mit Word 6 wurden die Versionsnummern abgeglichen. 1993 wurden Word für DOS, Windows und Macintosh freigegeben. Die Windows- und die Macintosh-Version basierten auf der gleichen Codebasis und hatten die gleiche Benutzeroberfläche, was dazu führte, dass die Macintosh-Version von Word optisch dem Windows-Pendant glich, was zu Kritik führte. Für MS-DOS war es die letzte Version. Die DOS-Versionen wurden bis 1995 vertrieben. Es existierten auch Versionen für OS/2 und SCO Unix.
Word für DOS war eine der ersten populären Textverarbeitungen für den IBM-PC. In Verbindung mit einer Grafikkarte, die Grafikausgabe erlaubte (wie CGA oder Hercules), konnte Word auf IBM-kompatiblen Geräten Textauszeichnungen wie Fett oder Kursiv, nicht aber die Schriftart oder Schriftgrössen, direkt darstellen. Konkurrenten wie WordStar, WordPerfect oder IBM PC Text konnten dagegen lediglich reinen Text darstellen. Formatierungen erschienen dort entweder als farbiger Text, oder es wurden Markups verwendet.
Die erste Windows-Version erschien 1989. Im Gegensatz zu Word für DOS basierte Winword, wie das Programm in den 1990er Jahren umgangssprachlich bezeichnet wurde, auf WYSIWYG. Frühere Windows-Computer stießen an ihre Leistungsgrenzen, daher unterstützte Word für Windows auch eine Entwurfsansicht mit einer Standardschriftart und ausgeblendeten Objekten.
Die für Microsoft Word bis zur Version 2003 bzw. 2004 verwendeten Dateinamenerweiterungen heißen .doc für Dokumente und .dot für Dokumentenvorlagen. Bemerkenswert dabei ist die Inkompatibilität insbesondere der Versionen bis einschließlich 7 (Microsoft Office 95) und der Versionen ab 8 (Microsoft Office 97). Sie beruht darauf, dass Microsoft die Backup-Funktionalität grundlegend änderte, was der Einführung eines neuen Dateiformates gleichkam, auf eine Änderung der bekannten Dateinamenserweiterung jedoch verzichtete.[1]
Word kann mit verschiedenen Dateiformaten arbeiten, jedoch wurden einige wichtige Fremdformate bis zum Service Pack 2 von Word 2007 beziehungsweise Word 2010 für Windows, auf Word für Mac OS X bis heute, nicht unterstützt.[2] Inzwischen wurden die Spezifikationen der „alten“ Formate von Microsoft freigegeben.[3] Da der Austausch von Informationen verschiedener, unabhängiger Informationssysteme in zunehmendem Maße immer wichtiger wird und verschiedene Regierungen aufgrund des proprietären Formates gedroht hatten, das Microsoft-Office-Paket nicht mehr länger einsetzen zu wollen, wurde Ende Januar 2005 ein neues interoperables Dokumentformat vorgestellt und freigegeben: WordprocessingML. Neuere Microsoft Word Versionen unterstützen das auf XML basierende Format WordprocessingML, und Dokumente in diesem Format lassen sich insbesondere für Fremdprogramme einfacher lesen, verarbeiten und erstellen. Diese Dokumente waren dann aber um einiges größer, da XML einen großen Overhead produziert.
Seit der Windows-Version 2007 bzw. der Macintosh-Version 2008 werden Dokumente im Format Office Open XML abgespeichert. Aus Kompatibilitätsgründen wird jedoch auch das alte Format weiterhin unterstützt. Dokumente in diesem Format tragen die Dateiendung .docx und .docm (Dokumente mit Makros). Da dieses Format auf XML basiert, lassen sie sich insbesondere für Fremdprogramme einfacher lesen, verarbeiten und erstellen. Dokumentvorlagen weisen die Endungen .dotx bzw .dotm auf. Da es sich um ein auf ZIP basierendes komprimiertes Dateiformat handelt, sind diese Dateien relativ kompakt. Nach der Installation eines kostenlosen „Compatibility Packs“ für Microsoft Office in Word für Windows ab Version 2000 (offiziell; das Comp. Pack v4 vom 6. Januar 2010 funktioniert aber auch mit Word 97) können diese neuen Dateitypen geöffnet, bearbeitet und gespeichert werden.[4] Für Mac OS bietet Microsoft für Word 2004 einen separat herunterzuladenden Konverter an, der OpenXML-Dokumente in .rtf-Dateien konvertiert.
