Nolan Bushnell (* 5. Februar 1943 in Clearfield, Utah) ist Gründer der Computerfirma Atari, die bis Anfang der 90er Jahre populär auf dem Markt der Videospiel-Entwicklung war.
Bushnell stammt aus einer Mormonen-Familie in Utah, ist selbst aber nach eigenen Angaben nicht religiös. Er studierte an den Universitäten von Utah und Stanford Elektrotechnik, wo er zum ersten Mal in Kontakt mit Computern kam. Bushnell wollte das Spiel Spacewar, das ursprünglich von Steve Russell für die DEC PDP-1 geschrieben worden war, als Automatenversion veröffentlichen. Er produzierte einige Exemplare des ersten Arcade-Automaten namens "Computer Space", doch letztlich wurde das Spiel aufgrund seiner Komplexität nicht angenommen – die potenziellen Kunden waren noch nicht erfahren genug im Umfang mit Videospielen.
Am 27. Juni 1972 gründete er mit einem Startkapital von 500 Dollar die Computerfirma Atari. Ursprünglich wollte er die Firma Syzygy nennen, aber zu seiner eigenen Überraschung gab es bereits einen Dachdecker mit diesem Namen, und er wich auf den Namen „Atari“ aus – einen Begriff aus der japanischen Kampfkunst und dem Brettspiel Go, das er in seiner Freizeit gern spielte. Atari bedeutet da: Angriff, Treffer. Als Logo wählte er die stilisierte Fassung des japanischen Berges Fuji. Er ließ von seinem Kollegen, dem Atari-Mitbegründer Allan Alcorn[1] ein einfaches Reaktionsspiel programmieren: Pong. Dieses auch für Anfänger leicht verständliche Spiel begründete 1972 den ersten Erfolg der Firma. Bushnell geriet damit in einen juristischen Streit mit der Firma Magnavox, der damit endete, dass Magnavox von Atari bis 1976 einen Gewinnanteil erhielt. 1976 verkaufte Bushnell seine Atari-Aktienanteile an Time Warner, er verließ die Firma 1979.
Im gleichen Jahr gründete er die Pizza-Fastfoodkette Chuck E. Cheese’s Pizza Time Theater, die als Zielgruppe Familien mit Kindern hatte. Das Geschäft zwang Bushnell, die Pizzerien wieder zu schließen.[2]
In den 80er Jahren gründete Nolan Bushnell die Spielefirma Axlon, welche auch für den Atari 2600 Spiele produzierte. Er war auch Mitbegründer von Sente Games. Auch den Namen „Sente“ entnahm er dem Japanischen. Während in dem Spiel Go das Wort „Atari“ die Drohung ist, einen Stein zu schlagen, bedeutet Sente, in der Vorhand zu sein, also den Gegner mit einem Zug unter Druck setzen zu können.[3]
Mit Allan Alcorn gründete Bushnell 1982 das Unternehmen Androbot Inc., das Heimroboter herstellte. Die in San José, Kalifornien, ansässige Firma gehörte zur Catalyst Technologies Venture Capital Group, die die Projekte finanzierte. Androbot Inc. produzierte die ersten Roboter für den Heimgebrauch. Sie erhielten zwar viel Aufmerksamkeit bei der Presse, fanden jedoch nur wenige Käufer, unter anderem wegen des hohen Preises. Die Produktion wurde deswegen bereits 1984 wieder eingestellt.
Anfang der 1990er Jahre verurteilte ein Gericht Bushnell wegen Bankbetruges. Seit 1999 leitet er die Internetfirma UWink, welche Automatenspiele über das Internet vertreibt. Im Jahr 2005 erhielt Bushnell für sein Lebenswerk einen Stern auf dem Walk of Game.
Privat engagiert er sich für den internationalen Schüleraustausch. Im Juni 2008 wurde bekannt, dass der Schauspieler Leonardo DiCaprio als Produzent und Hauptdarsteller das Leben von Nolan Bushnell verfilmen will.
Im April 2010 lud Atari Bushnell ein, künftig als Mitglied des Aufsichtsrats und Berater im Unternehmen tätig zu sein. Bushnell nahm an: „Ich bin sehr froh, wieder mit Atari zusammenzukommen – und das zu einer Zeit, in der wir mit großen Schritten in wachsende Schlüsselbereiche der Spieleindustrie hineinwachsen können“.[4][5][6]
Im Buch Tobias O. Meißners zur Entwicklung der Computerspielindustrie und der zugehörigen Szene wird die Generation der amerikanischen Atari-Kids mit der zugehörigen Generation Golf in Deutschland parallel gesetzt. Als Atari Democrats werden in den USA moderat linke technologiefreundliche Politiker aus der Zeit bezeichnet, so unter anderem Al Gore.[7]
Im Juli 2010 erhielt Bushnell den Lara-Award in der Kategorie Lebenswerk (Lara of Honor), eine Auszeichnung der deutschen Videospielbranche.[8]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nolan_Bushnell aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |