| Wappen | Karte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Kommunennummer: | 0301 (auf Statistik Norwegen) |
| Provinz (fylke): | Oslo |
| Verwaltungssitz: | Oslo |
| Koordinaten: | 59° 55′ N, 10° 45′ O59.9110.751 Koordinaten: 59° 55′ N, 10° 45′ O |
| Höhe: | 1 moh. |
| Fläche: | 454 km² |
| Einwohner: |
613.285 (1. Jan. 2012)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 1351 Einwohner je km² |
| Sprachform: | Bokmål |
| Gliederung: | 15 Stadtteile |
| Webpräsenz: | |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Fabian Stang (H) (17. Oktober 2007) |
Oslo?/i (deutsch [ˈɔslo], norwegisch ['ʊʃlʊ] oder ['ʊslʊ]), vormals Christiania (1624 bis 1924) bzw. Kristiania (alternative Schreibweise von 1877/1897 bis 1924), ist die Hauptstadt Norwegens mit 613.285 Einwohnern (1. Januar 2012).
Insgesamt leben im Osloer Ballungsraum rund 1,9 Millionen Menschen.
In der Heimskringla, einer Geschichte der norwegischen Könige, behauptet der isländische Gelehrte Snorri Sturluson, dass Oslo im Jahr 1048 von König Harald III. gegründet worden sei. Ausgrabungen der jüngeren Zeit haben indes christliche Gräber aus der Zeit um 1000 zum Vorschein gebracht. Aus diesem Grund beging die Stadt im Jahr 2000 ihr tausendjähriges Jubiläum, während 1950 erst der 900. Geburtstag begangen wurde.
Die Mittelalterliche Stadt hatte zwei Burgen, den Königshof und die Bischofsburg. Innerhalb der Stadtmauern gab es neun Kirchen, darunter St. Clemens und die Hallvardskathedrale. Es gab ein Hospital und etwa 400 Stadthäuser von Kaufleuten und Handwerken. Die Wohnhäuser waren aus Holz.
König Håkon V. machte 1299 Oslo zur Hauptstadt Norwegens und ließ die Festung Akershus errichten. Er sorgte für eine Reihe von Bauaktivitäten, wie beispielsweise die Errichtung der St. Marienkirche. Oslo entwickelte sich im Hochmittelalter zu einer wichtigen Kaufmanns- und Residenzstadt. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich auf 3500.
1308 wurde Oslo von Herzog Erik av Södermanland geplündert und niedergebrannt. Die noch unfertige Festung Akershus hingegen überstand die Belagerung.
Die Stadt wurde wiederholt von Stadtbränden heimgesucht, jedoch immer wieder aufgebaut. Nach der Reformation verfielen das Kloster und die meisten der zahlreichen Kirchen. Nach den Bränden wurden diese Gebäude abgetragen und die Steine für andere Bauzwecke verwendet. Während der schwedischen Belagerung 1537 brannte die Stadt abermals.
Nach dem großen Brand von 1624 wurde die Stadt jedoch nicht wieder aufgebaut, sondern auf Befehl des dänischen Königs Christian IV. – Norwegen war zu dieser Zeit Provinz Dänemarks – näher an die Festung Akershus verlegt.
Die neugebaute Stadt wurde nach dem Idealbild der Renaissance mit rechteckigen Quartieren und breiten Straßen errichtet und erhielt eine Festungsanlage mit Bastionen. Die Häuser baute man nun in Stein oder ausgemauertem Fachwerk, um das Ausbreiten von Bränden zu verhindern. Gleichzeitig erhielt die Stadt den Namen Christiania, nach dem König Christian IV.[2]
Das alte Oslo lag nun außerhalb der Stadtmauern von Christiania. Trotz königlichen Verbots wurde es wieder besiedelt, hauptsächlich von Armen und Landlosen, die sich das teure Leben im modernen Christiania nicht leisten konnten.
Dänemark-Norwegen war in den Napoleonischen Kriegen mit Frankreich verbündet und Dänemark musste infolgedessen Norwegen an Schweden abtreten. 1877 änderte sich unter dem schwedisch-norwegischen König Oskar II. die offizielle Schreibweise in der Matrikel und im Staatskalender in Kristiania, während die Stadtverwaltung bis 1897 die Schreibweise Christiania beibehielt.[2] Erst 1924, zwanzig Jahre nach Eigenständigkeit Norwegens, wurde beschlossen, der Stadt (nach 300 Jahren) zum 1. Januar 1925 wieder den ursprünglichen Namen Oslo zu geben. Das monumentale Rathaus von Oslo, dessen Errichtung Jahrzehnte, nämlich von 1915 (erster Architektenwettbewerb) bis zur Fertigstellung 1950 in Anspruch nahm, kann als Symbolbauwerk der neu gewonnenen Unabhängigkeit gelten. Oslo bedeutet übersetzt entweder „Ebene der Götter“ oder „Ebene unterhalb des Hügels“ – letzte Klarheit darüber ist nicht mehr zu erlangen.[3]
Ein Kosename der Stadt ist Tigerstaden (Tigerstadt), nach einem Gedicht von Bjørnstjerne Bjørnson („Sidste Sang“, 1870). In diesem Gedicht wird Oslo als gefährliche und unbarmherzige Stadt beschrieben. Vor dem Rathaus und vor dem Bahnhof erinnern Tigerskulpturen an diesen Namen, der seinen negativen Klang inzwischen verloren hat.
