Dienstag, 29. Mai 2012

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Mikroökonomie

Grundmodell des Wirtschaftskreislaufs

Die Mikroökonomie (gr. μικρός mikrós „klein“, οἶκος oíkos „Haus“ und -nomie), auch Mikroökonomik oder Mikrotheorie, ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Ihr Gegenstand ist das wirtschaftliche Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte (Haushalte und Unternehmen) und die Allokation von knappen Ressourcen und Gütern durch den Marktmechanismus. Insbesondere die neoklassische Mikroökonomie arbeitet mit mathematischen Modellen, die sie aus der Realität abstrahiert. Im einfachsten Modell des Wirtschaftskreislaufs sind die Haushalte Anbieter der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden sowie Nachfrager der angebotenen Güter (Waren und Dienstleistungen), die sie mit dem Ziel der Nutzenmaximierung konsumieren. Die Unternehmen setzen die Produktionsfaktoren zur Produktion von Gütern ein, die sie mit dem Ziel der Gewinnmaximierung auf dem Markt anbieten.

Teilgebiete und Untersuchungsmethoden

  • Dem gegenüber steht die Produktionstheorie, die sich mit der Angebotsseite des Gütermarktes beschäftigt. Ausgehend von einer gegebenen Produktionsfunktion, die das Verhältnis von Input- zu Outputfaktoren angibt, wird untersucht, welche Produktionsmengen mit welchen Inputfaktoren produziert werden sollen.

Neben diesen drei grundlegenden Teilen der neoklassischen Mikroökonomie haben sich weitere Ansätze herausgebildet:

Annahmen

In der Mikroökonomie werden meistens die Wirklichkeit abstrahierende Modelle benutzt, um die Fragestellungen beherrschbar zu machen. Dazu wird zum einen angenommen, dass alle Wirtschaftsakteure Nutzenmaximierung betreiben und rational handeln, also konsistent handeln. In Abgrenzung zu der insbesondere von Vertretern der Vehaltensökonomik und der experimentellen Ökonomik stark kritisierten Annahme des Homo oeconomicus, unter der eigennutzmaximierende Akteure unterstellt werden, relativieren neuere Ansätze derartige Grundannahmen und implementieren zudem auch Konzepte wie dasjenige der asymmetrischen Information oder der begrenzten Rationalität.

Für die Betrachtung von Präferenzrelationen sind insbesondere die Transitivitätsannahme und die Vollständigkeitsannahme von Präferenzen wichtig. Durch die Annahmen über einen rationalen Akteur lassen sich Indifferenzkurven beschreiben.

Abgrenzung zur Makroökonomie

Im Gegensatz zur Mikroökonomie arbeitet die Makroökonomie mit aggregierten Größen, also zum Beispiel mit dem Gesamteinkommen aller Haushalte. Mikroökonomische Aussagen lassen sich nicht ohne Weiteres zu makroökonomisch sinnvollen Aussagen zusammenfassen. Jedoch lassen sich viele makroökonomische Modellprämissen mikroökonomisch begründen (Mikrofundierung).

Literatur

  • Friedrich Breyer: Mikroökonomik. Eine Einführung. Springer-Verlag, Berlin 2008/4. Auflg. ISBN 978-3-540-85119-6
  • Eberhard Feess: Mikroökonomie. Eine spieltheoretisch- und anwendungsorientierte Einführung. Metropolis, Marburg 2004/3. Auflg. ISBN 3-89518-491-8
  • Michael Heine u. Hansjörg Herr: Volkswirtschaftslehre. Paradigmenorientierte Einführung in die Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg, München 2003 ISBN 3-486-27293-4
  • Klaus Herdzina: Einführung in die Mikroökonomik. Vahlen, München 2005/10. Auflg. ISBN 3-8006-3272-1
  • Robert S. Pindyck u. Daniel L. Rubinfeld: Mikroökonomie. Pearson Studium, München 2005/6. aktual. Auflg. ISBN 3-8273-7164-3
  • Winfried Reiß: Mikroökonomische Theorie. Historisch fundierte Einführung. Oldenbourg, München 2007/6. Auflg. ISBN 978-3-486-58544-5
  • Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik. Oldenbourg, München 2003/6. Auflg. ISBN 3-486-27453-8

Weblinks

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