Dienstag, 29. Mai 2012

Themen


Nicolas Berggruen

Nicolas Berggruen (* 10. August 1961 in Paris)[1] ist ein deutsch-amerikanischer[1]Finanzinvestor[2][3] und Kunstsammler.

Berggruen ist Gründer und geschäftsführender Inhaber der Berggruen Holdings, eines Firmenverbandes, der während der letzten zwanzig Jahre weltweit über hundert [4] [5]Direktinvestitionen in Unternehmen tätigte.[6] Berggruen konnte zunächst mit Finanzinvestitionen ein Vermögen machen, das vom Forbes Magazine im September 2011 auf 2,3 Milliarden Dollar[7] und vom Wall Street Journal schon 2008 auf 3 Milliarden Dollar geschätzt wurde.[8] In den 2000er-Jahren verlagerte er seine Investitionen in Sachwerte und orientierte seine Interessen dabei auch auf angeblich längerfristige und soziale Projekte.[3]

2009 gründete er das Nicolas Berggruen Institute (NBI), einen „Think Tank“ zur Politikberatung. Für das Forschungsinstitut sind vor allem ehemalige Regierungschefs, bekannte Unternehmer und Wirtschaftswissenschaftler tätig.[3]

Leben

Ausbildung

Nicolas Berggruen ist der ältere von zwei Söhnen des deutschen Emigranten, Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen und dessen zweiter Frau, der Schauspielerin Bettina Moissi. Er wurde deutschsprachig erzogen, außerdem spricht er fließend Französisch und Englisch.[9] Berggruen besuchte die Pariser Privatschule École alsacienne,[10] danach das Schweizer Internat Le Rosey,[6] und wollte zunächst Schriftsteller werden. Zu seiner Lektüre gehörten die Werke von Albert Camus, Jean-Paul Sartre und anderer Existenzialisten.[8] Mit siebzehn Jahren verließ er Frankreich, studierte an der New York University Finanz- und Betriebswirtschaftslehre („Finance and International Business“)[6] und schloss nach zwei Jahren sein Studium mit dem Bachelor of Science ab.[8] 1981 begann er eine Ausbildung zum Immobilieninvestor bei Bass Brothers Enterprises [11] und war anschließend von 1983 bis 1987 als Teilhaber bei der kleinen Leveraged buyout-Gesellschaft[6]Jacobson and Co., Inc. tätig. [5]

Finanzinvestitionen

1984 gründete er seine eigene Investmentfirma (später in Berggruen Holdings umbenannt),[12][13] die zunächst als Berater für den Berggruen-Familientrust diente.[14] 1988[6] gründete er mit Julio Mario Santo Domingo Jr.,[15] einem Sohn des Milliardärs Julio Mario Santo Domingo, den Investmentfonds Alpha Investment Management, der im Jahr 2004 an die Safra Bank verkauft wurde.[16]Alpha Investment war ein Super-Hedgefonds, der wohlhabenden Personen und institutionellen Anlegern Portfolios anbot, die zwar Hedgefonds kaufen, aber sie nicht selbst aussuchen wollten.[16] Der Alpha-Fonds hatte in der zweiten Hälfte der 1990er-Dekade entsprechend der Sharpe-Ratio-Kennzahl einen drei Mal besseren Wert als der S&P 500-Aktienindex.[16]

1992 kaufte er für neun Millionen Dollar Anteile an Media Capital,[17] der größten Medien-Gesellschaft Portugals. Nachdem er einen großen Medienverband von Zeitschriften, Rundfunkstationen und einem Fernsehsender aufgebaut und 2006 an die Börse gebracht hatte, verkaufte er an PRISA Aktien für 150 Millionen Dollar.[18] Im Jahr 2000 investierte er acht Millionen Dollar in den US-amerikanischen Brillenhersteller FGX International (FGXI). Nach Verkauf eines Teiles seiner Beteiligung an andere Investoren machte er später einen Gewinn von 200 Millionen Dollar.[18]