Das auf den ersten Blick ungewöhnliche Stadtwappen zeigt den heiligen Halvard, der versucht hatte, eine Frau vor Gewalttätern zu retten, dann aber von diesen mit Pfeilen durchbohrt und mit einem Mühlstein beschwert ertränkt worden war. Um das Wappen läuft ein Band mit dem Motto unanimiter et constanter (einig und beständig).
Innerhalb der Kernstadt herrscht ein für Europa ungewöhnlich hohes Preisniveau. In entsprechenden Rankings, basierend auf standardisierten Warenkörben, belegt die Stadt regelmäßig Spitzenplätze. Laut The Economist hat Oslo seit 2006 Tokio als die weltweit teuerste Stadt abgelöst. Bis zu diesem Moment hatte die japanische Hauptstadt 14 Jahre Platz eins belegt.[4]
Die Universität Oslo ist mit etwa 30.000 Studenten die größte des Landes und wurde 1811 nach Vorbild der Humboldt-Universität zu Berlin gegründet. 1952 fanden die Olympischen Winterspiele in Oslo, unter anderem am Holmenkollen, statt.
Am 22. Juli 2011 tötete Anders Behring Breivik bei zwei Anschlägen in Norwegen mindestens 77 Menschen. Zunächst waren beim Bombenanschlag im Regierungsviertel in Oslo acht Menschen ums Leben gekommen. Anschließend erschoss der Attentäter auf der Insel Utøya 69 Menschen.[5]
Die Stadt Oslo liegt in innerer Fjordlage und ist von Wald und Fjord umgeben. Sie bildet eine eigenständige Provinz und ist Verwaltungssitz der benachbarten Provinz Akershus.
Die Stadt Oslo hat entsprechend der Lage an der Baltischen See ein stark maritim geprägtes Klima, das sich durch milde Winter und einen auf die zweite Jahreshälfte verschobenen, regenreichen Spätsommer auszeichnet. Die Sommer sind angenehm und sonnig.
Etwa 24 Prozent der 613.285 Einwohner sind Ausländer. Zum 1. Januar 2004 wurden die Stadtteile neu zugeschnitten, so dass es nun 15 Stadtteile gibt. Sentrum (Stadtmitte) und Marka (Wald und landwirtschaftlich benutztes Land) sind keine Stadtteile in politischem Sinne, da sie zentral verwaltet werden. Am 26. Januar 2011 überschritt Oslo die Einwohnerzahl von 600.000 Einwohnern.[6]
| Stadtteil | Einwohner 1. Januar 2010[7] |
|---|---|
| Gamle Oslo | 42.569 |
| Grünerløkka | 45.647 |
| Sagene | 34.286 |
| St. Hanshaugen | 32.254 |
| Frogner | 50.396 |
| Ullern | 30.250 |
| Vestre Aker | 43.457 |
| Nordre Aker | 46.287 |
| Bjerke | 27.632 |
| Grorud | 26.074 |
| Stovner | 29.746 |
| Alna | 46.603 |
| Østensjø | 45.577 |
| Nordstrand | 46.419 |
| Søndre Nordstrand | 35.768 |
| Sentrum | 918 |
| Marka | 1.638 |
| Keine Angabe | 1.339 |
| Total | 586.860 |
Zum besonderen Flair Oslos in der inneren Fjordlage tragen viele Sehenswürdigkeiten bei. Die bedeutendsten ist die so genannte Gamlebyen (deutsch: Altstadt) mit den freigelegten Grundmauern des mittelalterlichen Oslo sowie das Schloss und die Burg Festung Akershus (Akershus slott og festning).
Entlang der zentralen Einkaufsstraße, der Karl Johans gate, liegen sehenswerte Regierungsgebäude wie das Storting sowie das Slottet, das Königliche Schloss. Auf Nr. 31 – im Gebäude des 1874 vom Restaurateur Julius Fritzner eröffneten Grand Hotel – befindet sich heute noch das Grand Café, in dem einst Henrik Ibsen Stammgast war.
Ebenfalls im Stadtzentrum liegen das markante Rathaus, in dem alljährlich der Friedensnobelpreis verliehen wird, der Osloer Dom (Oslo Domkirke) sowie das Nationaltheater.
