Dienstag, 29. Mai 2012

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Nationalgarde der Vereinigten Staaten

Logo der US-Nationalgarde
General McKinley, Chief of the National Guard Bureau

Die im Jahr 1903 aufgestellte Nationalgarde der Vereinigten Staaten (englisch United States National Guard, kurz National Guard, akronymisiert USNG) ist als Nationalgarde die zweite Instanz der militärischen Reserve der Streitkräfte der Vereinigten Staaten.

Die Mitglieder der Nationalgarde sind freiwillig Dienst leistende Milizsoldaten. Jeder Bundesstaat, jedes Territorium (beispielsweise Amerikanisch-Samoa) sowie der District of Columbia unterhält eine dem jeweiligen Vorsitzenden der Exekutive, meist dem Gouverneur unterstehende eigene Nationalgarde (State militias). Diese ist seit 1903 bundesgesetzlich und institutionell eng mit der regulären Armee und Luftwaffe verbunden, so dass unter bestimmten Umständen mit Einverständnis des Kongresses die Bundesebene auf sie zurückgreifen kann. Davon zu trennen sind die sogenannten State Defense Forces, die allein ihrem Bundesstaat verpflichtet sind.

Organisation

Die National Guard besteht aus den beiden Teilstreitkraftgattungen des Heeres und der Luftstreitkräfte, namentlich der Army National Guard und der Air National Guard. Die Nationalgarde untersteht dem National Guard Bureau, einer semi-unabhängigen Organisationseinheit des Verteidigungsministeriums. Derzeitiger Kommandeur des National Guard Bureau (Chief of the National Guard Bureau) ist General Craig R. McKinley.

Historisch bedingt gibt es keine Nationalgardeeinheiten mit Kriegsschiffen, jedoch besitzen die Nationalgarde-Einheiten der Staaten New York und Maryland Marineeinheiten. Die so genannten Army National Guards aller Staaten zusammen umfassen etwa 350.000 Soldaten, alle Air National Guards haben eine Stärke von rund 106.000 Personen (2001).

Geschichte

Gardist, 1917

Die Nationalgarde entstand ursprünglich aus den Milizen des Unabhängigkeitskrieges. Die reguläre Armee war während des ganzen 19. Jahrhunderts schwach. Durch diese Regelung sollte verhindert werden, dass die einzelnen Bundesstaaten von der US-Bundexekutive oder dem Kongress mit Einsatz von Gewalt unter Druck gesetzt werden.

So stellten die Milizen im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, zu Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges und im Spanisch-Amerikanischen Krieg den größten Anteil aller amerikanischen Soldaten.

Seit 1903 tragen sie die Bezeichnung National Guard und wurden in jedem größeren Konflikt eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg waren zwei Fünftel der in Frankreich kämpfenden Truppen Nationalgardisten; im Zweiten Weltkrieg wurden etwa 190.000, im Koreakrieg 140.000 von ihnen eingesetzt.

Während des Vietnamkrieges weigerten sich die Präsidenten Johnson und Nixon, die Nationalgarde in den Kampf zu senden. Johnson wollte möglichst lange den Anschein bewahren, dass der (bereits unpopulär gewordene) Vietnamkrieg kein echter Krieg wäre, und die Mobilisierung der Nationalgarden hätte diesen Anschein zerstört. Von Vietnamveteranen werden deshalb gelegentlich Vorwürfe laut, zu den Nationalgardisten hätten sich vor allem die gemeldet, um sich vor dem Krieg zu retten, so auch gegen George W. Bush, der bei der Air National Guard gedient hatte.

Hubschrauber der Nationalgarde während der Hilfsaktionen nach dem Hurrikan Katrina, 2005

Seit Januar 2005 können Einheiten der Nationalgarde bis zu 24 Monate lang in Übersee eingesetzt werden. Unter dem früheren Präsidenten Bill Clinton betrug die Zeitspanne noch sechs Monate; George W. Bush verlängerte sie kurz nach seiner Vereidigung um 18 Monate.

2005 wurde in Folge des Hurrikan Katrina die Nationalgarde zu Hilfe gerufen und 125.000 Nationalgardisten eingesetzt. Da aber der größte Teil der Nationalgarde und besonders die gut ausgerüsteten Kampftruppen mit eigener Ausrüstung im Irak-Einsatz waren, wurde die Lage mit dem Begriff Katrinagate kritisiert.

In der Operation Jump Start ist die Nationalgarde des Heeres seit Mai 2006 mit der vorübergehenden Bewachung der Grenze zu Mexiko betraut, bis der Ausbau des Grenzzauns sowie die Aufstockung der United States Border Patrol abgeschlossen sind.

Dienst

Nach einer mehrwöchigen Grundausbildung sind mehrere Jahre Dienst und weitere Ausbildungsgänge zu absolvieren. Dieser Dienst umfasst in Friedenszeiten und bei normalen Verhältnissen „zwei Tage pro Monat und zwei Wochen pro Jahr“ (Two days a month, two weeks a year). Dies war bis zum Irakkrieg ein offizieller Slogan der Rekrutierungsämter. Nationalgardisten erhalten unter anderem 200 $ Dienstsold pro Monat. Viele Bundesstaaten bezahlen jungen Mitgliedern auch die Bildungskosten, die bei der Universität anfallen. Seit Nationalgarde-Einheiten im Irak verwendet wurden, hatten die Rekrutierungsstellen oft Mühe, Leute für den Dienst zu finden. Ein anderer Effekt des Irak-Kriegs war, dass manchmal mehr als 50 % der Gardisten in den Irak entsandt wurden. Bei großen Waldbränden in der Heimat, welche großteils von der Nationalgarde bekämpft werden, fehlten dann Mannschaften und Löschhubschrauber.

Ausrüstung

Die Ausrüstung der US-Nationalgarde entspricht im Wesentlichen derjenigen der regulären Streitkräfte, allerdings besitzen Nationalgardeeinheiten in der Regel nicht das modernste Material. Der Gouverneur jedes Bundesstaates setzt bei Naturkatastrophen und ähnlichen Ereignissen die Nationalgarde seines Bundesstaates ein; jedoch kann der Präsident der Vereinigten Staaten das Heer sowie die Luftwaffe mit Einheiten der Nationalgarde jederzeit unterstützen.

Literatur

  • John K. Mahon: History of the militia and the National Guard, New York (Macmillan u.a.) 1983. ISBN 0-02-919750-3
  • Jerry M. Cooper: The rise of the National Guard. The evolution of the American militia, 1865-1920, Lincoln (University of Nebraska Press) 1997. ISBN 0-8032-1486-3

Weblinks

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Diese Seite wurde zuletzt am 25. Mai 2012 um 12:51 Uhr geändert.

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