Von Ende 2006 bis Ende 2007 wurden von ihm drei der weltweit größten Zweckgesellschaften (Special Purpose Company / SPAC) geschaffen; sie brachten insgesamt 2,6 Milliarden Dollar auf, um Unternehmen zu kaufen.[18] Seine erste Zweckgesellschaft Freedom Acquisition Holdings gründete er mit Martin Franklin (CEO von Jarden Corp.), und fusionierte diese mit dem britischen Hedgefonds GLG Partners Inc., der größten unabhängigen Verwaltungsgesellschaft für alternative Investitionen in Europa. Als im Juni 2007 GLG an die Börse ging, sprangen kurz danach eine Reihe der wichtigsten Händler ab[19] und die Aktien verloren zusätzlich wegen der weltweiten Finanzkrise ab 2007 binnen eines Jahres 90 % an Wert.[11] 2010 wurde GLG mit hohem Verlust an die britische Man Group Plc verkauft.[19] Eine US-Zweckgesellschaft namens Liberty Acquisition Holdings Corp. initiierte er im Dezember 2007 erneut mit Martin Franklin, sie warb mehr als eine Milliarde Dollar ein. Eine europäische Zweckgesellschaft namens Liberty International Acquisition Co., die er im Februar 2008 mit Franklin gründete, brachte 878 Millionen Dollar auf.[8] Erst diese beiden Gesellschaften brachten den Gesellschaftern große finanzielle Einkünfte.[18] Mit Liberty International Acquisition Co. erwarb er im Juni 2009 die englische Lebensversicherungsgesellschaft Pearl Group (heute: Phoenix Group Holdings) für 843 Millionen Dollar.[20] 2011 gründete er mit Martin Franklin die Zweckgesellschaft Justice Holdings Ltd. mit dem ehemaligen Finanzstaatssekretär Lord Paul Myners als Geschäftsführer und mit dem Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini im Beirat.[21] Die Gesellschaft konnte ab Februar 2011 an der Londoner Börse 1,44 Mrd. $ sammeln.[19]

Die in New York City ansässige Berggruen Holdings hat heute Niederlassungen in Berlin, Istanbul, Tel Aviv und Mumbai.[6] Er investiert vor allem in langfristige Geschäfte,[22] Immobilien sowie saubere und erneuerbare Energien. Berggruen Holdings besitzt unter anderem eine indische Hotelkette (Keys Hotels [23]), türkische Windenergie-Firmen, israelische Immobilien, zwölf US-amerikanische Berufsschulen,[18] Reisanbau-Farmen, bis 2009[19] eine Ethanol-Kraftstoff-Fabrik in Oregon und neu erbaute Hochhäuser in den Innenstädten auf der ganzen Welt. Als Ausgleich für den Verlust an landwirtschaftlicher Fläche durch Biokraftstoff-Anbau kauft er Felder für Maniok, Mais, Reis und andere Nahrungspflanzen.[5][24] Die Ethanol-Anlage hält er heute für „eine ganz große finanzielle und ökologische Katastrophe“.[25] Im März 2010 kaufte er für 900 Millionen Euro einen Mehrheitsanteil beim wirtschaftlich angeschlagenen spanischen Medienkonzern Prisa, der auch die führende Tageszeitung El País herausgibt.[26]

Seine Geschäftspartner bescheinigen ihm einen „strengen Geschäftssinn“.[27] Berggruen sei sowohl ein „disziplinierter Käufer“[28] als auch „ein smarter und kreativer Investor.“[29] Er investiert wie Warren Buffett nur in solche Unternehmen, deren Geschäfte er auch versteht.[5] Dies ist vor allem der Einzelhandel, die Medien und Immobilien.[30] Berggruen investiert nach eigener Aussage in Unternehmen, die infolge von makroökonomischen Ereignissen viel von ihrem Wert verloren hätten, danach erwartet er deren wirtschaftliche Erholung.[30] Freunde beschreiben ihn als einen „hochintelligenten Menschen mit schneller Auffassungsgabe.“[9][31] Eine weitere Stärke von ihm sei die Vermittlung von Menschen aus den Bereichen Kultur, Politik und Wirtschaft.[32] Allerdings habe er schon früh feststellen müssen, dass er für das Alltagsgeschäft eines Managers weniger geeignet sei und delegiert dieses Aufgabenspektrum an entsprechende Experten.[19]