Das Neue Opernhaus der Norwegischen Oper, geplant vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta, wurde 2008 eröffnet.
Auch die Museen der Stadt bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Hierzu zählen vor allem das Fram-Museum, Kon-Tiki-Museum auf Bygdøy, die Nationalgalerie, das Munch-Museum mit dem Nachlass des Malers Edvard Munch, das Norsk Folkemuseum, ein Freilichtmuseum mit wiedererrichteten Gebäuden aus ganz Norwegen, und das Vikingskipshuset mit archäologischen Wikinigerschiffsfunden. 1993 wurde das private Astrup Fearnley Museet for Moderne Kunst eröffnet, das über eine umfangreiche Sammlung von Werken norwegischer und internationaler Gegenwartskunst verfügt, darunter seit 2002 die monumentale Porzellanskulptur Michael Jackson and Bubbles von Jeff Koons. Die deutsche Besatzungszeit wird im Holocaustmuseum, in der Villa Grande sowie dem Widerstandsmuseum Norges Hjemmefrontmuseum im Komplex der Festung Akershus aufgearbeitet. Die wechselvolle Geschichte der Stadt wird im Oslo Bymuseum gezeigt, dem Stadtmuseum auf Gut Frogner.
Bei gutem Wetter laden die Skisprunganlage Holmenkollen oberhalb der Stadt mit dem Skimuseum am Holmenkollen sowie die Vigeland-Anlage im Frognerpark mit Skulpturen Gustav Vigelands zum Verweilen ein.
Oslo ist die größte Studentenstadt in Norwegen mit zahlreichen Einrichtungen. Zu den wichtigsten gehören:
Oslo ist Sitz diverser norwegischer Unternehmen, darunter Medinor, Qt Software und Opera Software. Hier befindet sich auch die Deutsch-Norwegische Handelskammer.
Oslo ist über drei internationale Flughäfen zu erreichen: Oslo-Gardermoen, Flughafen Torp und Flughafen Moss, Rygge. Der frühere Flughafen Oslo-Fornebu wird seit der Inbetriebnahme von Gardermoen nicht mehr bedient.
Oslo-Gardermoen ist Norwegens Hauptflughafen. Er liegt ca. 60 km nordöstlich der Stadt und ist über eine Eisenbahnverbindung (Hochgeschwindigkeitszug Flytoget und NSB-Regionalzüge) und über mehrere Buslinien (SAS Flybussen und Flybussekspressen) angebunden.
Der Flughafen Torp liegt ca. 130 km südwestlich von Oslo bei Sandefjord. Der Billigflieger Ryanair verwendet die Bezeichnung „Oslo-Torp“. Nach Oslo gibt es Bahn- (NSB) und Busverbindungen (Torpekspressen).
Der Flughafen Moss-Rygge liegt ca. 70 km südlich von Oslo in Moss auf dem ehemaligen Militärflugplatz Rygge und nahm im Herbst 2007 den Betrieb auf. Nach Oslo gibt es Bahn- (NSB) und Busverbindungen (Ryggeekspressen und Timekspressen).
Oslo besitzt ein Netz von U-Bahnen (T-bane), Straßenbahnen und Buslinien. Die U-Bahn verkehrt durch die Stadtmitte unterirdisch, in Randgebieten oberirdisch. Im Jahre 2006 wurde das U-Bahn-Netz durch eine Ringbahnstrecke ergänzt. Ein neues Fahrkartensystem soll seit Jahren eingeführt werden, das beim Betreten und Verlassen der Bahnstationen die Karten kontrolliert. Allerdings gibt es zahlreiche Probleme, wodurch der offizielle Start immer weiter verschoben wird. Seit 2009 wird das neue System erfolgreich verwendet, es ist jedoch weiterhin möglich, Fahrausweise aus Papier zu kaufen.
Oslo verfügt über ein System öffentlicher Fahrräder, die während des Sommers an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet ausgeliehen werden können und dort auch wieder abgegeben werden müssen.
Die Fjordinseln werden von Personenfähren bedient. Diese sind im Preis für ein Ticket des öffentlichen Nahverkehrs in Oslo inbegriffen.
Fernverbindungen, am Tage zum Teil mit dem Krengetog oder mit den Nachtzügen der Norges Statsbaner, verbinden Oslo mit Kristiansand, Stavanger, Bergen und Trondheim. Internationale Verbindungen bestehen nach Göteborg und Stockholm. Regionalzüge verkehren stündlich bis Lillehammer, Halden und Larvik. Weitere Orte sind durch Lokalzüge angebunden.
Es gibt Fährverbindungen nach Kiel mit Color Line, Frederikshavn mit Stena Line und Kopenhagen mit DFDS Seaways.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Oslo aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |