| Filmdaten | |
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| Deutscher Titel | Mord im Orient-Express |
| Originaltitel | Murder on the Orient Express |
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1974 |
| Länge | 131 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie | Sidney Lumet |
| Drehbuch | Paul Dehn |
| Produktion | John BrabourneRichard B. Goodwin |
| Musik | Richard Rodney Bennett |
| Kamera | Geoffrey Unsworth |
| Schnitt | Anne V. Coates |
| Besetzung | |
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Mord im Orient-Expreß (Originaltitel: Murder on the Orient Express) ist ein Kriminalfilm des Regisseurs Sidney Lumet aus dem Jahre 1974 nach dem gleichnamigen Roman von Agatha Christie.
Der Film beginnt mit einer Collage aus Szenen, Zeitungsausschnitten und Kommentaren über den Fall eines kleinen Mädchens namens Daisy Armstrong, welches im Jahre 1930 in den USA aus dem Hause ihrer Eltern, reiche und hoch angesehene Bürger, entführt und nach Zahlung des Lösegeldes tot aufgefunden wird.
Fünf Jahre später: Der belgische Detektiv Hercule Poirot hat gerade im winterlichen Istanbul einen Fall abgeschlossen und wird nun von einem neuen Auftraggeber nach London bestellt. Als er ein Abteil im Kurswagen Istanbul-Calais des nächsten Orient-Expresses buchen will, stellt sich heraus, dass der Zug ausgebucht ist. Mit Hilfe seines Freundes Signor Bianchi, dem Direktor der Eisenbahngesellschaft, bekommt Poirot doch noch einen Platz im Schlafwagen. Im Speisewagen macht ihm der Geschäftsmann Ratchett das Angebot, ihn zu bewachen. Er erhalte regelmäßig Morddrohungen und schlafe mit einer Waffe unter dem Kissen. Poirot lehnt das Angebot ab. Nachts wird Poirot mehrmals von merkwürdigen Geräuschen geweckt. Mitten in der Nacht zwischen Vinkovci und Brod in Jugoslawien wird der Amerikaner Samuel Edward Ratchett durch zwölf Messerstiche ermordet und am Morgen tot aufgefunden.
Der Expresszug ist inzwischen auf freier Strecke auf jugoslawischem Gebiet im Schnee steckengeblieben. Keiner kann den Zug verlassen; auch der Mörder nicht. Der Telegraf streikt, und die jugoslawische Polizei kann nicht benachrichtigt werden. Daher bittet Signor Bianchi, der sich ebenfalls im Zug befindet, Hercule Poirot um die Aufklärung des Falles. Im Abteil des Toten findet Poirot einen fast verbrannten Brief, aus dem er auf die wahre Identität des Toten schließen kann. Es handelt sich um den Verbrecher Casetti, der die kleine Daisy Armstrong entführt hatte und Schuld an ihrer Ermordung und in der Folge an weiteren Todesopfern ist, sich aber der gerechten Strafe in den USA entziehen konnte.
Casetti/Ratchett wurde mit zwölf Stichen getötet, und das Sonderbare daran ist: Jeder Stich ist verschieden tief und verschieden kraftvoll ausgeführt worden. Am Tatort werden außerdem ein Taschentuch und ein Pfeifenreiniger gefunden. Des Weiteren wird in einem der Koffer der Mitreisenden die Uniform eines Schlafwagenschaffners gefunden.
Alle Menschen im Zug werden verhört, aber es befindet sich niemand an Bord, der zugibt, den gefundenen Pfeifenreiniger und das Taschentuch zu besitzen.
Poirot hat den Verdacht, dass alle Zuginsassen unter einer Decke stecken.
Nach und nach ermittelt Poirot über die Reisenden, dass sie entweder im Hause Armstrong angestellt gewesen waren oder nahe Verwandte oder Freunde der Familie waren. Allen war die kleine Daisy ans Herz gewachsen, und nach der Entführung schworen sie sich, den Täter zur Verantwortung zu ziehen. In der Folge von Daisys Entführung und Ermordung waren auch Daisys Mutter bei der Niederkunft des Babys, mit dem sie zum Zeitpunkt der Entführung schwanger war, gestorben (ebenso das Baby selbst), Daisys Vater hatte danach Selbstmord begangen, ebenso ein fälschlich als mitschuldig angenommenes Dienstmädchen.
Alle Verdächtigen sind nacheinander durch das Abteil von Mr. Ratchett/Casetti gegangen, und jeder hat einmal auf ihn eingestochen. Es handelt sich um die Großmutter (Mrs. Hubbard), die Tante und den Onkel (Gräfin und Graf Andrenyi) und um das Kindermädchen Daisys (Greta Ohlsson), um den Butler (Mr. Beddoes), die Köchin (Hildegarde Schmitt), den Chauffeur (Mr. Foscarelli) und die Sekretärin (Miss Debenham) der Armstrongs, um die Patin (Prinzessin Dragomiroff) und um einen Verehrer (Mr. MacQueen) von Daisys Mutter, um einen Freund von Daisys Vater (Col. Arbuthnot) sowie um den Vater (Schlafwagenschaffner Pierre Paul Michel) und den Freund (Mr. Hardman) des verstorbenen Dienstmädchens.
Poirot stellt den Leiter der Eisenbahngesellschaft vor die Wahl, welche Theorie er der jugoslawischen Polizei für diesen Fall präsentieren möchte. Entweder die oben beschriebene, die sich auch in der Realität abgespielt hat, oder die Geschichte von einem in den Zug eingedrungenen und als Schaffner verkleideten Unbekannten, der Ratchett im Auftrag der Mafia ermordet haben soll.
Bianchi entschließt sich dazu, der jugoslawischen Polizei die einfachere Lösung mit dem ominösen Fremden zu präsentieren.
Der Entführungsfall des Charles-Lindbergh-Babys in den 1930er Jahren stand Pate für den fiktiven Fall Daisy Armstrong.
1975 erhielt der Film sechs Oscar-Nominierungen:
Ingrid Bergman gewann den Oscar.
2001 wurde unter der Regie von Carl Schenkel ein Fernsehfilm für das US-amerikanische Fernsehen produziert, in dem Alfred Molina die Hauptrolle des Hercule Poirot übernahm. Trotz internationaler Schauspieler wie Fritz Wepper, Kai Wiesinger oder Leslie Caron und einer Modernisierung der Story, die in die Gegenwart versetzt wurde, hatte diese Neuverfilmung keinen Erfolg bei Kritik und Publikum.
2009 wurde unter der Regie von Philip Martin ein Fernsehfilm für das englische ITV und das amerikanische WGBH Boston im Rahmen der Reihe Agatha Christie's Poirot produziert.
Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1975 in den Ateliers der Berliner Synchron GmbH in Berlin. Das Dialogbuch schrieb Hans Bernd Ebinger, Synchronregie führte Gert Günther Hoffmann.[2]
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