Unternehmerischer Stil

Berggruen investiert heute in Projekte, bei denen er angibt, sowohl sein Vermögen zu erweitern als auch soziale Probleme mildern zu wollen.[8] Nachdem er ein Vermögen erworben hatte, verkaufte im Jahr 2000 seine Wohnungen.[33] Berggruen hat daher keinen festen Wohnsitz mehr, sondern lebt ausschließlich in Hotels.[18] 2008 war er mit seinem Geschäftsreiseflugzeug Gulfstream IV 250 Stunden lang in 80 Ländern unterwegs.[8] Da er bisher kinderlos und unverheiratet blieb, plante er 2008 werbewirksam, sein Vermögen einer Stiftung und seine Sammlung einem Kunstmuseum übereignen zu wollen.[8] Der Berliner Senat bot 2008 ein kostenfreies Grundstück für eine noch zu stiftende „Kunsthalle“ am Humboldthafen an, aber das Projekt scheiterte an den für Berggruen zu engen Bauauflagen der Berliner Baubehörden.[34] Berggruen ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender im Förderkreis des Berliner Museums Berggruen, das die Sammlung seines Vaters Heinz Berggruen fördert und durch weitere Ankäufe und Leihgaben erweitert.[35] Er sammelt selbst zeitgenössische Kunst unter anderem von Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Francesco Clemente und Anselm Kiefer.[16]

Berggruen wolle auch in der Architektur und in der Stadtplanung in wertbeständige Projekte investieren. Im vernachlässigten Stadtzentrum von Newark (New Jersey) kaufte er mehrere Areale auf und entwickelt dort (fast ohne eigene Investitionen) eine funktionsgemischte Innenstadt mit Büros, Wohnhäusern und Ladengeschäften. Ähnliche Projekte entwickelte er auch in Indien, Türkei und Israel (Quartier Nachalat Binyamin in Tel Aviv[36]). Zur Planung beauftragte er berühmte Architekten wie etwa Richard Meier, Shigeru Ban und David Adjaye.[6]

„Mir geht es nicht nur um kommerziellen Erfolg, sondern auch um Schönheit. Dies gilt auch für Immobilien in Indien, in Israel und in Amerika. Es geht immer um die Ästhetik. Die Immobilien sollen meine Architekten und mich überleben. Darum arbeite ich mit den besten Architekten der Welt. Noch in hundert Jahren sollen sich Menschen daran erfreuen.“

Nicolas Berggruen, 2008 [37]

Allgemeiner äußerte er 2011 dazu: „Wir sind hier auf der Welt nur für einen kleinen Moment. Was wirklich zählt, ist, was wir erschaffen, was wir aufbauen. Was zählt, sind unser Handeln und unsere Entscheidungen. Das bleibt für immer. Das ist der wahre Wert unseres Daseins.“[38]

Nachdem er einst die Öffentlichkeit gemieden hatte, sucht er heute vermehrt die Medien auf, um seine philanthropische und kapitalwirtschaftlich politische Arbeit voranzubringen.[18] Als Dank für die häuslichen Einladungen seiner Freunde lädt er sie seit den 2000er-Jahren im Rahmen der alljährlichen Oscar-Verleihung mit etwa 500 Gästen aus der Film- und Geschäftswelt zu einer Party im Chateau Marmont am Sunset Boulevard ein.[29] Sie gilt als die beliebteste Party in Hollywood.[39] Seit 2008 lädt er im Juni jeden Jahres als Vorsitzender des Förderkreises Museum Berggruen internationale Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik zu einem Empfang in das Museum Berggruen nach Berlin ein, um damit dem Museum eine internationale Beachtung zu verschaffen und zu sichern.[40]

Im Dezember 2010 schloss sich Berggruen der philanthropischen Kampagne von The Giving Pledge an, über die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.[41]

