Dienstag, 29. Mai 2012

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Nimrud

Torwächter von Nimrud im British Museum (um 1900)

Nimrud (auch assyr. Kalḫu, bibl. Kalach, Kalaḥ) ist der moderne Name einer altorientalischen Stadt. Die Ruinen liegen 30 km südsüdöstlich von Mosul (heutiger Irak) am mittleren Tigris, im Gouvernement Ninawa. Nimrud wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. gegründet, im 9. Jahrhundert unter König Assurnasirpal II. Hauptstadt des Assyrischen Reiches. Im Jahr 612 v. Chr. wurde sie von Medern und Chaldäern zerstört.

Name

Der Name "Nimrud" wird von dem biblischen König Nimrod abgeleitet. Wann die Ruine diesen Namen erhielt, ist nicht bekannt. Die erste schriftliche Erwähnung Nimruds geht auf Carsten Niebuhr zurück, der die Stadt 1766 besuchte.[1] Während der assyrischen Zeit nannte man sie Kalach/Kalhu. Bei Xenophon erscheint der Name Larisa.[2]

Archäologie

Erste Ausgrabungen fanden bereits 1846 durch Sir Austen Henry Layard statt. Es kamen Reste großer Palast- und Festungsbauten zum Vorschein. Man fand ebenso zahlreiche Alabasterreliefs und Elfenbeinschnitzereien, sowie Obelisken und monumentale Figuren. 1955 wurden bei Grabungen von Max Mallowan im Nabû-Tempel von Nimrud Keilschrifttafeln mit Eiden für Vasallen und assyrische Machtträger aus dem Jahr 672 v. Chr. gefunden, die für die assyrische Vertragsrhetorik und damit auch für die diese nachahmende israelitische Bundestheologie aufschlussreich sind.

Durch amerikanische Truppen wurden nach dem dritten Golfkrieg in der Stadt großflächige Zerstörungen angerichtet.

Literatur

  • Muayad S. B. Damerji: Gräber assyrischer Königinnen aus Nimrud, Mainz 1999
  • Klaudia Englund: Nimrud und seine Funde. Der Weg der Reliefs in die Museen und Sammlungen. Leidorf, Rahden 2003. ISBN 3-89646-642-9
  • Joan Oates: Nimrud. An Assyrian period city revealed. British School of Archeology in Iraq, London 2001. ISBN 0-903472-25-2
  • Nimrods letzte Jagd: Ein Roman aus der Antike von Josef Nyáry.

Weblinks

 Commons: Nimrud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ... Nimrud, einem verfallenen Castell etwa 8 Stunden von Mosul, vgl. Carsten Niebuhr: Carsten Niebuhrs Reisebeschreibungen nach Arabien und adern umliegenden Ländern. II. 1774, S. 353.
  2. Xenophon anabasis 3.4.7

36.143.333333333333
Koordinaten:
36° 6′ 0″ N, 43° 20′ 0″ O

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