Millard Fillmore (* 7. Januar 1800 im Cayuga County, New York; † 8. März 1874 in Buffalo, New York) war ein US-amerikanischer Politiker der Whig Party und vom 10. Juli 1850 bis zum 4. März 1853 der 13. Präsident der Vereinigten Staaten.
Millard Fillmore wurde am 7. Januar 1800 in einem Blockhaus im Cayuga County als eines von neun Kindern geboren. Sein Vater war Nathaniel Fillmore, ein Farmer. Die Mutter war Phobe Millard. Fillmore machte zunächst eine Ausbildung als Kleidungsmacher in Sparta, ging aber kurz darauf nach Hope. 1819 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften und schloss dieses 1823 in Buffalo ab. Danach war er als Jurist tätig. Im Jahr 1834 gründete er eine Anwaltskanzlei im Westen New Yorks.
Sein politisches Wirken begann 1828, als er zum Abgeordneten in der New York State Assembly gewählt wurde, wo er bis 1831 ein Mandat für die Anti-Masonic Party innehatte. Danach wurde er mehrere Male als Whig in den Kongress gewählt. Im Jahr 1844 kandidierte er als Gouverneur von New York, unterlag aber dem Demokraten Silas Wright mit 47:49 Prozent der Stimmen.
Fillmore wurde 1848 an der Seite von Zachary Taylor zum amerikanischen Vizepräsidenten gewählt; ein Amt, das er am 4. März 1849 antrat. Taylor, ein vormaliger General, war Fillmore vor der eigentlichen Wahl nie begegnet, dennoch wurde Fillmore von seiner Partei als Mitkandidat ins Rennen geschickt, um das Ticket der Whigs zu kompensieren. Insbesondere in der Frage, ob die Südstaaten weiterhin Sklaven halten dürften oder nicht und der damit verbundenen Abzeichnung der Sezession stimmte er mit Präsident Taylor nicht überein. Der Präsident wollte insbesondere jegliche Ausdehnung der sklavenhaltenden Staaten um jeden Preis verhindern. Fillmore war zwar ebenfalls kein Anhänger der Sklaverei, doch wollte er vor allem dem Süden kein Anlass zur Abspaltung geben.
Präsident Taylor starb am 9. Juli 1850 unerwartet, woraufhin Fillmore selbst die Präsidentschaft übernahm. Seine Amtszeit ist vor allem mit zwei Ereignissen verknüpft: Die Expedition von Matthew C. Perry, die 1852 von ihm ausgesandt wurde und 1854 (nach seiner Amtszeit) die Öffnung Japans erzwingen konnte, sowie insbesondere der Kompromiss von 1850.
Der Kompromiss von 1850 war als Mittel gedacht, das Auseinanderfallen der Union zu verhindern. Nach dem Frieden von Guadalupe Hidalgo waren den USA riesige Gebiete im Westen zugefallen. In diesen Gebieten war umstritten, wie mit der Sklaverei umzugehen ist. In Kalifornien setzte während dessen der Goldrausch ein. Viele Menschen strömten in dieses Gebiet. Am 9. September 1850 wurde der Staat in die Union aufgenommen. Die dortige Bevölkerung entschloss sich, keine Sklaverei zuzulassen. Erste Vorschläge des Vertrages wurden von seinem Vorgänger Zachary Taylor abgelehnt, Fillmore hingegen stellte sich hinter den Kompromiss von 1850, während seiner Vizepräsidentschaft kündigte er an, dass − sollte ein Patt im US-Senat entstehen − er in seiner Rolle als Senatspräsident (was dem Vizepräsidenten zufällt, auch hat dieser nur bei einem Unentschieden Stimmrecht) das entscheidende Votum für den Vertrag abgeben werde.
Den Südstaaten war so der Weg zum Pazifik abgeschnitten, daher ließen die Nordstaaten zu, dass der Rest des ehemals mexikanischen Gebiets die Sklaverei erlaubte. Ausgehandelt wurde der Kompromiss vom Great Compromiser Henry Clay. Durch den Kompromiss konnte der Ausbruch des Bürgerkrieges noch elf Jahre hinausgeschoben werden. Fillmore bewarb sich auch um die Nominierung der Whigs für die Präsidentschaftswahl 1852; jedoch erhielt er aus nördlichen Bundesstaaten zu wenig Stimmen, sodass nicht er, sondern Winfield Scott deren Kandidat wurde. Scott unterlag dann dem Demokraten Franklin Pierce, der am 4. März 1853 Fillmore ablöste.
Zur Wahl des Jahres 1856 bewarb er sich nochmals um die Präsidentschaft für die American Party, eine rechte Splittergruppe, wurde aber nur Dritter mit 21,6 % der Stimmen; lediglich in Maryland errangen er und sein Running Mate Andrew Jackson Donelson die Mehrheit und damit acht Stimmen im Electoral College. Fillmore war Mitbegründer der 1862 eröffneten Buffalo Historical Society und deren erster amtierender Präsident. Im April 1865 wurde sein New Yorker Haus von einem aufgebrachten Mob, einige Anhänger des zu dieser Zeit ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln, mit schwarzer Farbe beschmiert. Der Grund dafür war, dass Fillmore während des Sezessionskrieges nicht mit der Politik Linclons übereinstimmte.[1]
Er starb am 8. März 1874 an den Folgen eines Schlaganfalls.
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