Politikberatung

Auf der Suche nach Möglichkeiten, sich für eine bessere Welt einsetzen zu können, und nach Gesprächen mit den beiden kalifornischen UCLA-Professoren Brian Walker (Politik) und Brian Copenhaver (Philosophie)[29] gründete er 2009 das unparteiische Forschungsinstitut Nicolas Berggruen Institute (NBI). In vergleichenden Studien sollen neue politische Ideen entwickelt werden, die auf den Vorteilen der westlichen und asiatischen Welt beruhen.[6] Diese Ideen sollen weltweit den Regierungen und Bürgerinitiativen zugutekommen. Ende 2010 erweiterte er sein Institut mit einem überparteilichen Beirat, dem NBI 21st Century Council („Rat für das 21. Jahrhundert“), der sich aus ehemals führenden Politikern aus vielen Ländern zusammensetzt wie etwa Felipe González, Gerhard Schröder und Fernando Cardoso. Als Berater stellten sich unter anderem die Wirtschaftsexperten Amartya Sen, Alain Minc und Joseph E. Stiglitz zur Verfügung. Als erstes konkretes Projekt soll ein Think Long Committee For California („Komitee für langfristiges Denken für Kalifornien“) helfen, die kalifornische Wirtschaft wieder zu beleben [42] und die staatliche Schuldenlast abzubauen.[43] Hierzu konnte Berggruen die Unterstützung ehemals hochrangiger US-Politiker aus der Republikanischen und der Demokratischen Partei gewinnen, so etwa Willie Brown, Condoleezza Rice und George P. Shultz sowie von Unternehmern wie Eric Schmidt und Eli Broad.[44]

Die erste Sitzung des NBI 21st Century Council fand im November 2010 im Google-Hauptquartier mit Eric Schmidt als Gastgeber statt.[45] Drei Vorschläge hatte der Beirat bis Januar 2011 bereits durchsetzen können: Haushaltsüberschüsse werden für schlechtere Zeiten thesauriert, Bürgerbegehren und Volksabstimmungen sind nur noch zulässig, wenn die Finanzierung ihrer Ziele sichergestellt ist.[42] Die Verabschiedung des Staatshaushalts erfordert nun nur noch eine einfache parlamentarische Mehrheit und nicht mehr die Zweidrittelmehrheit.[42]

Mit Hilfe von Gerhard Schröder[19] gründete er mit einer weiteren Gruppe von erfahrenen Spitzenpolitikern, Unternehmern, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern das Projekt Future of Europe. Ende Oktober 2011 traf sich diese Gruppe in Paris,[46] um eine Reform der europäischen Strukturen „voranzubringen“. Die Runde empfahl unter anderem die Einrichtung eines Exekutivkomitees nach dem Vorbild des UN-Sicherheitsrats sowie eines ständigen Sekretariats. Man brauche nicht weniger, sondern mehr Europa, was jedoch von den Politikern gegenüber ihren Wählern wenig überzeugend vermittelt werde. Daher unterstütze er die Idee der Vereinigten Staaten von Europa. Es müsse „gemeinsame Ministerien und Verantwortlichkeiten geben, auf jeden Fall für Finanzen, aber auch für Außenpolitik, Energie, Verkehr und Einwanderung.“[47]

Deutschland

In Deutschland engagiert er sich seit 2005 über die damals in Berlin-Kreuzberg, Wilhelmstraße, ansässige Nicolas Berggruen Holdings GmbH, der unter anderem historisch wertvolle und restaurierte Immobilien wie die Sarotti-Höfe am Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg, die Schuckert Höfe am Treptower Park[48] und das bekannte Café Moskau im Zentrum von Berlin gehören. Bis 2010 wurden in Berlin rund 60 gründerzeitliche Mietshäuser und Alt-Berliner Gewerbehöfe[49] für mehr als 225 Millionen Euro erworben.[9] In Potsdam erwarb er 2006 das zum Verkauf angebotene ehemalige neobarocke Hauptpostamt[50] und beließ die Post als Hauptmieter im Palais am Stadtkanal.[51] Das Kreuzberger Künstlerhaus Bethanien bezog offiziell am 11. Juni 2010 ein Gründerzeit-Haus der Berggruen Holdings mit 25 großen Ateliers an der Kottbusser Straße in Berlin-Kreuzberg.[52] Die deutsche Niederlassung der Berggruen Holdings ist hier 2010 ebenfalls eingezogen.[53] Das erste größere Investment in ein deutsches Unternehmen war der anteilige Kauf des damals insolventen und Europas größten Möbelproduzenten und IKEA-Lieferanten Schieder im Oktober 2007.[54]