Der Internet Media Type für Dokumente im alten Format ist application/msword. Für Dokumente im Format Office Open XML lautet er application/vnd.openxmlformats-officedocument.wordprocessingml.document.
Microsoft Word fiel in der Vergangenheit durch eine sehr hohe Anzahl von Makroviren für dieses System auf. In den älteren Versionen gab es keinen oder keinen ausreichenden Schutz vor Makroviren. In aktuellen Versionen kann die Ausführung von Makros und Add-Ins in mehreren Sicherheitsstufen gesteuert werden.
Bei digitaler Veröffentlichung oder Datenaustausch von Dokumenten im Microsoft-Word-Format ist zu bedenken, dass Einblicke in die letzten Änderungen am Text möglich sind, falls beim Bearbeiten die Funktionen Schnellspeicherung, Versionsverfolgung oder Änderungsverfolgung aktiviert waren. Des Weiteren ist es jederzeit möglich, die ursprünglichen Autoren und den Dateiablageort im lokalen Computer zu ermitteln.
Microsoft Word bietet an, ein Dokument mit Lese- und/oder Schreibschutz zu versehen. Freigeschaltet wird eine so geschützte Datei über ein vom Benutzer einzugebendes Passwort. Bei den alten Versionen von Word konnte dieser Schutz von einem Angreifer sehr einfach ohne Kenntnis des Passwortes ausgehebelt werden. Neuere Versionen von Word können das Dokument durch den Stromchiffrierer RC4 verschlüsseln, der mit einer Schlüssellänge von 2048 Bit (Stand Jan. 2006) als sicher gilt. Wie der Kryptografieexperte Hongjun Wu herausgefunden hat, ist allerdings in der Umsetzung dieses Verschlüsselungskonzeptes ein grober Fehler begangen worden. Ein Angreifer kann danach durch Erhalt zweier gleich verschlüsselter Dokumente den Klartext erhalten. Der Schreibschutz ist kryptographisch unsicher, da ein Angreifer ein neues täuschend echtes Dokument mit demselben Inhalt erzeugen kann, solange er Lesezugriff auf das Originaldokument hat und dieses nicht digital signiert worden ist. Wurde des Weiteren ein Kennwort zum Ändern eines Dokumentes angegeben (Schreibschutz), so bedeutet das nicht zwangsläufig, dass der Inhalt des Dokumentes verschlüsselt abgelegt wird.
Die Automatisierung und Erweiterung von Microsoft Word unter Windows kann durch Visual Basic for Applications (VBA) oder unter Windows durch das Verwenden der Visual Studio Tools for Office[5] bewerkstelligt werden. Vor Word 97 konnte die Automatisierung durch das Verwenden der eigenen Makrosprache, WordBasic, bewerkstelligt werden. Bis zur Version 2004 unterstützte Word für Macintosh VBA. In Version 2008 war eine Automatisierung nur noch mit AppleScript möglich. Nach deutlichen Kundenprotesten wurde Word 2011 wieder inklusive VBA ausgeliefert. Man kann mit Word so auf Daten in Datenbanken und SQL-Servern über Schnittstellen, zum Beispiel zur Erstellung von Serienbriefen, eingeschränkt zugreifen.
Ab der Version 7.0 werden die Versionsnummern gleich mit den anderen Office-Produkten wie Microsoft Excel, Microsoft PowerPoint, Microsoft Access usw. geführt.
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