Montag, 28. Mai 2012

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Opazität

Die Opazität („Trübung“; engl. opacity) ist ein Maß für die Lichtundurchlässigkeit (Trübung) von transluzenten (streuend lichtdurchlässigen) flachen Materialien und Schichten. Das zugehörige Adjektiv lautet opak (lat. opacus; „trüb, undurchsichtig, verschwommen“; engl. opaque).

Klare Materialien (mit geringer Streuung) heißen dagegen transparent. Ihre Licht(un)durchlässigkeit wird als optische Dichte (logarithmisch) bzw. Transmission (linear) angegeben.

Opazität und Transmission

Opazität ist der Kehrwert der Transmission T.

O = \frac{1}{T} = \frac{I_0}{I}

mit dem einfallenden Lichtstrom I_0 und dem transmittierten Lichtstrom I.

Dabei ist zu beachten, dass austrittsseitig prinzipiell über den gesamten Halbraum zu integrieren ist, etwa mit einer Ulbricht-Kugel. Ob das tatsächlich gemacht wird, hängt von der Anwendung ab. So messen Opazimeter für rußige Abgase lediglich in gerader Richtung, weil Ruß das Licht hauptsächlich absorbiert statt streut.

Beispiele:

  • Rauchgas mit hoher Transmission T = 0,97 (über die gegebene Messstrecke) hat eine Opazität O = 1,03,
  • Kleiderstoff mit Transmission T = 0,2, hat eine Opazität O = 5,
  • Das Papier einer Grußkarte mit Transmission T = 0,01 hat eine Opazität O = 100.

Der dekadische Logarithmus der Opazität wird Extinktion E genannt:

E = \lg O \,.

Opazität und Opaleszenz

In feindispersen Medien ergibt sich ein Übergang von der Opaleszenz zur Opazität je nach der Größe der streuenden Partikel. Sind die Streuer kleiner als die Wellenlänge, kommt es zur wellenlängenabhängigen Rayleigh-Streuung. Dabei wird dann das gestreute Licht bläulich, das transmittierte Licht dagegen rötlich. Auf Grund dieser Farbigkeit spricht man von Opaleszenz. Sie lässt sich beispielsweise am Himmelsblau und am Rot eines Sonnenuntergangs beobachten. Wenn die Partikel größer als die Wellenlänge des Lichts werden, tritt stattdessen die wellenlängenunabhängige Mie-Streuung auf; das Streulicht ist weiß, wie man beispielsweise an den Wolken beobachten kann. Hier spricht man dann von Opazität.

Anwendung

Die Opazität ist unter anderem eine physikalische Eigenschaft von:

Literatur

  • Richard Lenk (Hrsg.) Physik, Band 2/Ma-Z, 2. Auflage, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-325-00192-0
  • Harry Paul (Hrsg.) Lexikon der Optik, Zweiter Band M-Z, Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg Berlin 2003, ISBN 3-8274-1422-9
  • Bergmann-Schaefer Lehrbuch der Experimantalphysik: Band III Optik, 6. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin New York 1974, ISBN 3-11-004366-1
  • Helmut Kipphan (Hrsg.) Handbuch der Printmedien: Technologien und Produktionsverfahren, Springer Verlag, Berlin Heidelberg New York 2000, ISBN 3-540-66941-8
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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