Nach der Lektüre von Presseberichten[55] und einem Anruf beim früheren Schieder-Interims-Geschäftsführer und damaligen Karstadt-Leiter Thomas Fox[56] machte er am 21. Mai 2010 ein detailliertes Kaufangebot an die Warenhaus-Kette Karstadt, die sich seit Juni 2009 in Insolvenz befand. Zuvor hatte sich sechs Monate lang eine große Arbeitsgruppe der Berggruen Holdings mit einer möglichen Übernahme beschäftigt.[57] Es würden keine Filialen geschlossen und die Beschäftigten hätten keine Einbußen zu erleiden. Berggruen versicherte, dass es sich um ein langfristiges Engagement handele.[58] Mit dem von Goldman Sachs gegründeten Immobilien-Konsortium Highstreet wolle er über Mietnachlässe verhandeln,[59] dessen anfänglich weit überhöhte Mietforderungen als eine der Hauptursachen von Karstadts Insolvenz galten.[60] „Wir sparen die Häuser nicht kaputt, sondern wir fokussieren sie und haben das Ziel, dass die Unternehmen wieder wachsen.“[61] Die US-Textilgruppe BCBG von Max Azria werde den Betrieb der Karstadt-Häuser mit übernehmen.[62] Karstadt brauche „einen jungen Auftritt und einen jugendlichen Stil“.[63]

Am 7. Juni 2010 erteilte der Gläubigerausschuss von Karstadt mit neun von elf Stimmen den Berggruen Holdings den Zuschlag für die Warenhauskette.[64] Berggruen unterzeichnete am 8. Juni 2010 den Kaufvertrag, allerdings unter dem Vorbehalt (closing condition, d. h. aufschiebende Bedingung), dass Hauptvermieter Highstreet bei den Mietforderungen nachgibt.[65] Nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen stimmten am 2. September 2010 Highstreet und dessen Gläubiger einem neuen Vertrag mit gesenkten Mieten einstimmig zu. Berggruen konnte zum 1. Oktober 2010 offiziell die Geschäfte übernehmen.[66] Er tilgte Verbindlichkeiten in Höhe von 70 Millionen Euro.[67] In den nächsten vier Jahren werden zunächst weitere 400 Millionen Euro für die allgemein als dringend erforderlich angesehene Modernisierung und Reorganisation[68] von Karstadt reinvestiert. Diese Investitionen sollen aus Karstadts laufendem Geschäft erwirtschaftet werden (Cash Flow).[69] Zu Jahresbeginn 2011 berief Berggruen den international erfahrenen Warenhausmanager Andrew Jennings zum CEO der Karstadt Warenhaus GmbH.

Die ZDF-Fernsehreportage "Mister Karstadt? - Der rätselhafte Nicolas Berggruen" vom 14. März 2012 setzte sich kritisch mit der unternehmerischen Rolle von Berggruen bei Karstadt auseinander.[70][3]

Auszeichnung

  • Im Januar 2009 erhielt Nicolas Berggruen den Kulturpreis[71]Berliner Zugpferd.[72]

Mitgliedschaften

Nicolas Berggruen ist unter anderem Mitglied der Young Presidents’ Organization und der World Presidents’ Organization (WPO) sowie Aufsichtsratsmitglied bei Le Monde und Prisa. In politischen Gremien ist er ein Mitglied im Council on Foreign Relations und im Pacific Council on International Policy. Seinen kulturellen Ambitionen dienen seine Mitgliedschaften im International Council des Museum of Modern Art, der Tate Modern und des Los Angeles County Museum of Art.[6]

Filme

  • Mister Karstadt? – Der rätselhafte Nicolas Berggruen, alternativ: XXL: Stress mit der Arbeit – Mister Karstadt, Fernseh-Reportage, Deutschland, 2012, 45:49 Min., Produktion: ZDFzoom, Veröffentlichung: 14. März 2012. Online-Video.
  • Gutmensch oder Geschäftemacher? - Der Karstadt-Retter Berggruen Fernseh-Reportage, Deutschland, 2012, 8:10 Min., Produktion: Frontal21, Veröffentlichung: 13. März 2012, Online-Video.
  • Mitarbeiter feiern Karstadt-Rettung. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2010, 1:34 Min., Produktion: n-tv, Veröffentlichung: 3. September 2010, Online-Video.
  • Karstadt-Rettung. Nachrichtensendung, Deutschland, 2010, 2:36 Min., Produktion: ARD, Redaktion: Tagesthemen, Erstsendung: 3. September 2010.
  • Wer ist Nicolas Berggruen? Fernseh-Reportage, Deutschland, 2010, 6:22 Min., Regie: Grit Lederer, Produktion: Hessischer Rundfunk, Redaktion: ttt – titel, thesen, temperamente, Erstsendung: 11. Juli 2010, Filmtext.
  • Vis-à-vis: Nicolas Berggruen, Investor und Philanthrop. Gespräch, Deutschland, 2011, 60 Min., mit Frank A. Meyer, Produktion: 3sat, Erstausstrahlung: 31. Oktober 2011, Inhaltsangabe von 3sat.

Weblinks

Interviews

Einzelnachweise

  1. ab se: Nicolas Berggruen, Munzinger-Archiv, 30. November 2010
  2. Henryk Hielscher: Karstadt-Investor im Nebel, Artikel, 14. März 2012, Die Wirtschaftswoche, abgerufen am 16. März 2012
  3. abcd [Florian Diekmann: Die Entzauberung des Mister Karstadt, Artikel, 14. März 2012, Spiegel Online, abgerufen am 16. März 2012
  4. Executive Profile Nicolas Berggruen, Businessweek, 25. November 2011: „investing in long term“
  5. abcd Manashwi: „The Super Tramp. Eccentric, yet a realist, it’s hard to pin him down“, Businessworld, 19. September 2008, archiviert von Internet Archive
  6. abcdefghi Nicolas Berggruen, Chairman of Berggruen Holdings in: Nicolas Berggruen Institute, Stand: 2. November 2011
  7. Nicolas Berggruen, Forbes, September 2011
  8. abcdefg Robert Frank: „Investor puts value first. Restless billionaire now pumps fortune into 'the real world'.“ The Wall Street Journal, 19. Mai 2008, als Original-PDF-Datei, (120 kB); als abgekürzte online-Version
  9. abc Brigitte Koch: „Karstadt-Investor mit Sammler-Gen“, FAZ, 25. Mai 2010
  10. École alsacienne, französische Wikipedia
  11. ab The World's Billionaires, Nicolas Berggruen, Forbes, 10. März 2010
  12. zoominfo (Link nicht mehr abrufbar), siehe: www.sec.gov/Archives/edgar/data/1365790/0000950123-07-0 | 21. September 2007
  13. Eigendarstellung auf berggruenholdings.de
  14. zoominfo (Link nicht mehr abrufbar), siehe: www.sec.gov/Archives/edgar/data/1407539/0000950144-09-0 | 23. April 2009
  15. Julio Mario Santo Domingo, Jr., englische Wikipedia
  16. abcd „Buy what you like“, Forbes Magazine, 14. Juni 1999, (Archivseite)
  17. Media Capital, englische Wikipedia
  18. abcdefg The World's Billionaires, Nicolas Berggruen, Forbes, 11. März 2009
  19. abcdef Jeremy Kahn: „Billionaire Living Out of Tote Bag Amasses Fortune to Give Away“, Bloomberg, 25. Oktober 2011
  20. Michael J. de la Merced: „Mergers & Acquisitions. In Pearl Deal, a New Role for Spacs?“ New York Times, 29. Juni 2009
  21. Sylvia Pfeifer und Patrick Jenkins: „Berggruen hopes cash shell will raise £700m“, Financial Times, 6. Februar 2011
  22. Kurze Selbstdarstellung der Berggruen Holdings, archiviert von Internet Archive, Stand: 1. April 2008.
  23. Keys Hotels, offizielle Seite
  24. Carl Batisweiler und Andreas Hohenadl: „Die großen Investoren machen es vor: Sie kaufen weltweit Agrarland. Ein neuer Trend“, finanzen.net, 22. Juni 2008
  25. Astrid Geisler, Philipp Gessler: Interview mit Karstadt-Investor Berggruen, die tageszeitung, 14. Juli 2010
  26. Ute Müller: „Nicolas Berggruen steigt beim "El País"-Herausgeber ein“, Die Welt, 8. März 2010
  27. Pressemitteilung: Berggruen und Meier bringen Farbe und Licht in die „Weiße Stadt“, Richard Meier & Partners, 9. Mai 2010
  28. Nicolas Berggruen, Chicago Tribune, 19. Mai 2008 „"He's a disciplined buyer," says Martin Franklin, the chief executive of Jarden Corp., the consumer-products giant, and a partner with Mr. Berggruen in several businesses.“
  29. abc Thomas Jahn: „Karstadt. Das Irrlicht“, Die Zeit, 27. Mai 2010
  30. ab Paul Sullivan: „Opportunities Abound. Even for the Risk Averse“, New York Times, 18. Oktober 2011
  31. „He is very bright, very polished and has good judgment.“ (Er ist sehr intelligent, sehr geschliffen und hat ein gutes Urteilsvermögen.) In: Lauren Foster, „Enigma who reaps special rewards“, Financial Times, 20. Mai 2008, abgekürzter Originalartikel
  32. Jeremy Kahn: „Billionaire Living Out of Tote Bag Amasses Fortune to Give Away“, Bloomberg, 25. Oktober 2011. Michael Govan: „He [Berggruen] looks at the world holistically, encompassing culture and economics and politics, and he weaves it together with all the people he knows.“ (Er schaut ganzheitlich auf die Welt, erfasst Kultur und Wirtschaft und Politik und vernetzt dies mit allen Menschen, die er kennt.)
  33. Robert Frank: The Homeless Billionaire, The Wall Street Journal, 19. Mai 2008
  34. Nikolaus Bernau: „Und nun klagt auch er“, Berliner Zeitung, 21. Oktober 2008
  35. Bernhard Schulz: „Museum Berggruen. Ein großes Erbe“, Der Tagesspiegel, 31. Mai 2008
  36. Nachalat Binyamin Quarter zitiert bei Einat Paz-Frankel: „"Homeless billionaire" mulls Tel Aviv home“, Globes, 9. August 2010
  37. Bernd Philipp: „Weltbürger aus Tradition“, Berliner Morgenpost, 20. Januar 2008, Portrait, (PDF-Datei; 630,8 kB)
  38. Berggruen zitiert von Markus Feldenkirchen: „Das Gewicht des Lebens“, Spiegel online, 7. Februar 2011
  39. „Hollywood’s own religious holiday“, NewYorkSocialDiary.com, 25. Februar 2008
  40. „Das traditionelle Treffen der Freunde des Museums Berggruen in Charlottenburg wird jedes Jahr größer. Dieses Dinner ist ein Kunststück“, B.Z., 12. Juni 2011
  41. Steffen Gerth: „Karstadt-Investor Berggruen will Teil seines Vermögens spenden“, Der Handel, 9. Dezember 2010
  42. abc Holger Schmale: „Berggruens Think Tank. Kreuzberg und Kalifornien“, Frankfurter Rundschau, 17. Januar 2011
  43. Christoph Schlautmann: „Nicolas Berggruen will Kalifornien retten“, Handelsblatt, 7. Januar 2011
  44. Nicolas Berggruen Institute, (engl.), Stand: 6. Januar 2011
  45. Ingeborg Harms: „Wollen Sie nun Kalifornien retten, Herr Berggruen?“ FAZ, 22. November 2010, Gespräch
  46. Michael Kläsgen: „Privater Gipfel zur Schuldenkrise. Schröder nippt zufrieden“, Süddeutsche Zeitung, 28. Oktober 2011
  47. Holger Schmale: „Wir können ein Museum der Chinesen werden“, Frankfurter Rundschau, 28. Oktober 2011, Interview
  48. Schuckert Höfe – Treptower Park, Nicolas Berggruen Holdings GmbH
  49. Christoph Stollowsky: „Sein Erbe“, Tagesspiegel, 25. Mai 2010
  50. Foto vom Hauptpostamt: Palais Am Stadtkanal, potsdam.de
  51. Claas Greite: „Berggruen kauft ehemaliges Hauptpostamt“, Potsdamer Nachrichten, 22. Dezember 2006
  52. Annabelle Seubert: „Bethanien: Tannert geht“, Tagesspiegel, 25. Mai 2010
  53. „Der heimatlose Mr. Karstadt hat seine Mitte gefunden: Kreuzberg“, B.Z., 13. Juni 2010
  54. dpa: „Schieder. Kunstmäzen steigt ein“, manager magazin, 2. Oktober 2007
  55. Nikolaus Piper: „Lange oder kurze Röcke? Weiß ich nicht!“ Süddeutsche Zeitung, 13. Dezember 2010, Interview mit Berggruen
  56. Petra Blum: „Fox und Caparros sollen Warenhauskette profitabel machen. Karstadt auf Sanierungskurs“, WDR, 12. Dezember 2010
  57. Jens Kohrs: Berggruen: „Ich kann Karstadt retten“, Die Welt, 23. Mai 2010
  58. „Karstadt-Interessent Berggruen: Kann das Unternehmen retten“, Reuters, 23. Mai 2010
  59. Oliver Stock: „Karstadt findet neuen Investor“, Handelsblatt, 21. Mai 2010
  60. suc: „Deutschlands Geldadel profitierte von Karstadt-Mieten“, Spiegel Online, 14. Juni 2009
  61. Oliver Stock: „Arcandor hat Karstadt verdammt schlecht organisiert“, Handelsblatt, 25. Mai 2010, Interview mit Nicolas Berggruen
  62. dpa: „Karstadt-Bieter Berggruen holt Partner ins Boot“, Der Handel, 25. Mai 2010
  63. Alfons Frese: „Neue Hoffnung für Karstadt“, Tagesspiegel, 23. Mai 2010
  64. Angela Maier: „Berggruen erhält Zuschlag für Karstadt“, Financial Times Deutschland, 7. Juni 2010, mit Video, 1:52 Min.
  65. „Warenhauskette Karstadt geht an Berggruen Holding“, Die Welt, 7. Juni 2010
  66. „Berggruen darf Karstadt übernehmen“, Tagesschau.de, 3. September 2010.
  67. Hagen Seidel: „Jetzt gehört Karstadt wirklich Nicolas Berggruen“, Die Welt, 1. Oktober 2010
  68. Steffen Gerth: „Karstadt braucht eine radikale Veränderung“, Der Handel, 29. Oktober 2010
  69. Steffen Gerth: Karstadt-Chef Fox im Interview: „Karstadt braucht keine Revolution“, Der Handel, 1. Oktober 2010
  70. Die Wahrheit über Nicolas Berggruen, Artikel, 14. März 2012, Die Welt, abgerufen am 16. März 2012
  71. „Ein Zugpferd für soziales und kulturelles Engagement“, Berliner Zeitung, 1. März 2007 und Berliner Zugpferde, TMM Marketing und Medien, Frühjahr 2007
  72. Fotos: Berggruen mit Berliner Zugpferd, Hamburger Morgenpost, 8. Juni 2010 und Berggruen mit Mutter Bettina, manager magazin, 25. Mai 2010
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